Motional peilt fahrerlose Robotaxis für Las Vegas bis Ende 2026 an

Das Hyundai-Joint Venture kündigt einen neuen Zeitplan an und setzt auf eine KI-zentrierte Architektur, um bis Ende 2026 vollautonome Taxis in Las Vegas zu starten.

Motional will bis Ende 2026 vollständig fahrerlose Robotaxis in Las Vegas kommerzialisieren. Das Joint Venture von Hyundai gab auf einer Pressekonferenz am 8. Januar einen detaillierten Zeitplan bekannt und vollzieht eine strategische Wende hin zu einer „KI-zuerst“-Architektur.

Diese Ankündigung markiert einen Neustart für das Unternehmen nach einer Umstrukturierungsphase. Ursprünglich für 2024 geplant, wurde der Starttermin bereits auf 2026 verschoben. Mit intensivierten Testfahrten ab diesem Jahr will Motional bis Ende 2026 die Sicherheitsfahrer aus den Fahrzeugen entfernen und einen Level-4-Autonomiebetrieb erreichen.

Stufenplan bis zur Vollautonomie

Der Weg zur Kommerzialisierung sieht eine gestaffelte Einführung im Laufe des Jahres 2026 vor. Noch in diesem Jahr sollen Testläufe mit dem vollelektrischen Hyundai IONIQ 5 Robotaxi beginnen. Diese erste Phase dient der Validierung von Sicherheitsprotokollen, Fahrqualität und Passagiererfahrung unter komplexen städtischen Bedingungen.

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Der Plan gipfelt im späten Jahr 2026 in der Abschaffung der menschlichen Sicherheitsfahrer. Die zunächst auf den Las‑Vegas‑Markt beschränkte Flotte soll groß genug sein, um eine hohe Nachfrage zu bedienen. Der Service wird voraussichtlich über etablierte Ride‑Hailing‑Plattformen angeboten. Diese phasenweise Strategie gilt als disziplinierter als der frühere, überzogene Optimismus der Branche. Indem sich Motional auf einen anspruchsvollen, dicht befahrenen Markt wie Las Vegas konzentriert, will es die Reife seiner Technologie unter Beweis stellen, bevor eine Expansion in Städte wie Los Angeles folgt.

Technologischer Neuanfang mit „Large Driving Model“

Kern der neuen Strategie ist ein fundamentaler Wechsel der Softwarearchitektur. Statt auf regelbasierte Systeme setzt Motional nun auf ein „End-to-End“-KI-Modell. Ein sogenanntes „Large Driving Model“ (LDM) soll Rohdaten von Lidar, Radar und Kameras verarbeiten und direkt Fahrbefehle generieren.

CEO Laura Major erklärte, dieser Ansatz ermögliche es dem System, besser mit seltenen und unvorhersehbaren Situationen umzugehen. Das einheitliche Modell wird mit riesigen Datenmengen aus Testfahrten in Singapur, Boston und Las Vegas trainiert. Im Gegensatz zu Konkurrenten, die auf reine „Blackbox“-KI setzen, verfolgt Motional jedoch einen Hybridansatz. Ein minimales, regelbasiertes Sicherheits‑Framework soll als Rückfalloption dienen, um die Einhaltung von Verkehrsregeln zu gewährleisten. Diese Kombination soll die Skalierbarkeit von KI mit der notwendigen, überprüfbaren Sicherheit vereinigen.

Neupositionierung nach Branchenkrise

Die Roadmap für 2026 folgt auf eine Phase der Neujustierung. 2024 pausierte das Unternehmen den kommerziellen Betrieb und verschob seinen Zeitplan um zwei Jahre. Hintergrund war die Suche nach einem profitableren und skalierbaren Geschäftsmodell – eine Reaktion auf die allgemeine Abkühlung in der Branche, regulatorische Hürden bei Wettbewerbern wie Cruise und Konsolidierungen.

Die vertiefte Zusammenarbeit mit der Hyundai Motor Group ist ein zentraler Pfeiler dieser Strategie. Der südkoreanische Autoriese integriert die Robotaxi-Entwicklung in seine übergreifenden Initiativen für softwaredefinierte Fahrzeuge (SDV). Diese Synergie könnte Entwicklungskosten senken und die Markteinführung beschleunigen. Der Neustart ist für Motional entscheidend, um mit Rivalen wie Waymo und Zoox Schritt zu halten, die ihre fahrerlosen Dienste bereits ausbauen.

Las Vegas als lebendes Sicherheitslabor

Las Vegas dient Motional nicht nur als Startmarkt, sondern als primärer Testort für Extremfälle. Die einzigartigen Verkehrsmuster der Stadt – von Schnellstraßen bis zu verstopften Hotelzufahrten mit vielen Fußgängern – liefern die diversen Daten, die zum Training des neuen Large Driving Models benötigt werden.

Unternehmensvertreter betonten, dass Sicherheit die nicht verhandelbare Priorität bleibe. Die Verschiebung auf Ende 2026 wird mit der Notwendigkeit begründet, statistisch nachzuweisen, dass die neue KI‑Architektur menschliche Fahrer in Sicherheitskennzahlen übertrifft. Die Pilotphase soll diese Daten liefern. Die Nutzung der serienmäßigen IONIQ‑5‑Plattform stellt zudem automobiltaugliche Hardware von Beginn an sicher und vermeidet Zuverlässigkeitsprobleme nachgerüsteter Systeme.

Blick nach vorn: Von einer Stadt zur Skalierung

Die langfristige Vision sieht ein Modell der Expansion von „stadtspezifisch zu universell“ vor. Sobald der Betrieb in Las Vegas stabil läuft und das Large Driving Model validiert ist, soll die Technologie schneller als mit herkömmlichen Methoden auf neue Märkte skaliert werden. Der KI‑zentrierte Ansatz könnte die Anpassungszeit für neue geografische Gebiete verkürzen, da das Modell lokale Fahrgewohnheiten aus Daten lernt statt manueller Code‑Updates.

Im unmittelbaren Fokus stehen nun die Pilotprogramme in diesem Jahr. Ihr Erfolg wird darüber entscheiden, ob Motional sein ambitioniertes Ziel für Ende 2026 erreichen kann. Ein erfolgreicher Start würde nicht nur den strategischen Neuanfang des Unternehmens rechtfertigen, sondern auch eine Reifung der gesamten Branche signalisieren, in der etablierte Autohersteller und Tech‑Firmen das lange versprochene fahrerlose Fahren Wirklichkeit werden lassen.

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