München wechselt zu Proxmox: Stadt plant VMware-Ablösung bis 2027

Die Stadt plant den Proxmox-Wechsel bis 2027 und baut ihre Open-Source-Strategie mit weiteren Softwaremigrationen aus.

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Die Stadt München forciert den Umbau ihrer IT-Infrastruktur und setzt bei der Virtualisierung künftig auf Proxmox statt VMware. Der Abschluss dieses Migrationsprojekts ist für das Jahr 2027 geplant.

Nach Angaben der städtischen IT-Referentin und CDO Laura Dornheim spart der Verzicht auf VMware jährlich rund 1 Mio. Euro ein. Die Pläne sind Teil einer umfassenden Open-Source-Strategie, die München auf dem Open Source Summit Europe in Prag vorstellte.

Mehrere Großprojekte zur Ablösung proprietärer Software

Der Wechsel der Virtualisierungsplattform reiht sich in mehrere Maßnahmen der Landeshauptstadt ein, um Abhängigkeiten von kommerziellen Softwareanbietern zu reduzieren.

Bereits im Jahr 2025 fiel der Entschluss, die Collaboration- und Projektmanagement-Werkzeuge Jira und Confluence durch die quelloffenen Alternativen OpenProject und XWiki zu ersetzen. Durch diesen Schritt verringern sich die städtischen Aufwendungen um mehr als 0,5 Mio. Euro pro Jahr.

Darüber hinaus plant die Stadtverwaltung, Oracle-Datenbanken schrittweise durch PostgreSQL zu ersetzen. Ausschlaggebend für diesen Schritt seien in erster Linie Überlegungen zur digitalen Souveränität und nicht primär die Lizenzkosten. Dornheim legte Vertretern anderer öffentlicher Stellen nahe, in diesen Fragen mehr Politik zu machen und den Fokus gezielt auf finanzielle Einsparungen sowie technologische Unabhängigkeit zu richten.

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Eigenentwicklungen und künstliche Intelligenz

Für die Steuerung und Unterstützung der strategischen Ausrichtung greift München auf ein eigenes Open Source Program Office zurück, das seit 2024 eingerichtet ist. Zudem besteht in der Verwaltung eine politische Verpflichtung, nach der quelloffene Software bei allen Beschaffungsverfahren wann immer möglich den Standard darstellen soll.

Gleichzeitig veröffentlicht die Kommune eigene Softwarelösungen unter freier Lizenz. Dazu zählt ein seit 2021 betriebenes Werkzeug zur Analyse von Verkehrsdaten, das inzwischen auch von der Stadt Wolfsburg genutzt wird.

Parallel zur Öffnung der Infrastruktur führt die Verwaltung moderne Werkzeuge für die Belegschaft ein. Rund 40.000 Beschäftigte der Stadt dürfen DSGVO-konforme Sprachmodelle nutzen. Die Implementierung setzt zunächst auf Technologie von OpenAI und soll später um Modelle von Mistral ergänzt werden.

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Wechselhafter Kurs in der Münchner IT-Geschichte

Die aktuellen Vorhaben markieren ein weiteres Kapitel in Münchens historisch wechselhafter IT-Politik. Im Jahr 2013 hatte die Landeshauptstadt ihr viel beachtetes Projekt LiMux fertiggestellt, das Arbeitsplätze auf der Basis von Debian, KDE und LibreOffice bereitstellte.

Vier Jahre später, im Jahr 2017, beschloss der Stadtrat jedoch die Rückkehr zu Windows, die bis 2020 vollzogen werden sollte. Der Wechsel von LibreOffice zurück zu Microsoft Office war erst 2023 vollständig abgeschlossen.

Bereits im Jahr 2020 hatte die Stadtpolitik die Weichen erneut neu gestellt und Open Source wieder zum Grundsatz bei der IT-Beschaffung erklärt. Mit den konkreten Migrationsprojekten bei der Virtualisierung und den Plattformdiensten setzt die Verwaltung diesen Beschluss nun technisch um.