Der Softwarehersteller Monday.com vollzieht eine grundlegende Neuausrichtung seiner Geschäftsstruktur. Im Zentrum dieser Entwicklung steht die Abkehr von einem rein pro Kopf basierten Abrechnungsmodell hin zu einem Hybridformat, das die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) stärker berücksichtigt. Diese Umstellung ist Teil einer umfassenden Transformation hin zu einer KI-gestützten Arbeitsplattform, die auch signifikante personelle Veränderungen umfasst.
Einführung eines hybriden Abrechnungssystems
Die neue Preisstruktur von Monday.com sieht vor, die bisherige Abrechnung pro Nutzer durch sogenannte AI-Credits zu ergänzen. In den verschiedenen Abonnementstufen sind feste Kontingente enthalten: Nutzer der „Basic“-Pläne verfügen über 1.000 Credits, während in den „Standard“- und „Pro“-Tarifen 2.000 beziehungsweise 3.000 Credits bereitgestellt werden. Sobald dieses Inklusivvolumen erschöpft ist, entstehen zusätzliche Kosten. Bei einer jährlichen Abrechnung belaufen sich diese auf 0,01 US-Dollar pro Credit, während bei einer monatlichen Zahlungsweise 0,0125 US-Dollar pro Credit veranschlagt werden.
Bereits im Mai 2026 wurde die entsprechende AI Work Platform eingeführt, die den Grundstein für dieses neue Modell legte. Das Ziel des Unternehmens besteht darin, die steigende Nachfrage nach automatisierten Arbeitsprozessen in ein skalierbares Umsatzmodell zu überführen.
Restrukturierung und Fokus auf die KI-Vision
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Parallel zur technischen und preislichen Umstellung leitete das Unternehmen weitreichende personelle Maßnahmen ein. Im Juli 2026 wurde ein Stellenabbau angekündigt, der rund 20 Prozent der weltweiten Belegschaft betrifft. Dies entspricht etwa 620 bis 630 Arbeitsplätzen, wobei allein am Standort Tel Aviv zirka 350 Mitarbeiter betroffen sind. Ein entsprechendes Filing bei der US-Börsenaufsicht SEC bestätigte diese Zahlen.
Die Co-CEOs Roy Mann und Eran Zinman bezeichneten diesen Schritt als eine schmerzhafte, aber notwendige Entscheidung. Laut Zinman diene die Maßnahme nicht primär der allgemeinen Kostensenkung, sondern sei eine direkte Folge der strategischen Neuausrichtung auf die KI-Vision des Unternehmens. Für den Prozess der Restrukturierung erwartet das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2026 Kosten in einer Größenordnung von 45 bis 55 Millionen US-Dollar.
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Wirtschaftliche Kennzahlen und Marktposition
Trotz der internen Umstrukturierungen zeigt sich Monday.com hinsichtlich der finanziellen Entwicklung stabil. Das Unternehmen bestätigte eine Umsatzwachstumsprognose für das Jahr 2026 von 19 bis 20 Prozent. Bereits im ersten Quartal konnte ein Umsatz von 351,3 Millionen US-Dollar erzielt werden, was einem Zuwachs von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Das Vertrauen des Marktes spiegelte sich in der Aktienentwicklung wider; nach der Bekanntgabe der neuen Strategie stieg der Kurs um etwa 12,6 Prozent. Zuvor lag die Marktkapitalisierung bei rund 3,1 Milliarden US-Dollar. Branchenexperten sehen langfristiges Potenzial: Analystenprognosen gehen davon aus, dass der Umsatz bis zum Jahr 2029 auf 2,1 Milliarden US-Dollar steigen könnte, bei einem erwarteten Gewinn von 83,3 Millionen US-Dollar. Der faire Wert der Aktie wird in diesen Analysen auf 108,12 US-Dollar taxiert.
Monday.com stützt seine Ambitionen auf eine breite Basis von mehr als 250.000 Enterprise-Kunden. Um die technologische Basis der Plattform zu sichern, bestehen Partnerschaften mit führenden Entwicklern im Bereich der Künstlichen Intelligenz, darunter OpenAI, Microsoft und Anthropic. Diese Kooperationen sind essenziell für die weitere Integration von KI-Funktionen, die nun über das neue Credit-System monetarisiert werden sollen.

