Am 22. Oktober 2026 startet das UN-Institut für Abrüstungsforschung (UNIDIR) in New York das erste internationale Multi-Stakeholder-Forum zu künstlicher Intelligenz in der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik sowie im militärischen Bereich.
Nach Angaben von UNIDIR-Direktor Robin Geiss handelt es sich dabei um die bisher erste und einzige Plattform dieser Art innerhalb des Systems der Vereinten Nationen. Das permanente Forum wird gemeinsam mit der Schweiz und Pakistan ins Leben gerufen und bringt Regierungsvertreter, Rüstungsunternehmen, Softwareentwickler sowie Vertreter aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft an einen Tisch.
Leitlinien für Unternehmen und Schutz vor Missbrauch
Inhaltlich konzentriert sich das neu gegründete Forum auf drei zentrale Schwerpunkte. Zunächst soll in Zusammenarbeit mit dem UN-Menschenrechtsbüro ein Rahmenwerk für verantwortungsvolles Unternehmensverhalten erarbeitet werden. Dieses sieht praktische, freiwillige Leitlinien für Firmen in der Design- und Entwicklungsphase militärischer KI-Systeme vor, um die Einhaltung des Völkerrechts und der Menschenrechte sicherzustellen. Begleitend dazu sind Konsultationen mit Rüstungstechnikkonzernen, Softwareentwicklern, Subunternehmern und Investoren vorgesehen.
Als zweiter Schwerpunkt folgt am 23. Oktober 2026 der Start eines gemeinsamen Sicherheitslexikons, das zentrale Begriffe wie Autonomie und Sicherheit präzisieren soll. Der dritte Pfeiler widmet sich den Risiken eines Missbrauchs militärischer KI durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppierungen bei der Einsatzplanung, Durchführung und Logistik.
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Neben dem Forum selbst plant UNIDIR diesbezüglich eine separate initiative und vertiefte Beratungen gemeinsam mit dem UN-Institut für Ausbildung und Forschung (UNITAR) sowie Österreich.
Breite Verankerung und wachsende Eskalationsrisiken
Organisatorisch ist das Forum an das im Sommer 2026 in Genf gegründete Exzellenzzentrum für KI, Frieden und Sicherheit angebunden. Finanziert wird dieses Zentrum von allen fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und Atommächten: den Vereinigten Staaten, Russland, China, Großbritannien und Frankreich.
Hintergrund der Initiative sind wachsende Sorgen über die militärische Nutzung von Algorithmen. Robin Geiss warnte in New York davor, dass künstliche Intelligenz zunehmend menschliche Entscheidungen im Militär verdränge, was inzwischen auch Frühwarnsysteme, Aufklärung und den Nuklearbereich erfasse.
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Wenn KI Aufgaben von der Geheimdienstanalyse über Zielerfassungen bis hin zu Drohnenoperationen übernehme, verkürzten sich Entscheidungszyklen auf Maschinengeschwindigkeit. Dies erhöhe das Risiko von Fehlentscheidungen und einer unbeabsichtigten Eskalation drastisch, während unklar bleibe, ab wann die menschliche Kontrolle gänzlich verloren gehe.
Geiss betonte am 20. Oktober 2026, dass das Thema militärische KI nicht länger unbeachtet bleiben dürfe und die Staatengemeinschaft an einem Scheideweg stehe. Dabei verwies er auch auf einen Vorschlag der USA an China aus dem September 2026 zur Einrichtung einer Kommunikationsleitung und eines KI-Sicherheitswarnsystems für Zwischenfälle. Parallel dazu fordert UN-Generalsekretär António Guterres weiterhin ein völkerrechtlich verbindliches Verbot tödlicher autonomer Waffensysteme.

