Nacon revolutioniert Gaming: Profi-Controller zum Schnäppchenpreis

Nacon reagiert auf Umsatzrückgang mit preiswerten Pro-Controllern. Magnetsensoren und hohe Abfrageraten werden zum Standard in der 50-Euro-Klasse.

Der französische Hardware-Hersteller Nacon stellt seine Strategie radikal um: Statt teurer Luxus-Controller setzt das Unternehmen auf günstige Modelle mit High-End-Technik.

Die Zeiten, in denen professionelle Gaming-Controller ein Vermögen kosteten, neigen sich dem Ende zu. Nacon, einer der führenden Hersteller von Spielzubehör in Europa, reagiert auf den wachsenden Preisdruck mit einer klaren Zwei-Klassen-Strategie. Während die Revolution X Unlimited als Flaggschiff weiterhin rund 200 Euro kostet, drängen neue Modelle wie der Revo X für 39,90 Euro und der Revo X Pro für 49,90 Euro in den Massenmarkt.

Das ist eine Kampfansage an Sony und Microsoft, deren Standard-Controller meist deutlich teurer sind.

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Der Siegeszug der Magnetsensoren

Der Preisverfall hat einen klaren technischen Grund: Die sogenannte Hall-Effect-Technologie ist längst kein Premium-Feature mehr. Anders als herkömmliche Analog-Sticks, die mit der Zeit verschleißen und zum gefürchteten „Drift-Effekt“ neigen, arbeiten magnetische Sensoren berührungslos und nahezu verschleißfrei.

„Diese Technologie hat einen Wendepunkt erreicht“, erklären Branchenbeobachter. Was vor zwei Jahren noch ein Alleinstellungsmerkmal teurer Pro-Controller war, ist heute Standard – selbst in der 50-Euro-Klasse. Nacon reagiert darauf, indem es die einst für 199 Euro gestartete Revolution 5 Pro inzwischen für rund 110 Euro anbietet.

Der Trend geht sogar noch weiter: Neuartige TMR-Sensoren (Tunnel Magnetoresistance) versprechen noch höhere Präzision bei geringerem Stromverbrauch. Das setzt die Hersteller zusätzlich unter Druck, ihre Preise anzupassen.

Finanzielle Schieflage zwingt zum Umdenken

Die aggressive Preispolitik ist jedoch nicht nur strategischer Weitblick, sondern auch Notwendigkeit. Nacon steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Am 18. Mai 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 160,8 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025/2026 – ein Rückgang von 4,3 Prozent. Besonders hart traf es die Zubehör-Sparte: Mit 47,7 Millionen Euro brach dieser Bereich um 26,9 Prozent ein.

Als Gründe nennt das Management schwierige Marktbedingungen und gestiegene US-Zölle. Die Folge: Nacon befindet sich seit März 2026 im Schutzschirmverfahren (Redressement judiciaire) vor dem Handelsgericht Lille Métropole. Zwei Tochtergesellschaften – Nacon Tech und Spiders – wurden bereits liquidiert.

Die neuen, günstigen Controller sind daher auch ein Versuch, alte Lagerbestände abzubauen und gleichzeitig mit effizienter produzierbaren Modellen neue Margen zu erzielen.

Was bedeutet das für Spieler?

Der Wandel ist grundlegend. Die Bezeichnung „Pro“ ist längst kein Garant mehr für einen dreistelligen Preis. 1000-Hertz-Abfrageraten, mechanische Schalter und Magnetsensoren werden selbst in der 50- bis 80-Euro-Klasse zur Selbstverständlichkeit.

Für Nacon steht viel auf dem Spiel: Der Erfolg der Revo-X-Serie wird maßgeblich darüber entscheiden, ob das Unternehmen aus der Krise findet. Gelingt es, driftfreie Hardware günstiger anzubieten als die Standard-Controller der Konsolenhersteller, könnte das die nötigen Stückzahlen bringen, um die Verluste im High-End-Segment auszugleichen.

Die Botschaft an die Konkurrenz ist klar: Die Technik von gestern ist der Standard von morgen – und der Preis dafür sinkt rapide.