Die Arbeitswelt verändert sich grundlegend. Führende Softwareanbieter treiben die Entwicklung von KI-Assistenten voran, die nicht nur Fragen beantworten, sondern eigenständig komplexe Aufgaben erledigen. Eine Reihe von Partnerschaften und Produktankündigungen zeigt: Der Trend geht weg von einfachen Chatbots hin zu „agentischen“ Assistenten, die ganze Arbeitsabläufe steuern.
Oracle und Google Cloud vertiefen Partnerschaft
Am heutigen Donnerstag gaben Oracle und Google Cloud eine erweiterte Zusammenarbeit bekannt. Die Unternehmen integrieren Googles Gemini-Modelle in Oracles Fusion Applications und NetSuite. Konkret kommen die Modelle Gemini 3.1 Flash-Lite und 3.5 Flash im Oracle AI Agent Studio zum Einsatz. Tausende Unternehmenskunden erhalten damit Werkzeuge, um komplexe Aufgaben zu automatisieren.
Chris Leone von Oracle und Satish Thomas von Google Cloud betonten, dass die Partnerschaft auf kontrollierte Arbeitsabläufe und eine Modellauswahl für Unternehmen abzielt. Evan Goldberg von NetSuite, das mehr als 44.000 Kunden betreut, hob hervor, dass die integrierten KI-Fähigkeiten spezifische Geschäftsprozesse in der gesamten Suite unterstützen werden.
Vom Copiloten zum eigenständigen Agenten
Softwareanbieter rüsten ihre KI-Systeme massiv auf. Aus einfachen Assistenten werden „agentische“ Helfer, die ganze Aufgabenzyklen eigenständig managen. SnapLogic aktualisierte am Mittwoch sein SnapGPT-Tool zu einem solchen agentischen Assistenten. Laut CTO Jeremiah Stone umfasst die neue Version Funktionen zum Planen, Erstellen, Verstehen und Betreiben von Integrationen – etwa zum Synchronisieren von Daten zwischen NetSuite und Salesforce. Während der „Plan Mode“ bereits verfügbar ist, sollen die „Monitor Insights“ im August folgen.
Ebenfalls am Mittwoch brachte Zone & Co einen Kreditorenbuchhaltungs-Agenten für seine Zoe-Plattform auf den Markt. CEO Thomas Kim erklärte, der Agent erkenne Risiken, Verzögerungen und Duplikate in Live-ERP-Daten. Der Rollout beginnt im August.
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Einheitlicher Standard für KI-Verbindungen
Der Model Context Protocol (MCP) gewinnt rasant an Bedeutung. Dieser offene Standard verbindet KI-Anwendungen mit externen Systemen. Atlassian kündigte am Dienstag an, Trello um MCP-Unterstützung zu erweitern. KI-Assistenten wie ChatGPT, Claude und Gemini können dann per Sprachbefehl Boards erstellen und Karten organisieren. Sanchan Saxena von Atlassian bezifferte das MCP-Ökosystem auf rund eine Million monatlich aktive Nutzer.
Weitere Anbieter ziehen nach:
- X1 launchte am Mittwoch den X1 Search MCP Connector für Claude. Rechts- und Compliance-Teams können damit per natürlicher Sprache in lokalen E-Mails und Dateien suchen. CPO Chas Meier betonte, dass lokales Indizieren die Token-Kosten drastisch senke.
- JetHost führte am Mittwoch einen KI-Connector auf MCP-Basis ein. DNS-Updates und Support-Tickets lassen sich künftig per Sprachbefehl verwalten.
- MESCIUS USA veröffentlichte am Donnerstag einen MCP-Server, der KI-Coding-Assistenten direkten Zugriff auf die Dokumentation seiner Entwicklungsprodukte gibt.
Branchenspezifische KI-Lösungen
Im Forschungssektor schlossen KT und Amorepacific am Mittwoch ein Datenintegrationsprojekt ab. Sie bündelten 70 Jahre Forschungsdaten in einem System, das über den KI-Assistenten Lemon zugänglich ist. Ergebnis: Bestimmte Forschungsaufgaben verkürzten sich von zwölf Tagen auf fünf Minuten.
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Weitere Speziallösungen:
- LabKey launchte am Mittwoch LabKey AI – eine Intelligenzschicht für Labor-Informationssysteme, die Wissenschaftlern natürliche Sprachabfragen auf Experimentdaten erlaubt.
- Hybrid Software veröffentlichte am Donnerstag PACKZ 12 mit einem KI-Assistenten für die Verpackungs- und Druckindustrie.
- Label Software integrierte am Donnerstag einen sprachgesteuerten KI-Assistenten in seine Labelwin-Plattform für Adressverwaltung und Auftragsabwicklung.
Yandex B2B Tech kündigte für September 2026 einen einheitlichen Arbeitsplatz-KI-Agenten an. Das System soll über die zentrale KI-Studio-Plattform bis zu die Hälfte aller Routineaufgaben automatisieren.

