Microsoft Teams startet schneller: Neue Architektur für mehr Leistung

Microsoft trennt Anruf- und Meeting-Funktionen in einen separaten Prozess, um die Systemauslastung zu reduzieren und die Startzeiten des Teams-Clients zu verkürzen.

Microsoft rollt eine neue Hintergrundprozess-Architektur für den Teams-Desktop-Client aus. Das Ziel: kürzere Startzeiten und eine optimierte Systemauslastung für Millionen Nutzer.

Die Architektur-Überarbeitung trennt die Anruf- und Meeting-Funktionen in einen dedizierten Prozess aus. Dieser strategische Schritt soll die Belastung von CPU und Arbeitsspeicher verringern. Die Änderung läuft im Hintergrund ab; die Benutzeroberfläche bleibt unverändert. Der Rollout erfolgt derzeit in allen Microsoft-Cloud-Umgebungen, einschließlich kommerzieller und behördlicher Mandanten.

Neues Fundament für schnellere Meetings

Kern der Aktualisierung ist ein neuer „Kind-Prozess“ namens ms-teams_modulehost.exe. Diese ausführbare Datei läuft nun neben dem Hauptanwendungsprozess ms-teams.exe und ist speziell für den gesamten „Calling Stack“ zuständig. Indem diese rechenintensiven Funktionen – vom Anrufstart bis zur Videowiedergabe in großen Meetings – ausgelagert werden, kann die Hauptanwendung schneller starten und effizienter arbeiten.

Anzeige

Viele IT‑Teams unterschätzen, wie stark neue Hintergrundprozesse Sicherheits‑ und Monitoring‑Tools beeinflussen können. Wenn Endpoint‑Management oder Antiviren‑Software ms-teams_modulehost.exe nicht als legitim kennt, drohen Blockierungen und Fehlalarme, die Meetings stören. Ein kostenloses Praxis‑E‑Book für IT‑Verantwortliche erklärt Schritt für Schritt, welche Allowlist‑Einstellungen, Monitoring‑Checks und Update‑Prozesse Sie jetzt umsetzen sollten, damit Performance‑Verbesserungen nicht durch Sicherheitskonfigurationen ausgebremst werden. Jetzt Cyber‑Security‑Praktiken für IT‑Admins sichern

Diese Aufgabentrennung ist Microsofts jüngste Antwort auf anhaltendes Nutzerfeedback. Teams wurde oft als träge und ressourcenhungrig kritisiert. Durch die Isolierung der anspruchsvollen Kommunikationskomponenten will das Unternehmen ein flüssigeres Meeting-Erlebnis und eine bessere Gesamtperformance liefern. Besonders auf Geräten mit begrenzter Hardware und in den kritischen Momenten des Anrufstarts soll sich der Unterschied bemerkbar machen.

Unsichtbar für Nutzer, Handlungsbedarf für Admins

Für die meisten Anwender bleibt die Leistungsverbesserung abgesehen von einem spürbar schnelleren Gefühl unsichtbar. Die Oberfläche und der Workflow ändern sich nicht. Kein Nutzer muss umlernen.

IT- und Sicherheitsadministratoren müssen jedoch aktiv werden. Endpoint-Management-Tools, Antivirensoftware und andere Sicherheitslösungen müssen möglicherweise aktualisiert werden, um ms-teams_modulehost.exe als legitimen Prozess zu erkennen. Ohne diese „Allowlist“ könnten Sicherheitssysteme den neuen Prozess blockieren oder unnötige Warnungen auslösen. Microsoft rät Administratoren, ihre Konfigurationen zu prüfen, um einen reibungslosen Rollout in ihren Organisationen zu gewährleisten.

Teams im Dauertuning: Der Weg zum schlanken Client

Dieses Update setzt eine mehrjährige Optimierungsoffensive fort. Es folgt auf den umfassenden Umbau zum „neuen Teams-Client“ (Teams 2.1), dessen Rollout 2023 begann. Damals wechselte Microsoft vom Electron-Framework zur eigenen Edge-WebView2-Technologie und von Angular zur React-Bibliothek.

Der Teams-2.1-Client versprach bis zu 50 Prozent weniger Speicherverbrauch und doppelte Geschwindigkeit. Die aktuelle Trennung des Calling-Stacks ist ein gezielterer, aber bedeutender nächster Schritt. Er baut auf dem neuen Fundament auf, um die Performance in einer der kritischsten und ressourcenintensivsten Anwendungsbereiche weiter zu verfeinern. Die kontinuierlichen Verbesserungen unterstreichen den Wettbewerbsdruck auf dem Markt für Kollaborationssoftware, wo Performance zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal wird.

Ausblick: Effizienz als Basis für KI-Features

Der Rollout der neuen Architektur soll bis Ende Januar 2026 abgeschlossen sein. Damit unterstreicht Microsoft den Fokus auf Stabilität und Effizienz des Kernerlebnisses, jenseits bloßer Funktionserweiterungen. Eine schlankere Anwendung soll ein konsistent positives Nutzererlebnis auf einer breiteren Hardware-Palette ermöglichen – von Highend-Arbeitsplätzen bis zu älteren Geräten.

Langfristig könnte diese schlankere Architektur auch ein robusteres Fundament für fortschrittliche KI-Features wie den Microsoft 365 Copilot in Teams sein. Wenn Künstliche Intelligenz komplexere Aufgaben wie Meeting-Zusammenfassungen übernimmt, wird ein optimierter Client immer wichtiger. Für jetzt können Nutzer sich auf eine spürbar schnellere und stabilere Plattform für ihre tägliche Kommunikation freuen.

Anzeige

PS: Da schlankere Clients und KI‑Funktionen wie der Microsoft 365 Copilot die Komplexität in Unternehmensnetzwerken erhöhen, wächst auch das Risiko für Phishing, Malware und Fehlkonfigurationen. Das kostenlose E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ liefert einen kompakten 4‑Schritte‑Plan zur Hacker‑Abwehr, Praxisbeispiele und konkrete Maßnahmen für Endpoint‑ und Monitoring‑Teams – ideal, um den Rollout neuer Clients sicher zu begleiten. Kostenlosen Cyber‑Security‑Guide herunterladen