Ab Juli 2026 droht Nutzern veralteter Office-Apps auf älteren Macs und iPhones der Verlust aller Bearbeitungsfunktionen. Der Konzern begründet den Schritt mit ablaufenden Sicherheitszertifikaten.
Microsoft verschärft seine Update-Politik drastisch. Wer auf einem älteren Apple-Gerät mit veralteter Office-Software arbeitet, wird ab dem 13. Juli 2026 nur noch Dokumente ansehen und ausdrucken können. Das Bearbeiten, Speichern oder Neuanlegen von Dateien in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote wird dann blockiert.
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Der Grund: Microsoft lässt Sicherheitszertifikate auslaufen, die für die Lizenzprüfung unerlässlich sind. Ohne gültiges Zertifikat können die Apps nicht mehr nachweisen, dass sie ordnungsgemäß lizenziert sind – und schalten in den „Reduced Functionality Mode“. Bestehende Dateien bleiben zwar lesbar und sicher, aber die Produktivität endet abrupt.
Welche Apple-Geräte sind betroffen?
Die Einschränkung trifft vor allem Nutzer älterer Hardware. Um weiterarbeiten zu können, müssen Mac-Besitzer mindestens macOS 12 (Monterey) installiert haben. Auf dem iPhone oder iPad ist iOS 17 oder neuer Pflicht. Wer auf macOS 11 oder iOS 16 festsitzt, hat ein Problem: Diese Geräte lassen sich nicht mehr auf die erforderliche Version aktualisieren.
Besonders hart trifft es Anwender von Office 2019 für Mac. Diese Version erreichte bereits im Oktober 2023 ihr offizielles Support-Ende. Seitdem gibt es keine Sicherheitspatches mehr – und damit auch keine Möglichkeit, die benötigten Zertifikate zu erneuern. Gerade kleine Unternehmen und Privatnutzer, die auf den einmaligen Kaufpreis statt auf ein Abo gesetzt haben, stehen nun vor einer Zäsur.
Strenge Lizenzkontrolle und satte Preiserhöhungen
Der Schritt ist Teil einer umfassenden Verschärfung von Microsofts Lizenzpolitik. Bereits am 1. Mai 2026 strich der Konzern die 30-tägige Gnadenfrist für Geschäftskunden bei der Lizenzverlängerung. Früher blieb die Software trotz Zahlungsverzögerungen funktionsfähig. Jetzt gilt: Ohne aktive, in Echtzeit geprüfte Lizenz gibt es sofort den Read-Only-Modus.
Parallel dazu kündigt Microsoft für den 1. Juli 2026 eine der größten Preisanhebungen der letzten Jahre an. Einige Abo-Modelle verteuern sich um bis zu 33 Prozent:
- Microsoft 365 F1: +33 Prozent
- Microsoft 365 F3: +25 Prozent
- Microsoft 365 Business Basic: +17 Prozent
- Office 365 E3: +13 Prozent
- Microsoft 365 E5: +5 Prozent
Die höheren Kosten werden mit neuen Funktionen begründet, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz. Am 1. Mai startete zudem die neue Spitzenlizenz Microsoft 365 E7, die Copilot und die KI-Steuerungsplattform Agent 365 integriert.
Auch Office 2021 steht vor dem Aus
Während der Juli-Termin für Apple-Nutzer die unmittelbare Hürde darstellt, zeichnet sich am Horizont bereits die nächste ab: Office 2021, die letzte populäre Kaufversion, erreicht am 13. Oktober 2026 das Support-Ende. Dann gibt es weder Sicherheitsupdates noch Fehlerbehebungen oder technischen Support.
Nach dem Aus für Office 2016 und 2019 im Oktober 2025 bleibt für Freunde des einmaligen Kaufs nur noch Office 2024 (LTSC) – die Long-Term-Servicing-Chain-Version. Doch die ist im Funktionsumfang deutlich beschnittener als die Cloud-Varianten und erhält keine KI-Features.
Was bedeutet das für Unternehmen und Nutzer?
Microsoft treibt seine SaaS-Strategie (Software as a Service) konsequent voran. Durch die verknüpfung von Bearbeitungsfunktionen mit aktiven Zertifikaten und unterstützten Betriebssystemen entsteht ein „Leiter-Effekt“: Hardware, Betriebssystem und Software müssen im Gleichschritt aktualisiert werden. Wer eines der Glieder vernachlässigt, verliert die volle Funktionalität.
Für IT-Administratoren heißt das: Jetzt Inventur machen. Alle Macs mit macOS 11 und iPhones mit iOS 16 müssen identifiziert werden. Da der 13. Juli ein hartes Zertifikats-Ablaufdatum ist, wird es keine Ausnahmen oder Workarounds geben.
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Als kurzfristige Lösung können betroffene Nutzer auf die Web-Versionen von Office ausweichen – sie unterliegen nicht den lokalen Zertifikatsanforderungen. Wer jedoch volle Desktop-Funktionalität braucht, kommt um einen Umstieg auf neuere Hardware – vorzugsweise mit Apple Silicon oder Windows 11 – nicht herum.
Die Botschaft aus Redmond ist unmissverständlich: Der einmalige Softwarekauf als dauerhafte Lösung gehört der Vergangenheit an. Microsofts Zukunft heißt Abo, Cloud und KI – zu deutlich höheren Preisen.

