Ab sofort können Unternehmen einem einzelnen Nutzer mehrere Telefonnummern zuweisen – Schluss mit komplizierten Workarounds oder mehreren Endgeräten. Die Ankündigung Ende April 2026 markiert den Übergang von der Testphase zur breiten Nutzung für Enterprise-Kunden mit Teams-Phone-Lizenzen.
Bis zu elf Rufnummern pro Account
Das Herzstück des Updates: Administratoren können einem Teams-Phone-Nutzer bis zu zehn alternative Rufnummern zuweisen. Inklusive der primären und privaten Leitung verwaltet ein Account künftig bis zu elf verschiedene Nummern. Die Einrichtung erfolgt über das Teams-Admin-Center oder per PowerShell-Modul (Version 7.6.0 oder höher).
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Die Nummern können laut Microsoft aus verschiedenen Ländern stammen und unterschiedliche PSTN-Anbindungen nutzen. Unterstützt werden Microsoft Calling Plans, Direct Routing, Operator Connect sowie maximal eine Teams-Phone-Mobile-Nummer (SIM-basiert) pro Nutzer. Das ermöglicht Unternehmen, in mehreren internationalen Märkten lokal präsent zu sein, ohne die Telefonie-Infrastruktur zu zersplittern.
Im Admin-Center gibt es jetzt eine neue Spalte für alternative Rufnummern. IT-Teams können die Zuweisungen filtern und nachverfolgen. Auch Notfallstandorte lassen sich für jede alternative Nummer konfigurieren – wichtig für die Einhaltung regionaler Sicherheitsvorschriften. Das Feature ist standardmäßig deaktiviert und erfordert eine bewusste Einrichtung durch die IT-Abteilung.
Nahtlose Integration für den Endnutzer
In der Calls-App des Teams-Clients erscheint jede zugewiesene Nummer als eigener Tab oder in einem Dropdown-Menü. Nutzer wählen aus, welche „Leitung“ sie für ausgehende Anrufe verwenden möchten. Die „Call As“-Funktion stellt sicher, dass der Angerufene die passende Rufnummer sieht – ob für ein regionales Büro oder eine andere Funktion, etwa wenn ein Direktor sowohl Public Relations als auch Analyst Relations betreut.
Am besten funktioniert das Ganze derzeit auf Desktop und Web. Eingehende Anrufe auf allen zugewiesenen Nummern klingeln im Teams-Client, und die Oberfläche zeigt an, welche Nummer der Anrufer gewählt hat. Bei SIP-basierten Tischtelefonen können alternative Leitungen eingehende Anrufe empfangen, die Auswahl für ausgehende Anrufe ist jedoch noch nicht für alle Hardware-Modelle verfügbar.
Die mobile Unterstützung steckt noch in der Übergangsphase. iOS- und Android-Apps empfangen zwar Anrufe auf allen Nummern, die Möglichkeit, eine alternative Leitung für ausgehende Anrufe zu wählen, ist jedoch als zukünftiges Update angekündigt. Mobilnutzer sind vorerst auf ihre primäre Leitung beschränkt, sehen aber eingehende Anrufe über ihr gesamtes Nummernset.
Schluss mit komplizierten Konfigurationen
Vor dieser allgemeinen Verfügbarkeit waren komplexe Konfigurationen nötig: Session-Border-Controller-Manipulationen, Resource-Accounts oder verschachtelte Call-Queue-Richtlinien, um mehrere Nummern auf einen Mitarbeiter zu leiten. Branchenanalysten sehen in der nativen Multi-Line-Unterstützung eine deutliche Reduzierung des technischen Aufwands für IT-Teams und eine verbesserte Zuverlässigkeit.
Das Feature richtet sich besonders an Rollen, die häufig zwischen Kontexten wechseln müssen, ohne den Account zu wechseln. Ein Customer-Success-Manager, der sowohl den nordamerikanischen als auch den europäischen Markt betreut, kann jetzt sofort zwischen regionalen Identitäten umschalten. Facility-Manager oder Notfallteams verwalten separate Leitungen für Tagesgeschäft und Incident Response – in einer einheitlichen Historie und Voicemail.
Aktuell teilen sich alle Leitungen eines Nutzers eine gemeinsame Voicemail-Box. Das stellt sicher, dass keine Nachricht verloren geht, unterscheidet aber nicht, welche Nummer der Anrufer gewählt hat. Auch Rufumleitungen und Delegierungsregeln der primären Leitung gelten automatisch für alle alternativen Nummern.
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Ausblick: Mobile und API-Integration in Planung
Die allgemeine Verfügbarkeit folgt auf eine gezielte Testphase Anfang April 2026. Das Update ist Teil der breiteren Expansion des Microsoft-365-Ökosystems, das kürzlich die Frontier Suite und neue KI-gestützte Kommunikationstools eingeführt hat. Die Multi-Line-Unterstützung gilt als Schritt, Teams Phone zur echten Alternative für traditionelle Legacy-PBX-Systeme in komplexen, multinationalen Umgebungen zu machen.
Für den Rest des Jahres sind weitere Verbesserungen geplant: die vollständige Multi-Line-Erfahrung für die Mobile-App sowie feinere Einstellungen für Voicemail und Benachrichtigungen. Microsoft arbeitet zudem daran, die Multi-Line-Verwaltung über die Graph-API zugänglich zu machen – das ermöglicht eine stärkere Automatisierung durch Drittanbieter-Tools.
Vorerst liegt der Fokus auf Stabilisierung und Adoption im Desktop-Umfeld. Unternehmen mit bestehenden Teams-Phone-Lizenzen können ab sofort alternative Nummern über ihre Administrationskonsolen zuweisen. In einer Zeit, in der Unternehmen auf konsolidierte Kommunikationsplattformen setzen, wird die Fähigkeit, hochdichte Telefonie-Anforderungen in einem einzigen Kollaborationstool abzubilden, zum Standard für digitale Arbeitsplätze der Enterprise-Klasse.





