N-central-Lücke: 55,6% der Server bleiben trotz Patch anfällig

Kritische N-central-Schwachstellen bleiben weit verbreitet ungepatcht, während die neue Android-Spyware Octagon gezielt Nutzer im Nahen Osten angreift.

Die IT-Sicherheitslandschaft steht derzeit vor einer doppelten Bedrohung durch Schwachstellen in weit verbreiteter Management-Software und spezialisierter mobiler Spionagesoftware. Während zahlreiche N-able N-central-Server trotz früherer Patch-Versuche weiterhin anfällig für vollständige Übernahmen durch Angreifer bleiben, wurde parallel die neue Android-Spyware Octagon identifiziert, die gezielt Nutzer im Nahen Osten ins Visier nimmt.

Unvollständige Patches lassen N-central-Server angreifbar

Die Fernwartungs- und Management-Plattform N-central von N-able ist von einer kritischen Sicherheitslücke betroffen, die Angreifern unautorisierten administrativen Zugriff ermöglicht. Die als CVE-2026-18556 geführte Schwachstelle weist einen CVSS-Score von 9.8 auf und wird laut Sicherheitsforschern bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt. Dabei erlangen Akteure den sogenannten God-Mode, der eine nahezu uneingeschränkte Kontrolle über die betroffenen Server erlaubt.

Problematisch ist dabei die Entdeckung einer weiteren Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-18577. Diese stellt nach Analysen von IT-Experten einen unvollständigen Patch für die ursprüngliche Lücke CVE-2026-18556 dar. Infolgedessen bleiben sämtliche Versionen von N-central bis einschließlich der Version 2026.3 anfällig. Erst der am 2. August 2026 veröffentlichte Hotfix 2026.3.1.7 adressiert diese Sicherheitsmängel umfassend.

Aktuelle Erhebungen des Sicherheitsdienstleisters Huntress unterstreichen die Dringlichkeit: Stand 3. August 2026 sind noch immer 55,6 % der über das Internet erreichbaren N-central-Server ungepatcht. In mindestens einem dokumentierten Fall kam es bereits zu einer aktiven Ausnutzung der Schwachstelle bei einem Kunden. Die Angreifer nutzen dabei Funktionen wie Take Control und richten Cloudflare-Tunnel ein, um eine dauerhafte Präsenz (Persistenz) in den kompromittierten Systemen zu gewährleisten.

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Zur Identifizierung potenzieller Kompromittierungen wurden verschiedene Indikatoren (IOCs) veröffentlicht. Dazu gehören unter anderem die IP-Adressen 173.249.252.200, 87.249.138.34, 37.19.210.32 sowie die Domains mousears.synology.me und wagoosh.direct.quickconnect.to.

Neue Android-Spyware Octagon getarnt als Warn-App

Flankiert wird die Bedrohungslage im Serverbereich durch die Entdeckung der Spyware Octagon. Diese Schadsoftware zielt auf Android-Geräte ab und tarnt sich als die bahrainische Anwendung BH-Alert-App. Technisch zeichnet sich Octagon durch komplexe Infiltrationsmethoden aus, darunter das dynamische Laden von DEX- und JAR-Dateien sowie den Missbrauch von Bedienungshilfen (Accessibility), VPN-Diensten und dem AccountManager des Betriebssystems.

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Die Spyware kommuniziert mit einem Command-and-Control-Server unter der Adresse 209.99.184.50 auf Port 4444. Experten identifizierten die Paketnamen com.kit.kitty und com.kisa.octagonpanel als eindeutige Merkmale der Schadsoftware. Zu den verbreiteten Dateinamen gehören BH-Alert.apk sowie die Komponenten ZfChs.dex und ZGdSEl.jar. Als Bezugsquellen für die infizierten Dateien wurden URLs wie download.alertbh.info/BH-Alert.apk und playgoogle.bh-alert.com ausgemacht.

Die Analyse der Schadsoftware ergab zudem spezifische Hashes wie 9694294addbe58be93ddbb6cabc499ce zur eindeutigen Identifizierung der Bedrohung. Administratoren und Sicherheitsverantwortliche sind aufgerufen, sowohl die Server-Infrastrukturen umgehend zu aktualisieren als auch mobile Endgeräte auf die genannten Indikatoren zu prüfen, um unbefugte Zugriffe und Datenabfluss zu verhindern.