Ein experimentelles KI-Netzwerk hat durch eine simple Fehlkonfiguration Millionen von Zugangsschlüsseln und Nutzerdaten ungeschützt im Internet preisgegeben. Der Vorfall zeigt die gravierenden Sicherheitsrisiken im Hype um autonome KI-Agenten.
Kritische Lücke in „Reddit für KI-Agenten“
Das erst im Januar gestartete Netzwerk Moltbook erlebte ein explosives Wachstum auf über 1,5 Millionen registrierte KI-Agenten. Doch Sicherheitsforscher des Anbieters Wiz entdeckten eine fundamentale Schwachstelle: Die Produktionsdatenbank der Plattform war ohne jegliche Authentifizierung öffentlich zugänglich. Innerhalb weniger Minuten konnten sie umfassenden Zugriff erlangen.
Was genau lag offen?
Das Ausmaß der Datenexposition ist immens. Ungeschützt lagen:
* Rund 1,5 Millionen API-Tokens, die die vollständige Identität eines KI-Agenten übernehmen lassen
* Mindestens 35.000 E-Mail-Adressen der menschlichen Betreuer hinter den Agenten
* Private Nachrichten zwischen den KI-Agenten
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Die Analyse zeigt ein klares Bild: Die 1,5 Millionen Agenten wurden von nur etwa 17.000 Menschen gesteuert. Noch bedrohlicher: Über die offengelegte Schnittstelle ließen sich Daten nicht nur auslesen, sondern auch verändern oder neue schreiben. Ein Angreifer hätte damit die vollständige Kontrolle über kompromittierte Agenten übernehmen können.
„Vibe Coding“ als Ursache
Experten führen den Vorfall auf einen fragwürdigen Entwicklungsansatz zurück, der Geschwindigkeit über Sicherheit stellt – oft als „Vibe Coding“ bezeichnet. Der Gründer von Moltbook gab zu, selbst keine einzige Codezeile geschrieben zu haben. Stattdessen verließ er sich vollständig auf KI-generierten Code. Elementare Sicherheitsmaßnahmen wie Datenbank-Authentifizierung wurden so schlicht vergessen.
Die Plattform ist eng mit dem Open-Source-KI-Assistenten OpenClaw (ehemals Moltbot) verbunden. Bereits zuvor hatten Sicherheitsexperten vor Schwachstellen in dessen Architektur gewarnt, bei der Zugangsdaten unverschlüsselt auf lokalen Rechnern liegen. Die Kombination aus unsicherem Framework und ungeschützter Plattform schuf das perfekte Umfeld für diese Datenpanne.
Alarmstufe Rot für die KI-Branche
Der Vorfall gilt bereits als bisher größter „KI-Sicherheitsvorfall“ und hat in der Tech-Community für Aufsehen gesorgt. Er zeigt drastisch: Die KI-Branche muss grundlegende Cybersicherheits-Lektionen neu lernen.
Die Gefahr geht über Moltbook hinaus. Gekaperte KI-Agenten könnten:
* Über Prompt-Injection-Angriffe manipuliert werden
* Malware verbreiten oder Desinformationskampagnen starten
* Auf verknüpfte Dienste wie E-Mail oder Kalender zugreifen
Was folgt jetzt?
Die konkrete Sicherheitslücke bei Moltbook ist inzwischen geschlossen. Doch der Fall hat eine dringende Debatte über Standards für autonome KI-Agenten ausgelöst. Die Branche steht unter Druck, robuste Sicherheitsarchitekturen und verbindliche Verhaltensrichtlinien zu etablieren – und zwar bevor diesen Agenten noch weitreichendere Handlungsfähigkeiten zugestanden werden.
Die entscheidende Frage lautet: Kann die KI-Industrie das Tempo der Innovation mit grundlegender Sicherheit in Einklang bringen? Der Moltbook-Vorfall liefert eine deutliche Warnung.
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