Mobiler Betrug: 25,5 Millionen Angriffe in vier Monaten 2026

Norton-Analyse zeigt Rekord bei mobilen Scams. KI-gestützte Attacken und Reisebetrug nehmen ebenfalls stark zu.

Mehr als 25,5 Millionen Betrugsversuche auf mobilen Geräten wurden in Deutschland allein in den ersten vier Monaten 2026 blockiert. Das zeigt eine Analyse von Norton. Mittlerweile machen Scams 78,1 Prozent aller mobilen Bedrohungen aus.

Die Täter setzen dabei vor allem auf Social Engineering über WhatsApp, SMS oder manipulierte Kalendereinladungen. Ihr Ziel: Künstlichen Handlungsdruck erzeugen, um an sensible Daten zu kommen.

Rekord bei Reisebeschwerden

Parallel zur digitalen Bedrohungslage verzeichnet die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr einen historischen Höchststand. Rund 29.400 Anträge gingen im ersten Halbjahr 2026 ein. 83 Prozent der Fälle betrafen den Flugverkehr – ausgelöst durch Wetterextreme, Streiks oder den Golfkonflikt. 14 Prozent der Beschwerden entfielen auf die Bahn.

Im Hotelsektor warnen Mitarbeiter vor manipulierten Buchungsplattformen. In New York City tauchten zuletzt gefälschte TripAdvisor-Seiten auf. Die American Hotel & Lodging Association (AHLA) beziffert den Schaden durch betrügerische Buchungsseiten zwischen 2016 und 2025 auf rund 4 Milliarden US-Dollar.

Laut McAfee fühlt sich ein Großteil der Reisenden bei der Buchung unter Druck gesetzt. Jeder dritte Nutzer verzichtet demnach auf Überprüfungen.

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KI macht Betrug gefährlicher

Auch international nimmt die Bedrohung zu. Das vietnamesische Ministerium für Öffentliche Sicherheit warnte vor systematischem Betrug bei Urlaubsverträgen. Rund 2.500 Beschwerden führten zu 40 Strafverfahren gegen Hunderte Angeklagte. Der Schaden: etwa 2,6 Billionen VND. Die Täter locken mit Gratis-Leistungen und fordern Anzahlungen, die später verschwinden.

In Deutschland warnt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg vor der wachsenden Qualität der Angriffe durch Künstliche Intelligenz. Allein 2025 verzeichnete das Bundesland einen Rekordschaden von 212 Millionen Euro durch Deepfake-Betrug. Die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge bei bis zu einer Milliarde Euro. Als Beispiel nennen die Behörden manipulierte Videos von Prominenten wie TV-Arzt Eckart von Hirschhausen.

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Plattformen ziehen nach

WhatsApp reagiert auf die Bedrohungslage. Seit dem 4. Juli 2026 können Nutzer individuelle Benutzernamen reservieren. Ziel: Die Mobilfunknummer besser schützen und Kommunikation ohne Preisgabe der Telefonnummer ermöglichen. Die vollständige Freischaltung folgt später im Jahr.

Apple plant mit iOS 27 ein Sicherheits-Framework namens „Trust Insights“. Das System analysiert Verhaltensdaten lokal auf dem Gerät und soll Social-Engineering-Angriffe frühzeitig erkennen.

Trotz dieser Maßnahmen raten Experten zu erhöhter Vorsicht. Aktuelle Fälle zeigen die Bandbreite der Maschen: Die Festnahme von Trickbetrügern in Ludwigshafen Anfang Juli, Phishing-Kampagnen unter dem Vorwand staatlicher Klimabeihilfen oder die Kölner Polizei, die am 2. Juli Phantomfrachtführer fasste – mutmaßlich verantwortlich für Waren im Wert von über 200.000 Euro.