Auf der Elektronikmesse IFA 2026 hat der Hardware-Hersteller Minisforum mit dem MS-S1 Max-P495 ein neues Flaggschiff im Segment der Mini-PCs präsentiert. Das System basiert auf dem AMD Ryzen AI Max+ PRO 495 und adressiert mit einer für diese Geräteklasse ungewöhnlich hohen Speicherausstattung primär professionelle Anwender und lokale KI-Berechnungen.
Massive Speicherkapazität für KI-Anwendungen
Herzstück des Minisforum MS-S1 Max-P495 ist der AMD Ryzen AI Max+ PRO 495, der über 16 Kerne und 32 Threads bei einer Taktfrequenz von bis zu 5,2 GHz verfügt. Unterstützt wird der Prozessor von einer Radeon 8065S Grafikeinheit mit 40 Compute Units und einer Taktung von 3 GHz.
Eine Besonderheit stellt die Speicherarchitektur dar: Das System unterstützt bis zu 192 GB LPDDR5X-8533 Arbeitsspeicher. Davon können bis zu 160 GB als Grafikspeicher (VRAM) für die integrierte Grafikeinheit reserviert werden.
Die gesamte Rechenleistung für KI-Aufgaben beziffert der Hersteller auf 131 TOPS. In einem Gehäuse mit einem Volumen von 3,5 Litern ist zudem eine Kühllösung für eine thermische Verlustleistung (TDP) von 160 W integriert, wobei die CPU selbst mit einer TDP von 120 W betrieben wird.
Für die Konnektivität sorgen unter anderem zwei 10GbE-Schnittstellen, zwei USB4-Ports sowie ein PCIe 4.0 x16-Steckplatz. Intern können zwei M.2-SSDs mit einer Gesamtkapazität von bis zu 16 TB verbaut werden.
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Laut Herstellerangaben ist das System in der Lage, in einem Cluster aus zwei Einheiten ein KI-Modell mit 235 Milliarden Parametern (235B) bei einer Geschwindigkeit von 16 Token pro Sekunde auszuführen. Der Marktstart ist für Ende September 2026 geplant, wobei der Preis bei etwa 7.000 US-Dollar liegen soll.
Wettbewerb im High-End-Segment der Mini-PCs
Neben Minisforum nutzen auch andere Hersteller die neue AMD-Plattform, nachdem AMD das offizielle Speicherlimit für Systeme mit dem Ryzen AI Max+ PRO 495 von 128 GB auf 192 GB angehoben hat. ACEMAGIC zeigte auf der IFA mit dem F9A ein Konkurrenzmodell, das ebenfalls auf 192 GB LPDDR5X-8533 und die Radeon 8065S Grafik setzt.
In Tests wurde darauf bereits das Modell DeepSeek V4 Flash 284B demonstriert. Zudem präsentierte ACEMAGIC die kompakteren Modelle F2A und F7A. Der F7A verfügt über ein Volumen von 0,81 Litern und bietet CPU-Optionen von Intel (Core Ultra X7 358H) und AMD (Ryzen AI 9 HX 470), wobei die Intel-Variante laut Herstellerangaben eine deutlich höhere Grafikleistung erzielen soll.
GMKtec positioniert seinen neuen EVO-X5 Pro, der ebenfalls den Ryzen AI Max+ PRO 495 nutzt, gezielt für die Bereiche Gesundheitswesen, Finanzen und Behörden. Das Gerät unterstützt lokale KI-Modelle mit bis zu 300 Milliarden Parametern und bietet Sicherheitsfeatures wie dTPM 2.0 und DASH-Management.
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Expansion etablierter Hersteller und neue Chip-Plattformen
Auch Acer weitet sein Portfolio im Bereich kompakter KI-Rechner aus. Der Veriton RI110 setzt auf den Intel Core Ultra X7 358H und unterstützt KI-Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern. Das Gerät soll im vierten Quartal 2026 in Nordamerika und im ersten Quartal 2027 in der EMEA-Region erscheinen.
Zusätzlich gab Acer Einblicke in ein SFF-System namens RTX Spark, das auf einem NVIDIA-Superchip mit Grace-CPU und Blackwell-GPU basiert und eine KI-Leistung von bis zu einem Petaflop erreichen soll.
Abgerundet wird das Angebot im High-End-Bereich durch den ThinkCentre X Ultra von Lenovo. Dieses System bietet bis zu 128 GB Speicher und soll ab November 2026 zu einem Preis ab 3.699 US-Dollar verfügbar sein. Während die neuen Workstation-Modelle auf maximale Leistung optimiert sind, zeigt Minisforum mit dem UM750 Neo zudem einen Mini-PC, der den eigentlich für Handhelds konzipierten AMD Ryzen Z1-Chip erstmals in einen Desktop-Formfaktor bringt.

