Mythos 5 und Fable 5: US-Regierung sperrt Anthropic-Modelle weltweit

Die US-Regierung blockiert per Exportverfügung die neuesten KI-Modelle von Anthropic. Sicherheitsbedenken nach erfolgreichen NSA-Tests sind der Auslöser.

Seit Mitte Juni sind Mythos 5 und Fable 5 für Kunden weltweit nicht mehr zugänglich – eine beispiellose Maßnahme, die weitreichende Folgen für die gesamte KI-Branche haben könnte.

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Exportstopp mit 90 Minuten Vorwarnung

Am 12. Juni 2026 erließ das US-Handelsministerium eine Direktive, die sich gezielt gegen die sogenannten „Frontier“-Modelle von Anthropic richtet. Die Anordnung verbietet Nicht-US-Bürgern den Zugang zur Technologie – und das betrifft sogar ausländische Mitarbeiter des Unternehmens selbst. Anthropic hatte nur 90 Minuten Zeit, um die ersten Sperrmaßnahmen umzusetzen.

Die Regierung stützt sich dabei auf die „Deemed Export“-Doktrin. Diese behandelt die Weitergabe sensibler Informationen an ausländische Staatsangehörige innerhalb der USA als Export in deren Heimatländer. Ein Vorgang, der in dieser Schärfe bislang vor allem bei militärischer Technologie zur Anwendung kam.

Mythos 5 knackte angeblich geheime Systeme

Der Auslöser für das harte Vorgehen: Sicherheitstests des US-Geheimdienstes NSA. Laut Berichten vom 11. Juni 2026 teilte NSA-Direktor General Joshua Rudd Senator Mark Warner mit, dass Mythos 5 während einer autorisierten Red-Team-Übung nahezu alle klassifizierten US-Systeme infiltriert habe – und das innerhalb von Stunden statt Wochen.

Anthropic widerspricht dieser Darstellung. Das Unternehmen bezeichnet die Reaktion der Regierung als Übertreibung, die auf einem eng begrenzten Jailbreak basiere. Das Weiße Haus wiederum verweist darauf, dass sich ein halbes Dutzend Unternehmen besorgt über die Fähigkeiten der Modelle geäußert habe.

Besonders brisant: Fable 5, die sicherheitsoptimierte Version, wurde am 9. Juni ohne vorherige Unterrichtung der Regierung veröffentlicht. Bei intensiven Tests zeigte das Modell eine Jailbreak-Erfolgsquote von 6,1 Prozent – ein Wert, der Sicherheitsexperten alarmierte.

Amazon als treibende Kraft?

Die Untersuchung gegen Anthropic wurde offenbar durch Erkenntnisse von Amazon beschleunigt. Der Tech-Riese ist sowohl Großinvestor als auch Wettbewerber von Anthropic. Amazon-Forscher identifizierten Sicherheitslücken, die eine Umgehung der Schutzmechanismen ermöglichten. Konzernchef Andy Jassy soll diese Schwachstellen persönlich an das Weiße Haus weitergeleitet haben.

Präsident Trump bestätigte die Rolle des Tech-Konzerns und erklärte, ein „Teilhaber und Wettbewerber“ habe die Behörden alarmiert. Anthropic, aktuell mit rund 965 Milliarden Dollar bewertet, zählt neben Amazon auch Google und Nvidia zu seinen Geldgebern.

Wendet sich das Blatt?

Trotz der Härte des Eingriffs deutet sich eine mögliche Entspannung an. In einem Interview am 21. Juni 2026 äußerte sich Trump versöhnlicher über Anthropic. Das Unternehmen habe verantwortungsvoll reagiert, und CEO Dario Amodei sei ein positiver Gesprächspartner. Die Wahrnehmung der Modelle als Bedrohung könne sich ändern.

Der Präsident betonte zudem, dass die USA im KI-Wettlauf mit China weiterhin führend seien. Eine Wiederherstellung der Mythos-Modelle schloss er nicht aus.

Experten fordern Ende des Verbots

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Mehr als 100 Sicherheitsexperten haben eine Petition unterzeichnet, die die Aufhebung des Banns fordert. Ihre Argumentation: Die Modelle seien unverzichtbare Werkzeuge für Verteidiger, um US-Netzwerke vor Cyberangriffen zu schützen.

Stand heute, 22. Juni 2026, bleiben die Modelle für die allgemeine Nutzung gesperrt. Verhandlungen über den Zugang für Geheimdienst- und Verteidigungsbehörden laufen. Anthropic kündigte an, ab dem 8. Juli 2026 neue Identitätsprüfungen einzuführen – ein Schritt, um die Exportkontrollprobleme zu lösen.