Monday.com: 620 Mitarbeiter entlassen für KI-Plattform-Umbau

Monday.com streicht rund 20 Prozent der Stellen und investiert die freiwerdenden Mittel in eine KI-gesteuerte Plattformstrategie.

Der Softwareanbieter Monday.com hat am 22. Juli 2026 eine tiefgreifende Umstrukturierung angekündigt, in deren Zuge rund 20 % der weltweiten Belegschaft entlassen werden sollen. Von dem Stellenabbau sind nach Unternehmensangaben etwa 620 bis 630 Mitarbeiter betroffen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Organisation grundlegend neu auszurichten und Ressourcen verstärkt in die Entwicklung einer KI-getriebenen Plattform zu investieren.

Strategische Neuausrichtung statt reiner Kostensenkung

Die Unternehmensführung betont, dass es sich bei dem Personalabbau nicht um eine reine Sparmaßnahme handelt. Laut Co-CEO Eran Zinman stehe nicht die Senkung von Kosten oder der Ersatz von menschlicher Arbeitskraft durch künstliche Intelligenz im Vordergrund. Vielmehr gehe es darum, die Struktur des Unternehmens an eine neue Wachstumsstrategie anzupassen, die KI ins Zentrum rücke. Eine entsprechende Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC bestätigt, dass die Umstrukturierung dazu dienen soll, eine KI-basierte Plattformstrategie zu unterstützen.

In einer Stellungnahme bezeichneten die Co-Gründer Roy Mann und Eran Zinman die Entlassungen als die schmerzhafteste Entscheidung in der bisherigen Geschichte des Unternehmens. Die freiwerdenden Mittel sollen laut Firmenangaben unmittelbar in die Bereiche KI, Produktentwicklung und die Gewinnung neuer Talente reinvestiert werden. Trotz des Personalabbaus in bestehenden Strukturen plant Monday.com, in spezialisierten KI-Bereichen weiterhin neue Stellen zu besetzen.

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Flachere Hierarchien und organisatorischer Umbau

Die neue Organisationsstruktur von Monday.com sieht deutlich flachere Hierarchien vor. Geplant ist der Übergang zu kleineren Teams, die über eine größere Autonomie verfügen sollen. Von den Stellenstreichungen ist insbesondere der Hauptstandort in Tel Aviv betroffen, wo etwa 350 Stellen wegfallen werden.

Das Unternehmen rechnet infolge der Entlassungen mit einmaligen Restrukturierungskosten in Höhe von 45 bis 55 Mio. USD netto. Diese Kosten werden vor allem durch Abfindungen und damit verbundene Aufwendungen für die ausscheidenden Mitarbeiter verursacht.

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Finanzielle Lage und Marktreaktion

Trotz des massiven Stellenabbaus blickt Monday.com auf ein bisher wachstumsstarkes Geschäftsjahr zurück. Im ersten Quartal 2026 konnte der Umsatz auf 351,3 Mio. USD gesteigert werden, was einem Zuwachs von 24 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der operative Gewinn belief sich in diesem Zeitraum auf 20 Mio. USD. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 19 bis 20 %.

Weitere Kennzahlen unterstreichen die operative Stabilität vor der Ankündigung: Die Non-GAAP-Marge wurde zuletzt auf 15 % angehoben, und die Netto-Dollar-Retention-Rate, ein Indikator für die Kundentreue und das Bestandskundenwachstum, lag bei 116 %.

An den Finanzmärkten löste die Nachricht dennoch Verunsicherung aus. Die Aktie von Monday.com verzeichnete am Tag der Bekanntgabe einen Kursrückgang von 8,4 %. Damit setzt sich eine negative Tendenz fort; seit Beginn des Jahres ist der Aktienwert bereits um über 50 % gefallen. Analyst Sanchit Vir Gogia von Greyhound Research bewertete den Schritt jedoch als einen bewussten und strategischen Neustart des Unternehmens und nicht als ein Anzeichen für eine wirtschaftliche Notlage. Die Neuausrichtung wird in der Branche als Versuch gewertet, sich in einem zunehmend von KI-Anwendungen geprägten Markt für digitale Produktivität frühzeitig zu positionieren.