Ein überparteiliches Bündnis von 14 US-Abgeordneten hat aufgedeckt, dass ausländische Gegner kommerzielle Standortdaten nutzen, um amerikanische Soldaten im Nahen Osten und anderen Kriegsgebieten ins Visier zu nehmen. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte mehrere Meldungen über die Ausspähung eigener Truppen.
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Daten aus der Werbeindustrie als Waffe
Die Enthüllung vom 29. Mai 2026 ist die erste offizielle Bestätigung, dass US-Streitkräfte in aktiven Kampfzonen über diesen spezifischen Weg angegriffen wurden. Bereits Mitte April hatte CENTCOM in einer internen Mitteilung eingeräumt, dass Gegner Daten kaufen, um Truppenbewegungen zu überwachen.
Im Kern geht es um die kommerzielle Standortverfolgung, wie sie in der Werbebranche alltäglich ist. Smartphone-Werbe-IDs, eingebettete Tracker und mobile Browser sammeln Daten darüber, wo sich Soldaten aufhalten. Feindliche Akteure nutzen diese Informationen, um Angriffe mit Raketen, Drohnen oder Sprengfallen zu planen.
Senator Ron Wyden und Abgeordneter Pat Harrigan, ein ehemaliger Elitesoldat der Army Special Forces, warnen vor einem massiven Sicherheitsleck. Das Problem sei dem Pentagon seit rund einem Jahrzehnt bekannt – gehandelt habe man aber viel zu langsam. Erst Anfang Mai habe CENTCOM die administrative Möglichkeit geschaffen, die Standortfreigabe auf Diensthandys zu deaktivieren.
Kongress fordert sofortige Maßnahmen
In einem Brief an die Pentagon-Chefin für Informationstechnologie, Kirsten Davies, fordern die Abgeordneten nun sofortige Änderungen der Geräte-Richtlinien. Das Pentagon habe Empfehlungen von NSA und CISA zur Deaktivierung von Werbe-IDs auf Diensthandys bislang ignoriert.
Konkret verlangt der Kongress:
– Die administrative Abschaltung von Werbekennungen auf allen eingesetzten Geräten
– Ein Verbot datensammelnder Browser wie Google Chrome auf Militärhardware
– Die Umstellung auf datenschutzfreundliche Browser und gehärtete Standorteinstellungen
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Harrigan betont: Browser, die auf Datensammlung ausgelegt seien, lieferten Gegnern im Grunde eine Waffe gegen die eigenen Truppen. Google verteidigte seinen Chrome-Browser unter Verweis auf Sicherheitsfunktionen und die historische Unterstützung des Konzerns für strengere Regeln bei Datenhändlern.
Von der Privatsphäre zur nationalen Sicherheit
Die Bestätigung dieser Bedrohung verschiebt die Deabtte um die Werbetechnologie-Branche grundlegend. Senator Wyden erklärte, das Werbe-Ökosystem müsse nun als direkte Bedrohung der nationalen Sicherheit betrachtet werden. Analysten erwarten, dass dies beschleunigte Regulierungen auslösen könnte.
Die wirtschaftliche Dimension ist enorm. Allein Alphabet erzielte 2025 Werbeeinnahmen von umgerechnet rund 270 Milliarden Euro – das entspricht 74 Prozent des Gesamtumsatzes. Meta verdiente mit Werbung etwa 180 Milliarden Euro, satte 97 Prozent seiner Einnahmen. Auch andere Konzerne expandieren rasant: Walmart steigerte sein Werbegeschäft um 31 Prozent, Netflix rechnet 2026 mit einer erneuten Verdopplung seiner Werbeerlöse.
Militärexperten betonen: Solange persönliche Elektronikgeräte in Einsatzgebieten erlaubt sind, helfen nur strenge Gerätevorschriften, minimierte App-Berechtigungen und eine klare Trennung zwischen Privatgeräten und Einsatzumgebung.

