Monitore: 1000-Hertz-Displays und brillenloses 3D kommen

Neue Monitore erreichen Rekord-Bildraten und brillenfreies 3D. Mini LED überholt OLED laut Prognose bis 2030 als Marktführer.

Die Display-Branche erlebt einen Technologiesprung: Hersteller treiben Bildwiederholraten auf bis zu 1000 Hertz und kombinieren sie mit brillenbasiertem 3D sowie professionellen Farbwerkzeugen. Der Wettstreit zwischen OLED und Mini LED verschärft sich.

Brillenfreies 3D und Mini-LED-Präzision

Auf dem Nuclear Fusion Game Carnival in Shenzhen präsentierte Titan Army mit dem M27E6V-3D einen 27-Zoll-4K-Monitor, der per Eye-Tracking räumliches Sehen ohne Brille ermöglicht. Zwei integrierte Kameras überwachen die Position des Nutzers – das Übersprechen (Crosstalk) liegt unter zwei Prozent.

Die Technik basiert auf einem BOE-ADS-Pro-Panel mit Quantum-Dot-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. 2.304 lokale Dimming-Zonen und eine Spitzenhelligkeit von 2.000 Nits sorgen für kontraststarke Bilder. Der Monitor schafft 190 Hertz und wandelt per KI 2D-Inhalte in 3D um. Die Farbraumabdeckung liegt bei 99 Prozent des DCI-P3-Standards, der Delta-E-Wert unter eins. Preise und Verfügbarkeit für Europa stehen noch nicht fest.

Extrem-Bildraten: 540 Hertz nativ, 1000 Hertz im Turbo

Acer listete seinen XV273U F5 im Handel: Ein 27-Zoll-IPS-Panel mit nativen 540 Hertz in QHD-Auflösung. Im Highspeed-Modus sind sogar 1000 Hertz bei 720p möglich – ein Novum für die Branche. Der Start in Nordamerika ist für das vierte Quartal 2026 geplant, der Preis liegt bei umgerechnet rund 650 Euro.

Samsung Display stellte ein 31,5-Zoll-QD-OLED-Panel vor, das wahlweise 4K bei 360 Hertz oder 1080p bei 680 Hertz darstellt. Eine neu entwickelte RGB-V-Stripe-Pixelstruktur verbessert die Textschärfe – eine Schwäche früherer OLED-Generationen. Die Massenproduktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Partner wie ASUS, MSI und Dell werden Monitore voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 auf den Markt bringen.

ASUS erweiterte sein Highspeed-Portfolio mit dem ROG Strix OLED XG259QWPG Ace. Der 24,5-Zöller erreicht 540 Hertz bei einer Reaktionszeit von 0,02 Millisekunden und richtet sich mit speziellen Esports-Farbmodi und einem Näherungssensor an Wettkampfspieler.

Profi-Kalibrierung trifft Gaming-Leistung

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Die Grenzen zwischen Kreativ-Tools und Gaming-Monitoren verschwimmen. ASUS stellte die ProArt PA27USD und PA32USD vor – 4K-QD-OLED-Displays mit 240 Hertz. Ihr besonderes Merkmal: ein motorisierter Klapp-Kolorimeter zur automatischen Selbstkalibrierung. So bleibt die Farbgenauigkeit über die gesamte Lebensdauer konstant.

Die Modelle sind im DACH-Raum verfügbar: Die 26,5-Zoll-Version kostet 2.249,90 Euro, die 31,5-Zoll-Variante 2.999,90 Euro. Sie verfügen über 12G-SDI-Anschlüsse, die im Broadcast-Bereich Standard sind, aber bei Consumer-Monitoren selten vorkommen.

Marktprognose: Mini LED auf der Überholspur

OLED punktet mit perfekten Schwarzwerten und pixelgenauer Lichtsteuerung ohne Blooming. Doch die Marktforscher von Omdia sehen Mini LED und RGB LED bis 2030 als Wachstumstreiber. Die Prognose: OLED-TV-Verkäufe bleiben mit rund 6,9 Millionen Einheiten jährlich nahezu konstant. Mini-LED-Shipments steigen dagegen von unter 18 Millionen (2026) auf rund 30 Millionen (2030).

Bis 2030 wird Mini LED voraussichtlich 24 Prozent des Marktumsatzes halten, während OLED auf neun Prozent zurückfällt. Gründe: Mini-LED-Systeme erreichen Spitzenhelligkeiten von über 5.000 Nits, sind bei großen Bildschirmen günstiger herzustellen und haben kein Einbrennrisiko wie organische Leuchtdioden.

Preisanpassungen und neue Modelle für Europa

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LG Electronics senkte in den USA bis zum 8. Juli 2026 die Preise seiner UltraGear-OLED-Reihe. Ein 39-Zoll-Curved-OLED-Monitor kostet nun umgerechnet rund 740 Euro – ein deutlicher Preisnachlass.

In Europa und Asien kommen neue Modelle auf den Markt: iiyama präsentierte den G-Master GOB2701QSC-B1 Titan Falcon, einen 280-Hertz-OLED-Monitor für 459 Euro, der sich an Enthusiasten mit mittlerem Budget richtet. Dells Alienware AW3926QW – ein 39-Zoll-Ultrawide-OLED – wurde auf koreanischen Regionalseiten gelistet. Der Start in Nordamerika und Europa wird für den Spätsommer 2026 erwartet.