Microsofts April-Update für Windows 11 sorgt für Ärger

Aktuelle Microsoft-Sicherheitsupdates führen zu weitreichenden USB-Störungen und Druckerausfällen. Auch RDP-Anzeigefehler und Systemabstürze werden gemeldet.

Die aktuellen Sicherheitsupdates von Microsoft verursachen bei Unternehmen und Privatnutzern massive Probleme mit USB-Geräten und Druckern.

USB-Probleme und Systemabstürze

Seit Ende April häufen sich die Meldungen über Verbindungsabbrüche bei USB-Hardware. Besonders betroffen: Nutzer von Datenerfassungsboards des Herstellers National Instruments. Deren USB-6421-Module liefern auf Windows-11-Desktops zeitweise gar keine Messwerte mehr – während die gleiche Hardware an Laptops einwandfrei funktioniert. Die Ursache scheint in den jüngsten Systemänderungen zu liegen.

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Dell reagierte bereits am 28. April mit aktualisierten Fehlerbehebungsanleitungen. Der Hersteller empfiehlt einen mehrstufigen Rettungsprozess: BIOS-Reset und Treiberaktualisierung über die SupportAssist-Software. Ein Zeichen dafür, dass die manuelle Fehlersuche für viele Anwender unumgänglich wird.

Noch gravierender: Das Update KB5083769 führt zu Timeouts bei wichtigen Systemdiensten wie dem Background Intelligent Transfer Service (BITS). In manchen Fällen friert der Rechner komplett ein – besonders nach längeren Ruhepausen. Auch professionelle Anwendungen wie AutoCAD Advance Steel bleiben davon nicht verschont.

Das Ende des Legacy-Drucks

Doch nicht alle Probleme sind unbeabsichtigt. Microsoft treibt den Wechsel von „Legacy Print“ zu „Modern Print“ auf Basis des Internet Printing Protocol (IPP) voran. Die alte Druckarchitektur mit ihren PCL- und PostScript-Treibern galt lange als Sicherheitsrisiko – Stichwort PrintNightmare.

Der neue Standard kommt ohne klassische Treiber aus und verspricht mehr Sicherheit. Der Haken: Ältere Druckermodelle, die nur über Port 9100 ohne Authentifizierung kommunizieren, werden schlicht nicht mehr unterstützt. Für Unternehmen mit älterer Hardware bedeutet das: Modernisierung oder Verzicht auf Updates.

RDP-Anzeigefehler: Workarounds statt Lösungen

Auch die Remotedesktop-Funktion macht Probleme. Microsoft bestätigte am 28. April: Wer mehrere Monitore mit unterschiedlichen Skalierungseinstellungen nutzt (etwa 100 Prozent auf dem Haupt-, 125 Prozent auf dem Zweitbildschirm), bekommt Sicherheitswarnungen zu sehen, deren Text sich überlappt oder deren Schaltflächen verdeckt sind.

Die Warnungen sollten eigentlich vor Phishing-Angriffen über RDP schützen – genau jener Angriffsvektor, den die Sicherheitslücke CVE-2026-26151 betrifft. Bis Microsoft einen dauerhaften Fix liefert, bleibt nur: Einheitliche Skalierung einstellen oder per Tastatur durch die Dialoge navigieren.

Das Problem betrifft übrigens nicht nur Windows 11, sondern auch Windows 10 (KB5082200) und verschiedene Windows-Server-Versionen.

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Windows-Updates: Mehr Kontrolle für den Nutzer

Die monatlichen Updates sind inzwischen auf bis zu fünf Gigabyte angewachsen – ein logistischer Albtraum für Unternehmen. Microsoft hat reagiert: Im Rahmen des Projekts „Windows K2“ testet der Konzern eine „unbegrenzte Pause“-Funktion für Updates.

Aria Hanson, Principal Product Manager bei Microsoft, erklärte, man habe über 7.600 Nutzerrückmeldungen ausgewertet. Künftig sollen Anwender Updates zunächst für 35 Tage pausieren können – und diese Pause beliebig verlängern. Auch das Herunterfahren und Neustarten soll ohne erzwungene Update-Installation möglich sein.

Das Ziel: Treiber-, .NET- und Firmware-Updates in einem monatlichen Paket bündeln, den Explorer und das Startmenü beschleunigen und die Insider-Programme vereinfachen.

Ausblick: Mehr Freiheit, mehr Verantwortung

Die aktuellen Probleme zeigen: Selbst ein dominantes Betriebssystem mit 72,5 Prozent Marktanteil kämpft mit der Vielfalt der Hardware-Ökosysteme. Die fünfgigabytegroßen Updates liefern zwar wichtige Sicherheitspatches, aber ihre Größe bleibt eine Herausforderung.

Microsoft arbeitet an einem dauerhaften Fix für die RDP-Anzeigefehler. Mit dem Windows Admin Center, das seit dem 20. April in der zweiten öffentlichen Vorschau des „Virtualization Mode“ läuft, will der Konzert IT-Administratoren leistungsfähigere Werkzeuge an die Hand geben.

Doch Experten warnen: Die Möglichkeit, Updates unbegrenzt zu verschieben, könnte langfristig neue Sicherheitsrisiken schaffen. Wer aus Sorge vor Hardware-Inkompatibilitäten kritische Patches zurückhält, öffnet Angreifern Tür und Tor.