Apple hat laut mehreren asiatischen Marktquellen einen langfristigen Liefervertrag (Long-Term Agreement, LTA) für NAND-Flash-Speicher mit dem japanischen Hersteller Kioxia geschlossen. Die Vereinbarung soll eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren haben und laut übereinstimmenden Berichten von TrendForce sowie mehreren Wirtschaftsmedien keine Preisobergrenze enthalten. Eine offizielle Bestätigung durch Apple oder Kioxia liegt bislang nicht vor.
Vorgeschichte: Verhandlungen und Preisdruck
Bereits im Vorfeld hatten mehrere Quellen, darunter TradingKey unter Berufung auf die Investmentbank Citi, Kioxia als wahrscheinlichen Partner für ein bevorstehendes NAND-Abkommen gehandelt.
Die Berichte zeichnen ein Bild wachsenden Preisdrucks: Apple soll laut Digitimes bereits ab dem ersten Quartal 2026 zugestimmt haben, die Kioxia-NAND-Preise um etwa das Doppelte anzuheben, verbunden mit einer vierteljährlichen Preisanpassung.
Parallel dazu prüfte Apple offenbar auch den chinesischen Anbieter CXMT (ChangXin Memory Technologies) als Alternative, etwa für LPDDR5X-Speicher. Diese Verhandlungen scheiterten jedoch laut den Berichten an zu hohen Preisforderungen sowie an einer als negativ beschriebenen Haltung der US-Seite gegenüber dem chinesischen Hersteller.
Speicherpreise steigen branchenweit deutlich
Der Vertragsabschluss fällt in eine Phase drastisch steigender Speicherpreise. TrendForce beziffert den Anstieg der NAND-Preise für das erste Quartal 2026 auf 55 bis 60 Prozent im Quartalsvergleich, für das zweite Quartal auf 70 bis 75 Prozent und für das dritte Quartal auf weitere 10 bis 15 Prozent. Der Preis für 128-Gigabit-MLC-NAND lag demnach im August 2026 bei 30,48 US-Dollar.
Auch der DRAM-Markt verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 59,5 Prozent im Quartalsvergleich auf 154,73 Milliarden US-Dollar, wobei Samsung 60,98 Milliarden US-Dollar (plus 63,4 Prozent), SK Hynix 38,59 Milliarden US-Dollar (plus 37,9 Prozent) und Micron 36 Milliarden US-Dollar (plus 65,5 Prozent) beisteuerten.
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Für Apple hat diese Entwicklung direkte Kostenfolgen: TrendForce schätzt, dass die Speicherkosten für ein 256-Gigabyte-iPhone-18-Pro-Modell bis zum dritten Quartal 2026 fast viermal so hoch ausfallen wie im Vorjahr.
Der Anteil der Speicherkosten an der gesamten Stückliste (Bill of Materials, BOM) soll dadurch auf rund 34 Prozent steigen, verglichen mit früher rund 10 Prozent. Bis zur ersten Jahreshälfte 2027 könnte dieser Anteil laut TrendForce sogar über 40 Prozent erreichen.
Kontext: Kapazitätssicherung in der gesamten Branche
Nicht nur Apple reagiert offenbar auf die angespannte Marktlage. Berichten zufolge planen auch Samsung, SK Hynix und Micron, jeweils zwischen 60 und 70 Prozent ihrer Kapazitäten über ähnliche Langzeitverträge zu binden – ein Hinweis darauf, dass sich Großabnehmer branchenweit gegen weitere Preissprünge und Lieferengpässe absichern wollen.
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Einordnung für Apples Produktstrategie
Die steigenden Speicherkosten treffen Apple in einer Phase, in der das Unternehmen sein Portfolio erweitert: Für ein erstes faltbares iPhone werden Startpreise zwischen etwa 2.099 und 2.299 US-Dollar erwartet, wobei Versionen mit hoher Speicherkapazität über 3.000 US-Dollar kosten könnten.
Apple hatte im zweiten Quartal einen iPhone-Umsatz von 54,252 Milliarden US-Dollar verzeichnet, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer Produktmarge von rund 40,1 Prozent.
Am 9. September 2026 veranstaltet Apple ein Event unter dem Motto „Surprise and shine“, bei dem unter anderem das iPhone 18 Pro sowie ein faltbares „Ultra“-Modell erwartet werden.
Der nun kolportierte Kioxia-Vertrag dürfte in diesem Zusammenhang auch als Versuch gewertet werden, sich angesichts weiter steigender Speicherpreise langfristige Liefersicherheit für kommende Produktgenerationen zu verschaffen.

