Microsoft schickt Tausende Entwickler ins Rennen: Der Tech-Riese lässt sein KI-Flaggschiff GitHub Copilot intern gegen das Konkurrenzprodukt Claude Code von Anthropic antreten. Dieser ungewöhnliche Schritt zeigt, wie ernst der Konkurrenzkampf um die beste KI für Software-Entwickler geworden ist.
Pragmatischer Multi-Model-Ansatz trotz OpenAI-Partnerschaft
Die interne Vergleichsstudie läuft seit vergangener Woche. Tausende Software-Ingenieure in den zentralen Teams für CoreAI sowie in der riesigen Experiences + Devices Division – verantwortlich für Windows, Office, Teams und Surface – müssen Claude Code installieren und im Alltag testen. Sie sollen Leistung, Stärken und Schwächen im direkten Vergleich zu Copilot dokumentieren.
Das Besondere: Microsoft ermutigt sogar nicht-technische Mitarbeiter wie Designer und Projektmanager, Claude Code für schnelle Prototypen zu nutzen. Das deutet auf eine umfassende Strategie hin. Der Konzern will herausfinden, wie generative KI den gesamten Produktentwicklungszyklus beschleunigen kann – von der ersten Idee bis zur fertigen Codezeile.
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Strategische Absicherung im KI-Wettlauf
Warum testet ein Unternehmen das Produkt eines Konkurrenten, wenn es mit OpenAI, dem Entwickler hinter Copilot, eine milliardenschwere Partnerschaft unterhält? Die Antwort ist pragmatisch: Microsoft setzt auf eine Multi-Model-Strategie. Verschiedene KI-Modelle haben unterschiedliche Stärken. Durch den Großtest sammelt Microsoft wertvolle Daten, wie Claude Code bei einfacher Code-Vervollständigung bis hin zu komplexen Refactoring-Aufgaben abschneidet.
Die CoreAI-Gruppe testet Claude bereits seit Monaten. Die aktuelle Direktive weitet diese Bewertung jedoch massiv aus. Microsoft hat zudem eine bestehende Partnerschaft mit Anthropic. Dessen Claude-Modelle sind bereits über die Azure-Cloudplattform verfügbar. Ein Sprecher betonte zwar, OpenAI bleibe der primäre Partner für hoch entwickelte Modelle. Gleichzeitig bestätigte er, dass Microsoft regelmäßig Konkurrenzprodukte teste, um den Markt besser zu verstehen.
KI revolutioniert die Software-Entwicklung
Der interne Pilot spiegelt einen Branchentrend wider: Entwickler nutzen zunehmend eine Suite von KI-Tools statt einer einzigen Lösung. Microsofts CEO Satya Nadella gab im April 2025 bekannt, dass bereits 30 Prozent des firmeninternen Codes KI-generiert sind – eine Zahl, die weiter wächst.
Das langfristige Ziel könnte ein multi-modales Copilot sein. GitHub, die Microsoft-Tochter hinter Copilot, hat bereits Schritte in diese Richtung unternommen. Die „Bring Your Own Key“-Funktion unterstützt bereits Modelle von Anthropic, Google und anderen Anbietern. Sollte Claude Code in bestimmten Aufgaben überzeugen, könnte Microsoft die Modelle von Anthropic tiefer in sein Angebot für Unternehmenskunden integrieren.
Konkurrenzdruck treibt Innovation voran
Der interne Wettbewerb kommt nicht von ungefähr. In Entwickler-Communities wird diskutiert, dass Claude Code bei komplexen, agentenähnlichen Aufgaben Vorteile haben könnte – besonders beim Verständnis ganzer Code-Repositories und bei anspruchsvollem Refactoring über mehrere Dateien hinweg.
Durch das Feedback Tausender eigener Mitarbeiter kann Microsoft Schwachstellen in den eigenen Produkten identifizieren und die Entwicklung beschleunigen. Der Schritt setzt auch den Hauptpartner OpenAI unter Druck, die zugrunde liegenden Modelle weiter zu verbessern. In der hoch umkämpften KI-Welt scheint kein Bündnis so fest, dass es die Erkundung aller Optionen ausschließt.
Für Millionen Entwickler weltweit ist dieser interne Konkurrenzkampf letztlich eine gute Nachricht. Er stellt sicher, dass Microsoft aggressiv die beste Technologie verfolgt, um seine Tools zu verbessern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob GitHub Copilot ein reines OpenAI-Produkt bleibt oder sich zu einem vielseitigeren, multi-modalen Assistenten entwickelt.
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