Mini-PCs mit 126 TOPS: AMD startet Ryzen-KI-Offensive

Hersteller präsentieren leistungsstarke Mini-Computer für lokale KI-Anwendungen ohne Cloud-Anbindung.

Gleich mehrere Hersteller präsentieren diese Woche neue Mini-PCs, die große Sprachmodelle direkt auf dem Gerät ausführen – ohne Cloud-Anbindung.

AMD, GMKtec und GEEKOM haben Systeme vorgestellt, die speziell für anspruchsvolle KI-Workloads entwickelt wurden. Der Trend ist klar: Rechenleistung für KI wandert vom Rechenzentrum zurück auf den Schreibtisch.

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AMDs Antwort auf Apple und Nvidia

AMD hat am 16. Juni 2026 den Vorverkauf für seine Ryzen AI Halo Developer Platform gestartet. Das System kostet rund 3.700 Euro und wird über den US-Händler MicroCenter vertrieben. Im Herzen arbeitet der Ryzen AI Max+ 395 mit 16 Zen-5-Kernen und einer Radeon 8060S als integrierter Grafikeinheit.

Die beeindruckende Zahl: 126 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) an KI-Leistung. Dazu kommen 128 Gigabyte einheitlicher LPDDR5X-8000-Speicher. Damit tritt das System direkt gegen Apples M4-Pro-Modelle und Nvidias DGX Spark an.

Parallel dazu kündigte GMKtec am 17. Juni den EVO-X3 Mini-PC an. Auch er setzt auf den Ryzen AI Max+ 395 und unterstützt bis zu 128 GB RAM. Das Besondere: ein vertikales Design mit Metall-Lamellen sowie Anschlüsse wie OCuLink, USB4 und Wi-Fi 7. Eine Top-Version soll 4 TB Speicher und ein eigenes Gateway für lokale Dienste bieten.

Leistungsstark, aber nicht unschlagbar

Tests der Vorgänger-Modelle zeigen, was die „Strix Halo“-Architektur leisten kann. Der GMKtec EVO-X2 verarbeitet rund 11 Tokens pro Sekunde bei großen Sprachmodellen. Dank des einheitlichen Speichers lassen sich Modelle laden, die bis zu 110 GB VRAM unter Linux belegen.

Doch es gibt einen Haken: Die Speicherbandbreite bleibt hinter hochwertigen, dedizierten Profi-Grafikkarten zurück. Für viele KI-Anwendungen reicht die Leistung dennoch – und das direkt vor Ort.

Profi-Version mit noch mehr Speicher

Für Unternehmen gibt es die Ryzen AI Max+ PRO 495 aus der Gorgon-Halo-Serie. Sie unterstützt bis zu 192 GB einheitlichen Speicher und liefert allein aus der neuronalen Verarbeitungseinheit (NPU) 55 TOPS.

Der GMKtec EVO-X3 soll eines der ersten Systeme mit dieser Profi-Variante sein. Ab dem dritten Quartal 2026 werden voraussichtlich weitere OEM-Geräte folgen. Diese Mini-PCs richten sich an Unternehmen, die sensible Daten lokal verarbeiten müssen – etwa für Retrieval-Augmented Generation (RAG), also KI-Systeme, die auf eigenen Datenbanken basieren.

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KI auch für unterwegs und den kleinen Geldbeutel

Auch mobile Geräte profitieren vom KI-Trend. Am 16. Juni startete das OneXPlayer X2 Mini Pro auf Indiegogo – zum Preis von rund 2.200 Euro. Statt des ursprünglich beworbenen 16-Kern-Prozessors verbaut der Hersteller nun den 8-Kern-Ryzen AI Max+ 388. Das Gerät bietet ein 8,8-Zoll-OLED-Display mit 144 Hertz und eine spezielle Kühlung. Die Auslieferung soll im Juli 2026 beginnen.

Für preisbewusste Nutzer bringt MINIX den N304-AI Mini-PC auf den Markt. Er nutzt den Intel Core 3 Prozessor 304 aus der Wildcat-Lake-Familie. Mit 24 TOPS liegt die KI-Leistung deutlich unter den AMD-Flaggschiffen. Dafür ist das Gerät für Homeoffice, Bildung und Edge-Computing gedacht – überall dort, wo lokale KI-Beschleunigung nützlich ist. Zur Ausstattung gehören 16 GB LPDDR5X und zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse.

KI-Hardware für die breite Masse

GEEKOM erweitert seine Präsenz im US-Einzelhandel. Seit dem 17. Juni ist die Produktpalette über den Fachhändler B&H Photo Video erhältlich. Dazu gehört das Modell A9 Max mit dem Ryzen AI 9 HX370, das bereits für sein Design ausgezeichnet wurde.

Der Schritt fällt mit einem Sommer-Sale zusammen, der am 15. Juni begann. Die Botschaft ist klar: KI-fähige Hardware, die bisher Enthusiasten und Unternehmen vorbehalten war, soll nun über etablierte Elektronikhändler zum Massenprodukt werden.