Meta hat die Modelle Muse Wonder und Muse Wonder Full vorgestellt. Nach Angaben des Konzerns handelt es sich um die bisher leistungsfähigsten Systeme für agentische Aufgaben, darunter die Bearbeitung von Versicherungsansprüchen, die Prüfung von Mietverträgen sowie die Softwareentwicklung. Das Unternehmen bezeichnet die Veröffentlichung als nächsten Schritt hin zu einer persönlichen Superintelligenz.
Technische Fähigkeiten und Leistungsvergleiche
Die intern unter dem Codenamen Watermelon entwickelten Modelle wurden im gigawatt-skaligen Prometheus-Rechenzentrum trainiert; nähere technische Details zum Trainingsprozess behielt Meta für sich. Neben dem Standardmodell Muse Wonder fungiert Muse Wonder Full als größere Variante, die das Vorgängermodell Muse Spark 1.3 bei Aufgaben außerhalb bekannter Datenverteilungen übertrifft.
Zu den neuen Kernfunktionen zählen Active Memory, womit der Kontext über mehrere Unterhaltungen hinweg erhalten bleibt, sowie Active Focus, das dem System erlaubt, bei Hindernissen selbstständig alternative Lösungswege zu testen oder Rückfragen zu stellen.
Auf internen und externen Testfeldern sieht Meta die Systeme an der Leistungsspitze bei Agenten, Kontextspeicherung und Programmierung, insbesondere in den Bereichen Recht, Finanzen und Gesundheit. Verwiesen wird dabei auf Benchmarks wie den Harvey Legal Agent Benchmark, die FocusBench sowie den SWE-Marathon.
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Auf dem Artificial Analysis Intelligence Index übertrifft die größte Version Anthropic Claude Fable 5.1 und liegt knapp hinter Claude Opus 5.5. Bei spezialisierten Messungen zu Rechtsdokumenten und Softwareentwicklung schneidet das Modell laut Meta besser ab als OpenAI GPT-6 Astra sowie die beiden Claude-Varianten. Ein Leistungsvergleich mit Google Gemini 4 Argon bleibt unklar.
Sicherheitsarchitektur und Zugangsmodelle
Die Veröffentlichung der Modelle hatte sich nach Angaben von Konzernchef Mark Zuckerberg aufgrund von Sicherheitsüberprüfungen verzögert. Meta wandte dabei das zuvor veröffentlichte Superintelligence Scaling Framework an.
Nach Unternehmensangaben verfügen die Systeme über strikte Schutzmaßnahmen gegen den Missbrauch im Bereich chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahren sowie gegen Cyberangriffe. Die Modelle seien darauf trainiert, Ausgaben zu Biowaffen oder Hacking zu verweigern und private Informationen nicht unbefugt weiterzugeben. Ein vollständiger Sicherheitsbericht soll folgen.
Alexandr Wang, Leiter der Meta Superintelligence Labs, erklärte, es handele sich um echte Spitzenmodelle, die den Stand der Technik für persönliche und berufliche Agentenaufgaben definierten. Für Entwickler sei die Meta Model API preislich spürbar günstiger angesetzt als die Angebote von OpenAI und Anthropic. Der Zugang zur Muse-App erfordert ein Monatsabonnement über 20 oder 100 US-Dollar.
Die leistungsstärkere Version Muse Wonder Full steht ausschließlich Softwareentwicklern im Rahmen eines Abonnements von Muse Code für monatlich 50 oder 200 US-Dollar zur Verfügung. Ob die Modelle künftig als quelloffene Software bereitgestellt werden, ließ Meta offen; Wang bekräftigte jedoch die generelle Open-Source-Verpflichtung des Unternehmens.
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Strategische Einbettung und Marktreaktion
Die Entwicklung der Modelle beanspruchte 14 Monate innerhalb einer umstrukturierten KI-Sparte. Wang war infolge einer Transaktion mit Scale AI im Umfang von 14 Milliarden Dollar zu Meta gewechselt. Laut einem Bericht von Bloomberg investierte der Konzern zuvor Hunderte Milliarden Dollar in seine Infrastruktur.
Mark Zuckerberg betonte gegenüber der Financial Times, Meta habe zur KI-Spitzengruppe aufgeschlossen und arbeite bereits am nächsten Entwicklungsschritt. Eine Verlangsamung der Entwicklung lehnte er ab und verwies darauf, dass die Verantwortung für die Modellsicherheit bei den jeweiligen Laboren liege.
Für Meta dient die Veröffentlichung auch dazu, die Bindung an den im September 2026 eingeführten Assistenten Muse zu stärken, dessen weltweite Downloadzahlen sich zuletzt verlangsamten. Zuvor hatte die Muse-App laut Sensor Tower innerhalb von 22 Tagen die Marke von fünf Millionen Downloads erreicht und damit Plattformen wie ChatGPT, Grok und Claude übertroffen.
Einzelne Nutzer hatten zuletzt unautorisierte Zugriffe auf persönliche Nachrichten moniert, was Meta zurückwies. Aufgaben sollen über eine abgesicherte Umgebung abgewickelt werden, etwa beim E-Mail-Versand oder Reisebuchungen; ein Zeitplan für die breite Verfügbarkeit steht noch aus. An den Finanzmärkten stieß die Ankündigung auf Zustimmung: Die Meta-Aktie legte am Montag um 3,7 Prozent zu.

