Nanoplastik: Kimchi-Bakterium bindet Partikel zu 57%

Der Stamm CBA3656 entfernte im Mausmodell mehr Nanoplastik, während der Präbiotika-Markt laut Prognose bis 2036 auf 3,8 Milliarden US-Dollar wächst.

Die Forschung zu funktionellen Lebensmitteln liefert neue Erkenntnisse über den Umgang mit Umweltbelastungen im menschlichen Körper. Wissenschaftler des World Institute of Kimchi (WiKim) in Südkorea untersuchten im Frühjahr 2026 die Eigenschaften spezifischer Milchsäurebakterien, die aus dem traditionellen fermentierten Gemüsegericht Kimchi isoliert wurden.

Im Zentrum der Untersuchungen steht der Bakterienstamm Leuconostoc mesenteroides CBA3656, dem die Fähigkeit zugeschrieben wird, Polystyrol-Nanoplastik im Verdauungssystem zu binden.

Effizienz der Nanoplastik-Adsorption im Labor- und Tiermodell

Die in der Fachzeitschrift Bioresource Technology veröffentlichten Ergebnisse verdeutlichen signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Bakterienstämmen. In einer simulierten Darmumgebung wies der Stamm CBA3656 eine Adsorptionsrate von 57 % auf.

Im Gegensatz dazu erreichte der Referenzstamm CBA3608 unter identischen Bedingungen lediglich einen Wert von 3 %. Unter standardisierten Laborbedingungen ohne Simulation des Verdauungstraktes lagen beide Stämme näher beieinander: CBA3656 erreichte hier eine Adsorption von 87 %, während der Referenzstamm auf 85 % kam.

Die unter der Leitung von Dr. Se Hee Lee und Dr. Tae Woong Whon durchgeführte Studie umfasste auch Versuche an keimfreien Mäusen. Hierbei beobachteten die Forscher, dass die Verabreichung des Stammes CBA3656 die Ausscheidung von Nanoplastik über den Kot deutlich steigerte.

Konkret betrug der Anstieg des im Kot nachgewiesenen Nanoplastiks das 2,16-fache im Vergleich zur Kontrollgruppe. Trotz dieser Resultate im Tiermodell weisen die Studienautoren darauf hin, dass die Übertragbarkeit auf den Menschen bislang ungeklärt ist, da klinische Humanstudien zu diesem Zeitpunkt noch ausstehen.

Synergien durch präbiotische Ballaststoffe

Ergänzend zu den probiotischen Ansätzen rücken präbiotische Stoffe wie Inulin verstärkt in den Fokus der Ernährungsforschung. Inulin ist ein wasserlöslicher Ballaststoff mit einer Energiedichte von rund 1,5 kcal/g, der unter anderem aus Zichorien, Knoblauch und Zwiebeln gewonnen wird.

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Immer mehr Menschen fragen sich, wie sie die Aufnahme winziger Kunststoffpartikel im Alltag reduzieren können. Ein aus fermentiertem Gemüse isolierter Bakterienstamm band in einem simulierten Darmmodell 57 Prozent der Nanoplastik-Partikel — ein Ergebnis, das Forscher ausdrücklich noch nicht auf den Menschen übertragen. Unser kostenloser Report ordnet die Studienlage ein und zeigt, welche Rolle fermentierte Lebensmittel und Ballaststoffe wie Inulin für Ihre Darmflora spielen können. Kostenlosen Darmpflege-Report anfordern

Die Substanz dient als Substrat für nützliche Darmbakterien wie Bifidobakterien und Laktobazillen. Neben der Förderung der Darmbewegung wird Inulin eine senkende Wirkung auf die Triglyceridwerte zugeschrieben.

Unternehmen wie Hedetang Industrial aus Xi’an, eine Tochter der in Shenzhen börsennotierten Hedetang Holdings, besetzen dieses Segment als Hersteller. Die industrielle Bedeutung solcher Inhaltsstoffe spiegelt sich auch in der Marktentwicklung wider.

Marktanalyse und wirtschaftliche Prognosen für Präbiotika

Analysen des Marktforschungsunternehmens Fact.MR unterstreichen das wirtschaftliche Potenzial von Inhaltsstoffen wie Inulin, Fructooligosacchariden (FOS) und Pektin. Für das Jahr 2025 wurde das weltweite Marktvolumen auf 1,2 Mrd. US-Dollar beziffert.

Im Jahr 2026 soll dieser Wert auf 1,3 Mrd. US-Dollar steigen. Langfristige Prognosen gehen von einem Anwachsen auf 3,8 Mrd. US-Dollar bis zum Jahr 2036 aus, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 11,0 % entspricht.

Regional zeigen sich dabei unterschiedliche Wachstumsdynamiken. Während für China eine Rate von 11,7 % und für Frankreich 11,6 % prognostiziert wird, liegt die Erwartung für Deutschland bei 11,0 % und für Japan bei 10,1 %.

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Innerhalb der Produktsegmente nehmen Inulin-angereicherte Mischungen mit einem prognostizierten Anteil von 36,0 % im Jahr 2026 die führende Rolle ein, gefolgt von Zitruspektin mit 29,0 %.

Diese Marktdaten verdeutlichen das steigende Interesse der Industrie an funktionellen Zusatzstoffen, die sowohl physiologische Vorteile bieten als auch technologische Anforderungen in der Lebensmittelproduktion erfüllen.