Microsoft vertieft seine KI-Strategie mit einem Millionen-Deal beim australischen Mischkonzern Wesfarmers. Die Partnerschaft zeigt: Künstliche Intelligenz wandert aus der Experimentierphase in den Kern der Bürosoftware.
Das Bündnis, das diese Woche bekannt wurde, ist ein klares Signal für den rasanten Wandel in Unternehmen. Wesfarmers wird seine Lizenzen für Microsoft 365 Copilot mehr als verdoppeln und die KI-Technologie in seine vielfältigen Geschäfte – vom Einzelhandel bis zur Industrie – integrieren. Microsoft positioniert Copilot damit nicht länger als nettes Add-on, sondern als grundlegende Betriebsschicht in den alltäglich genutzten Office-Anwendungen.
Vom Pilotprojekt zur Flächenwirkung
Die Zusammenarbeit folgt auf eine Aussage von Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman. Er sagte diese Woche voraus, dass die meisten routinemäßigen Büroaufgaben am Computer in den nächsten 12 bis 18 Monaten von KI automatisiert werden könnten. Die Wesfarmers-Partnerschaft liefert nun die Blaupause dafür, wie das in der Praxis aussehen soll.
Der Fokus liegt auf gemeinsamer Innovation in Schlüsselbereichen: Lieferkettenoptimierung, digitalen, KI-gesteuerten Verkaufsflächen und der Beschleunigung von Prozessen in Finanzen und Marketing. Wesfarmers will durch KI-Agenten in Microsofts Ökosystem die Nachfrageprognose und Lagerverwaltung verbessern – für bessere Produktverfügbarkeit und weniger operative Komplexität.
Ein Erfolgsbeispiel gibt es bereits: Die Baumarktkette Bunnings, eine Tochter von Wesfarmers, setzt seit 2025 einen KI-Assistenten für ihre Filialteams ein. Dieser liefert schnellen Zugriff auf Produktinformationen und Betriebsdaten. Das Ergebnis? Mitarbeiter verbringen mehr Zeit mit Kunden und weniger mit der Suche nach Informationen. Microsoft unterstützt die nun ausgeweitete Einführung mit eingebetteter Technikexpertise und etablierten Governance-Modellen.
Copilot wird zum eigenständigen „Agenten“
Die Technologie dahinter entwickelt sich rasant weiter. Microsoft formt Copilot aktuell von einem simplen Chat-Assistenten zu einem kontextverstehenden „Agenten“ um. Dieser kann mehrstufige Aufgaben über verschiedene Anwendungen hinweg ausführen.
Seit Anfang 2026 betont Microsoft diesen Shift zu „Agent-style“-Erlebnissen. Die KI hilft nun in Word, Excel und PowerPoint durch einen geführten Prozess beim Entwerfen, Bearbeiten und Verfeinern von Arbeiten. Ein Update vom 11. Februar kündigte zudem an: Die kostenlose Copilot-Version in Outlook erhält im März ein Major-Upgrade. Sie wird dann in der Lage sein, Zusammenhänge über den gesamten Posteingang und Kalender eines Nutzers hinweg zu „verstehen“ – ein dramatischer Nutzenzuwachs ohne Aufpreis.
Weitere Neuerungen diesen Monat: Ein Ein-Klick-„Zusammenfassen“-Button für E-Mails in Outlook und die künftige Integration eines neuen GPT-Image-1.5-Modells für schnellere und qualitativ hochwertigere Bildgenerierung.
Apropos Outlook — wenn die KI künftig E‑Mails zusammenfasst und kalenderübergreifend versteht, zahlt es sich aus, das Programm sauber einzurichten. Der kostenlose Outlook‑Spezialkurs erklärt Schritt für Schritt Kontoeinrichtung, Synchronisation mit Smartphone und praktische Zeitspar‑Tricks für E‑Mail, Kalender und Termine. Ideal, damit Sie die neuen Copilot‑Funktionen sofort effizient nutzen können. Jetzt kostenlosen Outlook-Ratgeber herunterladen
Die Neuordnung der Wissensarbeit
Die tiefe Integration von KI in Microsoft Office beginnt, die Wissensarbeit neu zu definieren. Die Vision von KI-Chef Suleyman nimmt konkrete Formen an. Am 12. Februar zeigte Microsoft, wie ein KI-Agent die Arbeitsabläufe in der Führungsetage eines großen Baustoffherstellers transformiert.
Die Zahlen untermauern den Trend: Ein aktueller „Cyber Pulse“-Report vom 10. Februar ergab, dass 80 Prozent der Fortune-500-Unternehmen bereits aktive KI-Agenten einsetzen. Für Microsoft wird das Management dieser großflächigen Einführung immer wichtiger. Das Unternehmen rüstet daher seine Governance- und Analysetools auf. Im Fokus steht die „Control Plane“ mit dem Copilot Dashboard und der Integration von Microsoft Purview. Diese Tools sollen Unternehmen klare Einblicke in Nutzungsraten geben, den Konfigurationsfortschritt tracken und Governance-Lücken bei sensiblen Daten schließen, bevor sie zu großen Risiken eskalieren.
Der Weg für Microsoft Office ist vorgezeichnet: Es verwandelt sich in eine umfassende, KI-getriebene Produktivitätsmaschine. Die Zukunft komplexer Arbeitsabläufe wird zunehmend automatisiert und durch künstliche Intelligenz erweitert. Die Frage für Unternehmen ist nicht mehr ob, sondern wie schnell und effektiv sie diese Technologie einsetzen können, um wettbewerbsfähig zu bleiben.





