Während das Unternehmen seine Produktpalette radikal verschlankt, arbeitet es gleichzeitig an grundlegenden Leistungsverbesserungen für Windows 11. Besonders Unternehmen stehen vor der Herausforderung, veraltete Systeme rechtzeitig zu ersetzen – und das zu Zeiten massiv gestiegener Hardwarepreise.
Windows 11 bietet zwar enorme Vorteile, doch viele Nutzer zögern beim Wechsel, da sie Probleme bei der Datenübernahme oder Inkompatibilitäten befürchten. Dieser kostenlose Expertenreport zeigt Ihnen, wie der Umstieg ohne Risiko gelingt und wie Sie Windows 11 sogar gefahrlos testen können. Windows 11 Starterpaket jetzt kostenlos anfordern
Edge-Browser: Sicherheitslücken und neue Funktionen
Anfang Mai 2026 veröffentlichte Microsoft Version 148 des Edge-Browsers. Die Aktualisierung brachte nicht nur neue Funktionen für Geschäftskunden, sondern auch eine Sicherheitswarnung: In Versionen vor 148.0.3967.54 hatten Sicherheitsanalysten eine Schwachstelle entdeckt. Administratoren wurden aufgefordert, die Systeme umgehend zu aktualisieren.
Doch der neue Build hat auch seine Tücken. Nutzer berichten auf den Microsoft-Plattformen von verschiedenen Problemen: PDF-Druck funktioniert nicht richtig, die Tonwiedergabe unter Windows 11 hakt, und Tab-Sitzungen gehen verloren. Microsoft hat zudem den H.265-Codec entfernt und die Seitenleiste des Browsers eingestellt.
Für Unternehmen gibt es eine Neuerung: Am 7. Mai führte Microsoft eine Copilot-inspirierte Startseite for „Edge for Business“ ein. Die Oberfläche kombiniert Suche, Chat und Web-Erkundung – bleibt aber eine optionale Funktion, die Administratoren über Gruppenrichtlinien steuern können.
Der Druck auf die Browser-Sicherheit wächst indes rasant. Die Zahl der Phishing-Versuche erreichte im ersten Quartal 2026 mit 8,3 Milliarden einen neuen Höchststand. Besonders besorgniserregend: QR-Code-basierte Angriffe legten um 146 Prozent zu. Hauptziele bleiben das Gesundheitswesen (19 Prozent) und der Finanzsektor (18 Prozent).
Projekt K2: Mehr Tempo ohne neue Hardware
Microsoft testet derzeit eine Initiative namens Projekt K2 – ein „Jahr der Wartung“ mit Fokus auf Software-Optimierungen. Kernstück ist das „Low Latency Profile“, das in Vorschauversionen verfügbar ist. Die Funktion erlaubt es der CPU, bei kritischen Aufgaben kurzzeitig auf 96 Prozent Auslastung zu springen – etwa beim Starten von Programmen oder des Startmenüs.
Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Startzeiten von Edge und Outlook verbesserten sich um bis zu 40 Prozent. Die Reaktionsfähigkeit des Startmenüs stieg sogar um 70 Prozent. Microsoft rechtfertigt dieses aggressive Ressourcen-Management als kalkulierten Schritt zur maximalen Hardware-Effizienz.
Diese Optimierungen kommen zur rechten Zeit. Die Preise für DRAM und NAND-Speicher stiegen im ersten Quartal 2026 um 90 Prozent – für das zweite Quartal wird ein weiterer Anstieg um 50 Prozent erwartet. Die Folge: PC-Preise erhöhten sich um 25 Prozent, der globale PC-Markt dürfte 2026 um 11,3 Prozent schrumpfen.
Der große Abschied: Alte Programme werden eingestellt
Microsoft verfolgt einen umfassenden Plan zur Abschaltung veralteter Produkte. Bereits Mitte Januar endete der Support für 15 Anwendungen. Ein bedeutender Meilenstein folgt am 13. Oktober 2026, wenn Microsoft Publisher endgültig eingestellt wird. Auch mehrere bildungsorientierte und ältere Versionen von Windows 11 verlieren in diesem Jahr ihren Support.
