Rund 47 Prozent der Deutschen zahlen inzwischen per Smartphone oder Wearable an der Ladenkasse. Das zeigt die Postbank Digitalstudie 2026. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 35 Prozent – ein deutlicher Schub für mobile Bezahlsysteme.
Generationenkluft beim Bezahlen
Besonders auffällig: die tiefe Spaltung zwischen den Altersgruppen. Bei den unter 40-Jährigen nutzen bereits 72 Prozent mobile Zahldienste. In der älteren Generation sind es lediglich 36 Prozent. Doch trotz des Wachstums bleibt die kontaktlose Kartenzahlung mit 87 Prozent das dominierende bargeldlose Zahlungsmittel.
Die Daten der Deutschen Bundesbank für 2025 untermauern den Trend. Die Zahl der Kartenzahlungen stieg um 11 Prozent auf 14,5 Milliarden Transaktionen – das entspricht rund 43 Prozent aller bargeldlosen Vorgänge. Parallel haben sich Echtzeit-Überweisungen auf 680 Millionen Transaktionen verdoppelt.
Angst vor Betrug und fehlendes Wissen
Trotz der wachsenden Verbreitung zögern viele Verbraucher weiterhin. 39 Prozent der Befragten haben Bedenken bei Datenschutz und Sicherheit. Ein Viertel gibt zudem an, zu wenig über mobiles Bezahlen zu wissen.
Die Sorgen sind nicht unbegründet: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) berichtet von zunehmenden Betrugsversuchen mit KI-generierten Inhalten. Dennoch haben 32 Prozent der Befragten bisher keine konkreten Schutzmaßnahmen ergriffen. Über 90 Prozent der Cyberangriffe starten laut Experten weiterhin über Phishing-Kampagnen.
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Gerichte stärken Verbraucher – mit Grenzen
Zwei Urteile zeigen, wo rechtliche Fallstricke lauern. Das Landgericht Berlin II entschied im Mai 2025: Eine Cyberklausel in der Hausratversicherung deckt keine Schäden durch Mobile-Payment-Zahlungen im stationären Handel ab. Im verhandelten Fall verlangte eine Klägerin rund 3.367 Euro zurück, nachdem unbefugte Zahlungen getätigt worden waren. Der Versicherungsschutz gelte nur für Online-Überweisungen und Internetzahlungen, so das Gericht.
Auch das Oberlandesgericht Frankfurt wies eine Klage über 5.343 Euro ab. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Zahlungen über ein BestSign-Verfahren autorisiert wurden. Die erfolgreiche Nutzung solcher Sicherungsverfahren begründe einen Anscheinsbeweis für eine autorisierte Zahlung. Eine Pflicht der Bank zur Rückfrage bei ungewöhnlichen Auslandszahlungen bestehe nicht.
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KI und neue Zielgruppen im globalen Trend
Während deutsche Verbraucher zögern, treiben Tech-Konzerne die Entwicklung voran. Alipay meldet bereits 300 Millionen Transaktionen über KI-gestützte Zahlungsverfahren. In den USA hat Google eine Wallet-Version für Kinder unter 18 Jahren eingeführt – Eltern können Limits setzen und Zahlungen im stationären Handel überwachen, Online-Käufe bleiben deaktiviert.
Branchenanalysten erwarten, dass souveräne IT-Architekturen und KI-Governance bis 2028 die Investitionen in digitale Infrastruktur dominieren. Unternehmen setzen verstärkt auf Modernisierung und Cyber-Security, um automatisierten Angriffen entgegenzutreten. Ob Deutschland den Anschluss schafft, dürfte auch davon abhängen, wie schnell sich das Sicherheitsgefühl der Verbraucher verbessert.

