Der Softwareentwickler Epic hat eine Warnung vor einer laufenden Phishing-Kampagne herausgegeben, die gezielt Nutzer des Patientenportals MyChart angreift. Cyberkriminelle versenden dabei gefälschte E-Mails, die vorgeben, über neue medizinische Testergebnisse zu informieren. Ziel dieser betrügerischen Nachrichten ist es, die Empfänger zur Installation von Schadsoftware auf ihren Endgeräten zu verleiten.
Epic betonte im Zuge der Warnung, dass es sich bei den Vorfällen nicht um ein technisches Sicherheitsproblem oder eine Lücke innerhalb des MyChart-Systems handele. Die Angreifer machten sich stattdessen die hohe Markenbekanntheit und das Vertrauen in die Plattform zunutze, um Patienten durch täuschend echte E-Mails zu manipulieren.
Marktposition macht MyChart zum attraktiven Ziel
Die Attraktivität der Plattform für Cyberkriminelle ergibt sich aus ihrer weiten Verbreitung im Gesundheitswesen. Nach Angaben von Epic hält das Unternehmen einen Marktanteil von 44 Prozent und verwaltet Daten von insgesamt 253 Mio. Patienten. Weltweit werden rund 190 Mio. MyChart-Konten genutzt, was eine enorme potenzielle Angriffsfläche für Phishing-Kampagnen bietet.
In den letzten Tagen haben zahlreiche Gesundheitsdienstleister auf die Bedrohung reagiert. Allein im US-Bundesstaat Florida warnten 20 Krankenhäuser vor den gefälschten E-Mails, die Portalnutzer in der Region ins Visier nehmen. Zu den betroffenen Einrichtungen gehören unter anderem das Tampa General sowie das Tallahassee Memorial.
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Während die Kampagne dort aktiv beobachtet wird, meldeten andere Dienstleister wie Lee Health und Naples Comprehensive, dass trotz der kursierenden Nachrichten bislang keine Schäden durch die Phishing-Versuche verzeichnet wurden.
Regionale Warnhinweise und Sicherheitsvorgaben
Die Warnungen erstrecken sich über mehrere Bundesstaaten und betreffen verschiedene regionale Portale:
- Texas: Das Portal Arc MyChart in Austin, das Patienten von Baylor Scott & White und UT Health Austin nutzen, veröffentlichte eine Sicherheitswarnung.
- Georgia: Die Betreiber von Emory MyChart, einem Portal für 2,8 Mio. Patienten, wiesen ausdrücklich auf das Phishing-Risiko hin.
- Wisconsin: In Milwaukee wurden Patienten über das Portal Froedtert MyChart vor der Masche gewarnt.
- Ohio: OhioHealth MyChart informierte seine rund 1,5 Mio. Nutzer in Ohio über die betrügerischen Aktivitäten.
Sämtliche betroffenen Organisationen stellten in ihren Mitteilungen klar, dass MyChart niemals Passwörter oder sensible Kontoinformationen per E-Mail abfragt. Die Gesundheitsdienstleister betonten, dass kein grundsätzliches Sicherheitsproblem mit der Portale-Software bestehe.
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Patienten werden dazu angehalten, bei unaufgeforderten Benachrichtigungen über Testergebnisse skeptisch zu sein und sich im Zweifelsfall nur über die offiziellen Apps oder direkt über die verifizierten Webseiten der Krankenhäuser anzumelden.
Das Herunterladen von Anhängen oder das Klicken auf Links in verdächtigen E-Mails sollte konsequent vermieden werden, um die Installation von Malware zu verhindern.

