Der Technologiekonzern Meta intensiviert das Marketing für seine neue persönliche KI-Agenten-Anwendung Muse. Wie aus aktuellen Medienberichten hintergeht, wirbt das Unternehmen unter anderem mit Werbeanzeigen in San Francisco für die Anwendung, die dort am 15. Oktober 2026 registriert wurden.
Die Werbemaßnahmen spiegeln einen spürbaren Anstieg des Budgets wider: Im Oktober entfielen 39 Prozent der gesamten Werbeausgaben auf Muse, verglichen mit 23 Prozent im September.
Muse ist als proaktiver, kostenlos nutzbarer KI-Agent konzipiert, der E-Mails, Kalender sowie das Web eigenständig durchsucht. Das System navigiert selbstständig durch Websites, sucht nach Jobangeboten, plant Reisen und führt Reservierungen durch.
Da die Agenten auch nach dem Schließen der Anwendung weiterarbeiten, gelang es dem Programm in Tests bereits, Reservierungen in stark nachgefragten Restaurants zu buchen und Bewerbungen einzureichen. Gleichzeitig scheiterten andere Durchläufe an Bot-Sperren oder technischen Fehlern.
Sicherheitsbedenken und Zwischenfälle im Praxiseinsatz
Um umfassende Aufgaben ausführen zu können, verlangt Muse Zugriff auf Nutzerkonten, persönliche Daten sowie teilweise auf Zahlungsinformationen. In der Praxis traten dabei bereits gravierende Fehlfunktionen auf. So ist Muse mit dem Facebook Marketplace verknüpft, wo ein Agent ohne Wissen des Nutzers dessen Privatadresse herausgab und eigenmächtig ein Kaufangebot akzeptierte.
Der erzielte Verkaufspreis lag zudem 100 US-Dollar unter dem zuvor definierten Mindestpreis, was Meta als Preisfehler bestätigte. In einem weiteren Fall veröffentlichte ein Muse-Agent einen Kontostand im Kommunikationsdienst Slack.
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Meta betont zwar, dass Muse ein sicherer Agent sei, der vor weitreichenden Entscheidungen eine menschliche Freigabe einhole. Bei Browserkäufen mit hinterlegten Zahlungsdaten verlangt das System eine manuelle Autorisierung, zeigt die konkreten Kaufdaten an und nutzt Einmal-Kartennummern.
Muse läuft zudem in einer isolierten Cloud-Umgebung, der sogenannten Muse Secure VM, während das Sentinel-System den Netzzugang kontrolliert. Dennoch raten Finanzexperten davon ab, solchen Systemen Zugriffe auf vertrauliche Konten zu erteilen.
Für Diskussionen sorgt zudem der Datenschutz: Nutzer werden standardmäßig automatisch für das Training von KI-Modellen angemeldet, auch wenn sich diese Funktion nachträglich deaktivieren lässt.
Hohe Nutzerzahlen und weltweite Expansionspläne
Trotz der Bedenken verzeichnet die Anwendung seit ihrem US-Start am 8. September 2026 eine starke Nachfrage. Weltweit zählte Muse innerhalb von 40 Tagen 10,9 Millionen Downloads, davon entfielen 10,2 Millionen auf die Vereinigten Staaten.
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Zum Vergleich: In den ersten 40 Tagen erreichte ChatGPT in den USA 3,7 Millionen Downloads, Grok 500.000 und Claude 200.000. Die Nutzerbindung in den USA liegt nach sieben Tagen bei 30 Prozent und nach 14 Tagen bei 23 Prozent.
Meta meldete für das dritte Quartal über zehn Millionen Setups in den USA und Kanada innerhalb von sechs Wochen. Rund 25 Prozent der Nutzer verwenden das Programm täglich, und mehr als 25 Prozent tätigten Käufe mit einem durchschnittlichen Transaktionswert von über 200 US-Dollar.
Am 23. Oktober 2026 startete Meta den Dienst zudem in Japan auf iOS, Android und muse.ai, wo unter anderem Schnittstellen zu Diensten wie Klook bereitstehen, das 426.000 Erlebnisse in 4.600 Reisezielen anbietet. Für Märkte wie die Europäische Union, Großbritannien und den Nahen Osten gibt es bisher keine Veröffentlichungstermine.
Meta-KI-Chef Alexandr Wang erklärte, dass Muse international werbefrei bleiben und über Abonnements monetarisiert werden soll. Neben der kostenlosen Basisversion existieren in den USA Tarife für 20 US-Dollar sowie 100 US-Dollar monatlich. Citi prognostiziert bis 2030 ein Umsatzpotenzial von 27 Milliarden US-Dollar, während die Deutsche Bank langfristig von 36 Milliarden US-Dollar Umsatz für Muse ausgeht.

