Ein fehlerhaftes Outlook-Update, ablaufende Zertifikate und neue Einschränkungen für alte Apple-Geräte setzen Microsoft derzeit unter Druck. Besonders Unternehmen müssen jetzt handeln.
Outlook für Mac: Update löscht E-Mail-Verlauf
Mitte Juni 2026 veröffentlichte Microsoft die Version 16.110 (Build 26061317) von Outlook für Mac – und sorgte damit für Chaos in der E-Mail-Kommunikation. Das Problem: Beim Antworten oder Weiterleiten von Nachrichten wird der gesamte bisherige E-Mail-Verlauf automatisch gelöscht. Betroffen sind sowohl HTML- als auch reine Textnachrichten.
Der Fehler macht es nahezu unmöglich, den Kontext längerer Unterhaltungen zu behalten. Microsoft hat das Problem zwar bestätigt, einen konkreten Zeitplan für einen Fix gibt es jedoch nicht. Betroffene Nutzer müssen vorerst auf Version 16.109.3 zurückstufen und die automatischen Updates deaktivieren. Alternativ weichen einige auf die Standardversion von Outlook aus, bis ein Patch bereitsteht.
Alte Apple-Geräte: Nur noch Lesen und Drucken ab Juli
Ein härterer Einschnitt steht am 13. Juli 2026 bevor. Dann schaltet Microsoft Office auf älteren Apple-Geräten in einen eingeschränkten Modus. Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote lassen sich dann nur noch zum Lesen und Drucken nutzen – Erstellen oder Bearbeiten von Dokumenten ist nicht mehr möglich.
Der Grund: Ein digitales Zertifikat läuft ab. Wer weiterhin die volle Funktionalität nutzen will, braucht mindestens macOS 14 sowie Office Version 16.83 oder höher. Auch iPhone- und iPad-Nutzer sind betroffen: Hier ist iOS 17 oder neuer Pflicht.
Sicherheitsalarm: Zertifikat abgelaufen, Exchange-Lücke geschlossen
Das ablaufende Zertifikat und die Exchange-Lücke setzen Ihr Unternehmen unter Zugzwang. Ohne sofortige Patches drohen Startprobleme und Datenverlust. Unser Report liefert eine Checkliste für Mac-Kompatibilität, eine Downgrade-Anleitung für Outlook und einen Sicherheitspatch-Plan. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Am 24. Juni 2026 erreichte ein kritisches Secure-Boot-Zertifikat (UEFI CA 2011) sein Ablaufdatum. Microsoft warnt: Ungepatchte PCs drohen mit Startproblemen. Nötig ist das Update KB5025885 sowie aktuelle OEM-Firmware-Updates.
Bereits am 22. Juni wurde ein Proof-of-Concept für eine SSRF-Sicherheitslücke in Exchange Web Services (CVE-2026-45502) veröffentlicht. Microsoft hatte den Fehler jedoch schon im Juni-Update KB5094139 für Exchange Server 2016 und 2019 behoben. Zusätzlich warnte das indische CERT-In am 24. Juni vor einer Authentifizierungslücke in Microsoft 365 Copilot, die unbefugten Zugriff auf sensible Daten in Teams und Office-Apps ermöglichen könnte.
Windows 11: Neues Feature für Systemwiederherstellung
Seit dem 23. Juni 2026 rollt Microsoft das Update KB5095093 für Windows 11 aus. Es bringt eine Point-in-Time-Wiederherstellungsfunktion mit, die 72-Stunden-System-Snapshots erstellt. Zudem wurden ein Benennungsfehler im Papierkorb behoben und der Datei-Explorer verbessert.
Copilot: Automatische Installation und neues Abrechnungsmodell
Ihre IT-Administratoren kämpfen mit Outlook-Fehlern, Mac-Sperren und neuen Copilot-Risiken – während Microsoft die Abrechnung umstellt. Unser Report hilft Ihnen, den Überblick zu behalten und Prioritäten zu setzen. Sicherheits-Report jetzt sichern
Seit Ende Juni installiert Microsoft die Microsoft 365 Copilot-App automatisch auf kommerziellen Windows-11-Geräten – über den Office-Updater. IT-Administratoren können dies zwar im Admin-Center unterbinden, standardmäßig ist die App jedoch aktiviert. Ausgenommen sind Geräte im Europäischen Wirtschaftsraum, wo Datenschutzbedenken (GDPR) die automatische Installation verhindern.
Parallel dazu hat Microsoft die Abrechnung für KI-Dienste grundlegend umgestellt. Seit dem 16. Juni 2026 gilt nicht mehr die pauschale Gebühr von 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat für Copilot Cowork. Stattdessen wird nun ein verbrauchsbasiertes Creditsystem genutzt. IT-Abteilungen müssen Credit-Pools verwalten und neue Budgetkontrollen einführen. Die Nachfrage bleibt dennoch hoch: Allein TCS, Infosys und Wipro haben Microsoft 365 Copilot in den letzten sechs Monaten für über 300.000 Mitarbeiter ausgerollt.

