Auf dem Green Growth Regional Exchange in Manila haben Branchenexperten Unternehmen zu konkreten operativen Arbeitsabläufen beraten, um Netto-Null-Emissionen in der Praxis zu erreichen. Die Konferenz bildete das erste Regionaltreffen des Green-Shift-Programms für Malaysia, die Philippinen sowie den südostasiatischen Raum.
Veranstaltet wurde der Austausch von der Wirtschafts- und Sozialkommission der Vereinten Nationen für Asien und den Pazifik (ESCAP) und der Temasek Foundation, in Kooperation mit dem philippinischen Handels- und Industrieministerium (DTI), First Philippine Holdings sowie CIMB Malaysia.
Das Green Shift Programm begleitet im Jahr 2026 ein Pilotprojekt in Malaysia und den Philippinen, bei dem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gezieltes Coaching für grüne Aktionspläne erhalten. Ziel des Zusammentreffens, an dem sowohl KMU als auch Großkonzerne teilnahmen, ist die Etablierung umweltfreundlicherer und emissionsärmerer Lieferketten in Südostasien.
Technologie und Wirtschaftlichkeit als Treiber operativer Arbeitsabläufe
Der Schwerpunkt auf praxisnahe Abläufe deckt sich mit globalen Erhebungen zur betrieblichen Nachhaltigkeit. Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) unter 189 Nachhaltigkeitsverantwortlichen großer Unternehmen erwarten drei Viertel der Befragten, dass künstliche Intelligenz und Digitaltechnologien das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen fördern – insbesondere bei der Risikomodellierung und der Steigerung der Ressourceneffizienz.
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Als stärkste Beschleuniger wiesen 64 Prozent der Teilnehmer den konkreten betriebswirtschaftlichen Nutzen und 56 Prozent die technologische Verfügbarkeit aus. Zudem rechnen drei Viertel der Befragten mit unveränderten Transformationsinvestitionen im nächsten Jahr, während zwei Drittel den Fortschritt in den kommenden zwölf Monaten als konstant oder beschleunigt einstufen.
Wie operative Maßnahmen im industriellen Alltag greifen, belegen bereits realisierte Projekte in der Region. So erhielt Lenovo bei den ESGBusiness Awards 2026 eine Auszeichnung für das Energiemanagement an seiner Southern Manufacturing Base.
Dort analysieren KI-Modelle den Bedarf, die Effizienz sowie Fehlerquellen bei Druckluft-, Kälte- und Lüftungsanlagen, unterstützt durch eine spezialisierte Betriebsschnittstelle. Am Hauptsitz des Unternehmens erzielte eine intelligente Gebäudelösung eine Energieeinsparung von 34 Prozent sowie jährliche Kostensenkungen von 2,4 Millionen RMB.
Auf den Philippinen wiederum senkte die Großküche der Jollibee Group in Danao die Energiekosten und Treibhausgasemissionen um verifizierte 82,1 Prozent, begleitet von 76,95 Prozent weniger Innenwasserverbrauch und 99,38 Prozent Umleitung von Bauabfällen.
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Verbindliche Allianzen und Forderungen nach klaren Regeln
Neben individuellen Betriebsanpassungen gewinnt die überbetriebliche Vernetzung an Bedeutung. Auf der Philippine Net Zero Conference 2026 in Pasay City verpflichteten sich 50 Unternehmen und Organisationen der Net Zero Carbon Alliance – darunter neue Mitglieder wie ICTSI, Philippine Airlines und MacroAsia – gemeinsam mit First Gen und CDx zu Netto-Null-Emissionen bis zum Jahr 2050.
Gleichzeitig verweisen Unternehmensvertreter in Südostasien auf strukturelle Herausforderungen. Bei einer Diskussionsrunde in Thailand mahnten Jerome Le Borgne von Veolia und Martin Venzky-Stalling vom Verband JFCCT, der 31 Kammern und rund 8.000 Unternehmen repräsentiert, klarere und verlässlichere Rahmenbedingungen statt unverbindlicher Vorgaben an.
Zudem warnte Venzky-Stalling vor Versorgungsengpässen, sollten Rechenzentren die begrenzt verfügbare grüne Energie übermäßig absorbieren. Vor diesem Hintergrund unterstreicht die Initiative in Manila, dass die Erreichung von Klimazielen vor allem von standardisierten Prozessen und skalierbaren Workflows über gesamte Wertschöpfungsketten hinweg abhängt.

