Mini-PCs zur IFA: 192 GB Speicher für lokale KI-Modelle

Auf der IFA 2026 zeigen Minisforum, GMKtec, Acemagic, Lenovo und Acer kompakte Rechner für lokale KI-Modelle und Cluster-Einsätze.

Im Rahmen der IFA 2026 in Berlin zeigen führende Hardware-Hersteller vom 4. bis zum 8. September eine neue Generation kompakter Desktop-Systeme. Im Fokus stehen dabei Mini-PCs und Workstations, die speziell für lokale KI-Workloads konzipiert wurden. Diese Geräte zeichnen sich durch hohe Speicherkapazitäten und dedizierte GPU-Konfigurationen aus, um komplexe Sprachmodelle und KI-Agenten ohne Cloud-Anbindung direkt auf dem Endgerät auszuführen.

Minisforum setzt auf hohe Speicherkapazitäten und Cluster-Lösungen

Der Hersteller Minisforum kündigte auf der Messe die Modelle AI Agent NAS N5 Max-P495 und die Mini-Workstation MS-S1 Max-P495 an. Beide Systeme basieren auf dem AMD Ryzen AI Max+ Pro 495, der eine Leistung von 131 TOPS erbringt. Die Geräte sind mit bis zu 192 GB Unified Memory (LPDDR5X-8533) ausgestattet, wovon bis zu 160 GB als Grafikspeicher (VRAM) reserviert werden können.

Die Workstation MS-S1 wurde laut Berichten für den Einsatz in Rechen-Clustern optimiert. Ein Verbund aus zwei Einheiten in einem 2U-Rack soll in der Lage sein, ein KI-Modell mit 235 Milliarden Parametern bei einer Geschwindigkeit von 16 Token pro Sekunde zu betreiben. Für Einzelgeräte wurden Benchmarks veröffentlicht, wonach das Modell DeepSeek V4 Flash 284B etwa 15 Token pro Sekunde erreicht.

Während einige Berichte einen Verkaufspreis von etwa 7.000 Euro und einen Verkaufsstart im September 2026 nennen, gaben andere Quellen den Preis noch als offen an. Das Modell N5 Max-P495 ist zudem als NAS-System konzipiert und unterstützt bis zu 200 TB Speicher für Anwendungen im Bereich Retrieval Augmented Generation (RAG).

GMKtec und Acemagic adressieren professionelle Anwender

Mit dem EVO-X5 Pro präsentierte GMKtec ebenfalls ein System auf Basis des AMD Ryzen AI Max+ Pro 495. Das Gerät verfügt über 192 GB Unified Memory mit einer Bandbreite von 273 GB/s und ist darauf ausgelegt, Large Language Models (LLMs) mit bis zu 300 Milliarden Parametern lokal auszuführen.

Als Zielgruppen nannte das Unternehmen den Finanzsektor, das Gesundheitswesen sowie Regierungseinrichtungen. Zur Ausstattung gehören vier USB4-Ports und zwei 10-Gbit/s-Ethernet-Anschlüsse für Cluster-Konfigurationen.

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Acemagic zeigte mit der F9A eine Mini-Workstation im 2-Liter-Gehäuse. Auch hier kommt der AMD Ryzen AI Max+ Pro 495 mit 16 Kernen und 32 Threads zum Einsatz, ergänzt durch eine Radeon 8060S Grafikeinheit.

Das System bietet ebenfalls 192 GB Arbeitsspeicher und erreicht eine kombinierte KI-Leistung von 131 TOPS. Zur Konnektivität stehen unter anderem Wi-Fi 7 und eine OCuLink-Schnittstelle zur Verfügung. Ein konkreter Preis für die F9A wurde auf der Messe noch nicht genannt.

Lenovo und Acer erweitern Portfolio um Enterprise-Lösungen

Lenovo stellte das ThinkCentre X Ultra vor, einen Desktop mit 1,6 Litern Volumen. Das Gerät nutzt den 16-Kern-Prozessor AMD Ryzen AI Max+ PRO 495 und bietet bis zu 128 GB Unified Memory. Das System unterstützt laut Hersteller Modelle bis zu 128 Milliarden Parametern.

Für größere Anforderungen können bis zu vier Einheiten zu einem Cluster mit insgesamt 512 GB Speicher und 524 TOPS kombiniert werden. Der Einstiegspreis wurde mit 3.699 US-Dollar angegeben, die Auslieferung soll im November 2026 beginnen.

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Acer präsentierte auf der IFA unter anderem den Veriton RI110. Im Gegensatz zu den AMD-basierten Systemen der Konkurrenz setzt Acer hier auf einen Intel Core Ultra X7 358H in Kombination mit einer Intel Arc B390 Grafikeinheit. Das System unterstützt bis zu 96 GB LPDDR5X-Speicher und KI-Modelle bis zu 120 Milliarden Parametern.

Die Verfügbarkeit in der EMEA-Region ist für das erste Quartal 2027 geplant. Zusätzlich zeigte Acer als Design-Studie den SFF RTX Spark, der mit einem NVIDIA RTX Spark Superchip ausgestattet ist und eine KI-Leistung von bis zu einem Petaflop erreichen soll. Details zu diesem Modell sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.