Im Kommunikationsbereich wird der Umstieg auf „New Outlook“ zur Pflicht. Der Support für die klassischen Apps Windows Mail, Kalender und Kontakte endet am 31. Dezember 2026. Noch früher – am 25. Mai 2026 – wird Outlook Lite eingestellt. Zur Erleichterung des Übergangs startete Microsoft am 1. Mai die Plattform Agent 365 und kündigte ein umfassendes Update für die Outlook-Webversion an, mit automatischer Kalenderzuweisung und verbesserten Exportfunktionen.
Der erzwungene Umstieg auf neue Outlook-Versionen führt oft zu Fehlern in den Kontoeinstellungen oder Problemen bei der Synchronisation mit Mobilgeräten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Outlook in wenigen Minuten korrekt einrichten und mit Profi-Tricks täglich wertvolle Zeit bei Ihren E-Mails sparen. 7 Outlook Zeitspar-Tricks jetzt kostenlos entdecken
Auch auf Infrastrukturebene gibt es Pflicht-Updates. Microsoft hat eine massive Überholung der Secure-Boot-Zertifikate eingeleitet. Die ursprünglich 2011 ausgestellten Zertifikate nähern sich dem Ablauf. Der im Frühjahr gestartete Rollout kann zusätzliche Neustarts erfordern – rote Warnhinweise zeigen an, welche Hardware dringend handeln muss.
Passwort-Adieu: Die Zukunft ist schlüssellos
Der Strategiewechsel von Microsoft spiegelt einen breiteren Branchentrend wider: hin zu „phishing-resistenten“ Umgebungen. Der Konzern berichtet, dass 99,6 Prozent seiner eigenen Belegschaft bereits auf moderne Authentifizierungsmethoden umgestiegen sind. Weltweit sind laut FIDO Alliance mittlerweile 5 Milliarden Passkeys im Einsatz.
Der Abschied vom Passwort ist keine Frage der Bequemlichkeit mehr, sondern der Notwendigkeit. Angreifer nutzen zunehmend Tools wie den CloudZ-Trojaner, um SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen – indem sie die Mobil-zu-PC-Verbindungsfunktionen ausnutzen.
Windows 10: Das lange Ende einer Ära
Der Support für Windows 10 endete am 14. Oktober 2025. Zwar sind erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) bis Oktober 2026 verfügbar, doch der Druck auf Unternehmen wächst, auf Windows 11 umzusteigen. Nur so bleiben Hintergrund-Sicherheitsupdates und die für neue Software optimierte Architektur erhalten.
Trotz allem hält Windows 10 noch einen Marktanteil von geschätzt 25 Prozent. Windows 11 verzeichnet dagegen eine höhere Akzeptanz in bestimmten Segmenten – etwa bei Gamern, wo der Anteil im April 2026 bei fast 68 Prozent lag.
Ausblick: Was auf Unternehmen zukommt
Das „Jahr der Wartung“ 2026 stellt IT-Abteilungen vor eine Zerreißprobe: hohe Hardwarekosten auf der einen Seite, zwingende Software-Upgrades auf der anderen. Die Einstellung von knapp 70 Legacy-Produkten im Laufe des Jahres erfordert eine gründliche Auditierung und Migrationsplanung.
Ein weiteres Datum sollten Unternehmen bereits jetzt im Kalender markieren: Januar 2027. Dann wird Microsoft die Möglichkeit deaktivieren, Passwörter über Sicherheitsfragen in Entra ID zurückzusetzen – ein weiterer Schritt in Richtung einer vollständig passwortlosen Zukunft.
Für Organisationen, die noch ältere Produktivitätstools nutzen, sind die kommenden Monate das letzte Zeitfenster für eine stabile Migration. Dritte Alternativen wie LibreOffice liefern zwar weiter Updates – etwa das Wartungsrelease 26.2.3 Ende April. Doch die Integration KI-gestützter Tools wie Copilot Insights in die Microsoft-Suite zeigt, wohin die Reise geht: Der Konzern setzt darauf, dass gesteigerte Produktivität die Umstellungskosten für seine Geschäftskunden rechtfertigt.

