München setzt auf Open Source: VMware-Ablösung spart 1 Mio. Euro pro Jahr

Der Softwarewechsel spart München jährlich rund 1,5 Millionen Euro; weitere proprietäre Systeme sollen schrittweise ersetzt werden.

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Die bayerische Landeshauptstadt München forciert den Ausstieg aus proprietären Systemen und will den Einsatz von Open-Source-Lösungen in der kommunalen IT-Landschaft weiter ausbauen.

IT-Referentin Laura Dornheim kündigte auf dem Open Source Summit Europe in Prag an, die Abhängigkeit von kommerziellen IT-Herstellern im Verwaltungsapparat spürbar zu reduzieren. Der Schritt knüpft an bestehende Initiativen an und soll die digitale Handlungsfähigkeit der Stadtverwaltung festigen.

Erhebliche Einsparungen durch Softwarewechsel

Nach Angaben der IT-Referentin spart der Umstieg auf quelloffene Systeme bereits laufende Lizenzkosten in Millionenhöhe ein. Die Ablösung von VMware bringe der Stadt Einsparungen von rund 1 Mio. Euro pro Jahr.

Ein weiterer Kostenfaktor entfalle durch den Wechsel bei Projektmanagement- und Kollaborationswerkzeugen: Der Ersatz proprietärer Plattformen wie Jira und Confluence durch OpenProject sowie XWiki entlaste den städtischen Haushalt um mehr als 0,5 Mio. Euro jährlich.

Auch bei der Dateninfrastruktur steht ein Kurswechsel an. München plant, proprietäre Oracle-Datenbanken schrittweise durch das quelloffene Datenbanksystem PostgreSQL zu ersetzen. Für künftige Datenbankbeschaffungen der Kommune gelte zudem das Prinzip, dass quelloffene Software den Vorrang erhält.

Sprachmodelle und Eigenentwicklungen für die Verwaltung

Neben der Basisinfrastruktur bindet die Münchner IT-Verwaltung auch neuere Technologien in das eigene System ein. Rund 40.000 Beschäftigten der Stadtverwaltung wird der Zugang zu Datenschutz-konformen Sprachmodellen ermöglicht. Dabei erfolgte der Start zunächst mit OpenAI, gefolgt von einer späteren Einbindung von Mistral.

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Darüber hinaus setzt die bayerische Landeshauptstadt auf den Austausch kommunaler Entwicklungen. Seit 2021 betreibt München ein eigenes Werkzeug zur Verkehrsdaten-Analyse, das nicht nur intern genutzt, sondern auch von der Stadt Wolfsburg eingesetzt wird.

Zunehmender Trend zur Open-Source-Nutzung in Kommunen und Europa

München steht mit seiner Ausrichtung nicht allein da. Die bayerische Kleinstadt Treuchtlingen setzt seit 25 Jahren auf Linux-Arbeitsplätze im Rathaus und nutzt andere Open-Source-Lösungen bereits seit 1999 sowohl auf Servern als auch auf den Verwaltungsrechnern.

Anpassungen und Weiterentwicklungen veröffentlicht die Kommune über die Plattform Codeberg. Anlässlich des Jubiläums hob die Open Source Business Alliance (OSBA), bei der Treuchtlingen Mitglied ist, diese Praxis hervor und rief eine neue Arbeitsgruppe für Open Source in Kommunen ins Leben.

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Auf europäischer Ebene spiegelt sich der Drang zu quelloffenen Lösungen ebenfalls wider. Der am 7. Oktober 2026 auf dem Gipfel in Prag veröffentlichte State of Open Source in Europe Report zeigt, dass 94 Prozent der befragten europäischen Organisationen digitale Souveränität als wichtig für ihre Technologiestrategie einstufen; für 61 Prozent ist sie sehr wichtig.

Als führender Treiber wird dabei mit 71 Prozent der Bereich Sicherheit und Datenschutz genannt. Zudem gaben 59 Prozent der Organisationen an, Code an übergeordnete Projekte beizusteuern.

Auch Behörden in anderen Staaten überprüfen ihre Cloud-Strategien. So stoppte die niederländische Steuer- und Zollverwaltung mit ihren rund 47.500 Beschäftigten laut einem Parlamentsbrief von Finanzstaatssekretär Eelco Eerenberg vom 7. Oktober 2026 den Übergang zu Microsoft 365 in der Public Cloud.

Stattdessen sollen zentrale Funktionen ab 2027 auf eigenen Servern mit europäischen Open-Source-Werkzeugen realisiert werden. Frankreich wiederum vergab kürzlich über die Einkaufsgemeinschaft CANUT einen Rahmenvertrag für eine souveräne Arbeitsumgebung an ein Konsortium aus LINAGORA und Docaposte mit der Plattform Twake.ai, um Kommunen und Regionen Alternativen zu Plattformen ausländischer Technologiekonzerne zu bieten.