MiMo Code V0.1.0: Xiaomi stellt KI-Coding-Assistenten quelloffen

Xiaomi bringt mit MiMo Code einen quelloffenen Coding-Assistenten mit persistentem Gedächtnis. Benchmarks zeigen teils bessere Werte als Claude Code.

Mit MiMo Code V0.1.0 veröffentlichte das Unternehmen diese Woche einen quelloffenen Coding-Assistenten, der direkt im Terminal läuft und komplexe, mehrstufige Programmieraufgaben eigenständig erledigen kann. Die Software steht unter der MIT-Lizenz — ein klares Signal an die Entwickler-Community.

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Dauerhaftes Gedächtnis für komplexe Projekte

Was MiMo Code von Konkurrenzprodukten wie Claude Code unterscheidet, ist sein persistentes Gedächtnissystem. Es basiert auf der Volltext-Suchmaschine SQLite FTS5 und erlaubt dem Assistenten, Kontext über mehrere Sitzungen hinweg zu behalten. Ein Hintergrund-Subagent verwaltet Projektdaten, Sitzungs-Checkpoints und Aufgabenprotokolle.

Das System bietet mehrere spezialisierte Betriebsmodi: Build, Plan und Compose. Der Compose-Modus ist für die vollständige Workflow-Automatisierung gedacht — der Agent führt komplexe Abläufe selbstständig aus. Für die Langzeitspeicherung haben die Xiaomi-Entwickler einen ungewöhnlichen Befehl eingebaut: Mit /dream wird eine wöchentliche Wartung angestoßen, die alte Sitzungsdaten komprimiert und destilliert. So bleibt der Assistent auch bei länger laufenden Projekten effizient.

Installieren lässt sich MiMo Code auf macOS und Linux per einfachem curl-Befehl. Windows-Nutzer müssen auf npm zurückgreifen.

Starke Leistung bei komplexen Aufgaben

Die internen Tests und Branchen-Benchmarks sprechen eine deutliche Sprache. In einem doppelblinden A/B-Test mit 576 Entwicklern erreichte MiMo Code eine Erfolgsquote von über 65 Prozent bei Aufgaben mit mehr als 200 Einzelschritten.

Auf den standardisierten Benchmarks SWE-bench Pro und Terminal Bench 2 erzielte die Version V0.1.0 Werte von 62 Prozent beziehungsweise 73 Prozent — rund fünf Prozentpunkte besser als etablierte Konkurrenten wie Claude Code. Auf Terminal-Bench 2.0 knackte das System sogar die 86-Prozent-Marke.

Angetrieben wird der Assistent vom hauseigenen MiMo-V2.5-Pro-Modell mit 1,02 Billionen Parametern und einem Kontextfenster von einer Million Tokens. Das entspricht in etwa der Länge von drei dicken Romanen — genug, um ganze Codebasen im Blick zu behalten. Zwar unterstützt das System auch Drittanbieter wie DeepSeek, GLM und Kimi, doch Xiaomi lockt Early Adopters mit zeitlich begrenztem Gratiszugang zum eigenen MiMo-V2.5-Modell.

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Kein Code nötig: Xiaomi denkt über Entwickler hinaus

Parallel zum Coding-Assistenten kündigte Xiaomi MiMo SoloEngine an — eine No-Code-Plattform, die KI-Agenten auch für Nicht-Programmierer zugänglich machen soll. Buchhalter, Steuerberater oder Juristen sollen damit branchenspezifische Arbeitsabläufe automatisieren können. Die Plattform nutzt eine ReAct-Architektur und das Model Context Protocol (MCP).

Die Veröffentlichungen sind Teil einer massiven Expansion der KI-Infrastruktur. Xiaomi meldete zuletzt, dass die täliche Token-Nutzung auf der MiMo-Plattform die Marke von einer Billion Tokens überschritten hat. Um das Wachstum zu finanzieren, hat der Konzern einen Drei-Jahres-Investitionsplan über umgerechnet rund 75 Milliarden Euro aufgelegt — gewidmet dem Ausbau des „Modell + Agenten“-Ökosystems.