Myna in Ubuntu 26.10: KI-Sprachassistent verarbeitet Sprache komplett lokal

Ubuntu 26.10 bringt lokale Spracheingabe mit Myna und Neuerungen bei Desktop, Kernel und Sicherheitsfunktionen.

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Canonical hat am 15. Oktober 2026 die Linux-Distribution Ubuntu 26.10 mit dem Codenamen „Stonking Stingray“ veröffentlicht. Die neue Version steht kostenlos über die offizielle Website des Anbieters zum Download bereit. Als zentrales Kernfeature führt das Betriebssystem den KI-gestützten Sprachassistenten Myna ein, der auf Speech-to-Text ausgelegt ist und als freiwillige Opt-in-Funktion vollständig auf dem lokalen Rechner arbeitet.

Lokale Sprachverarbeitung mit Fokus auf Datenschutz

Myna ist nach dem Myna-Vogel benannt und bietet Anwendern während des Sprechens visuelles Feedback. Nach Angaben von Jon Seager, VP Ubuntu Engineering bei Canonical, markiert das System die erste KI-Integration innerhalb der Distribution.

Der Schwerpunkt liege auf der Barrierefreiheit, künftig soll der Assistent fest zu den Standardfunktionen neuer Veröffentlichungen gehören. Vorgesehen ist dies insbesondere für das für April 2028 erwartete Ubuntu 28.04 LTS.

Die Sprachmodelle laufen nach dem ersten Download vollständig ohne bestehende Internetverbindung. Audiodaten werden weder auf externe Server hochgeladen noch lokal dauerhaft gespeichert. Das Mikrofon bleibt ausschließlich während eines aktiven Diktats eingeschaltet. Unterstützt werden lokal ausführbare Sprachmodelle wie Parakeet, Whisper und FunASR.

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Sofern Nvidia-Grafikkarten im System verbaut sind, können diese zur Hardwarebeschleunigung der Berechnungen genutzt werden. Neben Ubuntu 26.10 lässt sich Myna auch unter Ubuntu 24.04 LTS sowie Ubuntu 26.04 LTS auf Systemen mit amd64-Architektur unter GNOME und Wayland einsetzen. Für künftige Ausbaustufen sind zudem Online-Modelle geplant.

Erste Praxiserfahrungen mit der Vorabversion

Die Komponente erschien als Technologie-Vorschau bereits einen Tag vor dem eigentlichen Betriebssystem-Release. Die Installation verläuft derzeit noch nicht automatisiert, sondern setzt die Einbindung eines PPA-Paketarchivs sowie das manuelle Einrichten des Pakets myna-config voraus. Dabei lädt das System fast 1 GB an Abhängigkeiten herunter.

In ersten Praxistests ergaben sich gemischte Ergebnisse. Die Erkennungsgenauigkeit fiel bei der Nutzung integrierter Laptop-Mikrofone gering aus, verbesserte sich jedoch bei Verwendung eines USB-Headsets deutlich.

Allerdings verarbeitet die aktuelle Vorschauversion weder Satzzeichen noch strukturierte Steuerbefehle, weshalb eine direkte Bedienung des Desktops per Sprache ausgeschlossen ist. Stattdessen zielt das Werkzeug auf Entwickler-Workflows ab, beispielsweise um natürliche Sprache bei der Analyse fehlschlagender Softwaretests zu nutzen.

Technische Basis und Neuerungen der Distribution

Ubuntu 26.10 ist als reguläres Zwischen-Release konzipiert, das auf der Langzeitversion Ubuntu 26.04 LTS „Resolute Raccoon“ aufsetzt und mit einer Standard-Supportdauer von neun Monaten bis Juli 2027 gepflegt wird.

Die Desktop-Umgebung basiert auf GNOME 51. Zu den weiteren Systemanpassungen zählen der dbus-broker als neuer Standard-D-Bus, ein optimierter Speicherschutz gegen Engpässe sowie Verbesserungen bei der Unterstützung von Flutter und der Bildschirmlese-Software Orca.

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Unter der Haube kommt Linux-Kernel 7.3 zum Einsatz, der Unterstützung für Hardwaregenerationen wie Intel Xe3P (Nova Lake), AMD Zen 6 sowie Nvidia-Treiber der Serie 615.x mitbringt.

Bei den Sicherheitsfunktionen schloss Canonical die Umstellung auf die Rust-basierten uutils coreutils ab und ersetzte GnuPG bei der APT-Paketsignaturprüfung durch Sequoia PGP, um das System auf Post-Quantum-Verschlüsselung vorzubereiten. Zusätzlich unterstützt das System quantum-sichere Token über openCryptoki mit den Verfahren ML-DSA und ML-KEM.

Eine TPM-basierte Festplattenvollverschlüsselung lässt sich nun auch ohne hardwareseitigen Root of Trust nutzen, ein direktes Upgrade von bestehenden Installationen unter Ubuntu 26.04 mit dieser TPM-Verschlüsselung ist gegenwärtig jedoch noch nicht möglich.

Für Unternehmensnetzwerke wurde zudem Microsoft Entra ID mit Unterstützung für Passwörter, Multifaktor-Authentifizierung und passwortlose Anmeldungen integriert.

Mehr zum Thema bei Neowin: „Ubuntu 26.10 debuts Myna, a local AI voice agent named after a talking bird“