Moore Threads: GPU-Entwickler erzielt erstmals Quartalsgewinn vor Ziel 2027

Der GPU-Entwickler meldet für das dritte Quartal 2026 einen Nettogewinn; auf Neunmonatssicht bleibt das bereinigte Ergebnis negativ.

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Der chinesische Grafikprozessor-Entwickler Moore Threads hat für das dritte Quartal 2026 einen Rekordumsatz sowie den ersten Quartalsgewinn seiner Unternehmensgeschichte gemeldet. Damit erreichte das an der Börse in Schanghai gelistete Unternehmen die operative Gewinnzone mehr als ein Jahr vor dem ursprünglich für 2027 ausgegebenen Ziel, wie aus Medienberichten hervorgeht.

Starkes Umsatzwachstum und Sprung in die Gewinnzone

Im dritten Quartal 2026 erzielte Moore Threads einen Umsatz von 1.552.307.664,26 Yuan. Dies entspricht einem Zuwachs von 1.773,92 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was in etwa dem 18,7-fachen des damaligen Wertes entspricht, sowie einem Anstieg um 55,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Unter dem Strich stand ein den Aktionären zurechenbarer Nettogewinn von 49.260.412,76 Yuan, was rund 7,4 Millionen US-Dollar entspricht und den erfolgreichen Turnaround markiert. Der Gesamtgewinn belief sich auf 62.248.891,86 Yuan.

Auf bereinigter Basis wies Moore Threads einen Nettogewinn von 20.072.415,99 Yuan aus, nachdem im ersten Halbjahr bereinigt noch ein Fehlbetrag von 150,8 Millionen Yuan angefallen war. Der Gewinn je Aktie lag im dritten Quartal bei 0,10 Yuan, während die Eigenkapitalrendite 0,41 Prozent erreichte, was einem Anstieg um 11,45 Prozentpunkte entspricht.

Neunmonatszahlen zeigen anhaltend hohe Investitionen

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 summierte sich der Umsatz von Moore Threads auf 3.288.616.730,51 Yuan, verglichen mit 784.599.222,88 Yuan im entsprechenden Vorjahreszeitraum, was einem Plus von 319,15 Prozent entspricht.

Der Nettogewinn für diesen Zeitraum lag bei 37.697.317,32 Yuan nach einem Vorjahresverlust von 723.528.598,70 Yuan. Auf bereinigter Ebene verblieb für die neun Monate jedoch ein Fehlbetrag von 130.749.384,30 Yuan. Der Gewinn je Aktie lag nach neun Monaten bei 0,08 Yuan gegenüber minus 1,81 Yuan im Vorjahr.

Der Bruttogewinn kletterte in den ersten neun Monaten um 263,9 Prozent auf 1,77 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge ging hingegen von 61,87 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 53,71 Prozent zurück, was einem Rückgang um 8,16 Prozentpunkte entspricht.

Das Periodenergebnis enthielt zudem 168,4 Millionen Yuan an nicht wiederkehrenden Posten, darunter 91,0 Millionen Yuan an Zuschüssen und 89,5 Millionen Yuan aus Finanzanlagen.

Gleichzeitig blieben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hoch. Im dritten Quartal wendete das Unternehmen 571,1 Millionen Yuan für diesen Bereich auf, was einem Zuwachs von 87,89 Prozent entspricht und 36,79 Prozent der Quartalserlöse ausmachte.

In den ersten neun Monaten lagen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei 1,34 Milliarden Yuan, ein Plus von 55,72 Prozent und 40,75 Prozent des Umsatzes, womit der Wert bereits über dem gesamten Vorjahr 2025 lag. Seit 2022 summieren sich diese Aufwendungen auf rund 6,5 Milliarden Yuan.

Cashflow unter Druck und offene Fragen

Trotz der Ergebnisverbesserung fiel der operative Cashflow in den ersten neun Monaten mit minus 3,309 Milliarden Yuan negativ aus, nach minus 1,500 Milliarden Yuan im Vorjahreszeitraum. Auszahlungen in Höhe von 5,15 Milliarden Yuan standen Einnahmen von 3,14 Milliarden Yuan gegenüber.

Die Bilanz weist gestiegene Bestände auf: Das Vorratsvermögen wuchs auf 3,363 Milliarden Yuan nach 1,332 Milliarden Yuan Ende 2025. Vorauszahlungen erhöhten sich auf 2,599 Milliarden Yuan gegenüber zuvor 1,782 Milliarden Yuan, während die Forderungen um 129,11 Prozent auf 9,94 Millionen Yuan kletterten.

Die liquiden Mittel sanken von 9,176 Milliarden Yuan Ende 2025 auf 5,390 Milliarden Yuan. Parallel stiegen die langfristigen Kredite von 1,486 Milliarden Yuan auf 3,648 Milliarden Yuan, gestützt durch Neuaufnahmen von 3,02 Milliarden Yuan.

Das Unternehmen, das 40.770 Aktionäre zählt und bei dem Gründer Zhang Jianzhong 9,41 Prozent direkt sowie über Plattformen mehr als 30 Prozent hält, plant Berichten zufolge eine Zweitnotierung über H-Aktien in Hongkong. Zudem existiert seit dem 9. September 2026 eine Vereinbarung mit JD Cloud über ein geplantes Grafikprozessor-Cluster mit 100.000 Einheiten.

Am Markt wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt; laut Analystenkonsens von drei Marktbeobachtern steht die Aktie auf Kaufen. Allerdings verweisen Berichte auf offene Fragen bezüglich der Zusammensetzung der Hauptkunden, des Fertigstellungstermins für das Cluster mit JD Cloud, der Auswirkungen bestehender Exportbeschränkungen sowie der langfristigen Kundenbindung, da eine unabhängige Validierung der Leistung nach Kundensegmenten bislang fehle.