Nanopower nPZero: Chipproduktion für zehn Jahre IoT-Laufzeit startet

Der europäische Chiphersteller Nanopower hat seinen stromsparenden Begleitchip nPZero in die Serienfertigung überführt. Die Technologie senkt den Energieverbrauch vernetzter Geräte drastisch und verlängert deren Lebensdauer.

Der europäische Chiphersteller Nanopower hat seinen stromsparenden Begleitchip nPZero in die Serienfertigung überführt. Die Technologie verspricht, den Energieverbrauch vernetzter Geräte um bis zu 90 Prozent zu senken und ihre Lebensdauer auf ein Jahrzehnt zu verlängern. Ein Meilenstein für das Internet der Dinge.

Paradigmenwechsel im Chipdesign

Das Problem vieler IoT-Geräte ist ihr eigener Mikrocontroller. Er muss tausendfach am Tag aus dem Schlafmodus aufwachen, um angeschlossene Sensoren abzufragen – und verbraucht dabei Energie, selbst wenn nichts passiert ist. Der nPZero PSIC setzt hier an und übernimmt diese Routineaufgaben als intelligentes Strommanagement-Hub.

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Der Clou: Der Chip arbeitet nach dem Prinzip der Subthreshold-Technologie. Während herkömmliche Transistoren im Mikroampere-Bereich arbeiten, funktioniert der nPZero im Nanowatt-Bereich. Das reduziert den Stromverbrauch um den Faktor 1.000. Der Hauptprozessor und die Funkmodule bleiben so komplett abgeschaltet. Erst wenn vordefinierte Schwellenwerte erreicht sind, weckt der Begleitchip das System. Unnötige Aktivphasen entfallen.

Einfache Integration für Hersteller

Mit dem Start der Serienfertigung will Nanopower die Integration in Massenprodukte beschleunigen. Entwicklerkits und Musterchips sind bereits verfügbar. Kernstück der Strategie ist der nPZero Configurator, eine grafische Software.

Das Tool ermöglicht es, Überwachungsregeln, Weckzeiten und Sensor-Schwellenwerte ohne tiefgehende Programmierkenntnisse festzulegen. Es generiert automatisch den notwendigen API-Code. Das senkt die Einstiegshürde und verkürzt die Zeit bis zur Markteinführung für neue, stromsparende Geräte erheblich.

Einsatz in Landwirtschaft und Smart Cities

Die Technologie zielt auf Märkte, in denen Wartung und Batteriewechsel hohe Kosten verursachen. Dazu zählen Smart Agriculture, industrielles Asset-Tracking, Smart-City-Infrastruktur und Umweltmonitoring. Hier operieren Geräte oft jahrelang autark an schwer zugänglichen Orten.

Die Umweltbilanz ist ein weiterer Treiber. Mit dem massenhaften Ausbau des IoT würden ohne drastische Effizienzsteigerungen täglich Millionen Batterien entsorgt werden. Der nPZero ermöglicht es, mit kleineren Batterien auszukommen oder ganz auf Energy Harvesting zu setzen. Das reduziert Elektroschrott und schont Ressourcen.

Marktstart auf der Embedded World

Die Ankündigung fiel zeitgleich mit der Embedded World 2026 in Nürnberg. Dort demonstrierte das Unternehmen, wie die Technologie Mikrocontroller in bisher unerreichte Tiefschlafphasen versetzt.

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Analysen sehen in dem Ansatz eine pragmatische Lösung für ein grundlegendes Hardware-Problem. Da Funkprotokolle wie LTE-M oder NB-IoT bereits sehr effizient sind, ist die lokale Sensorverwaltung zum limitierenden Faktor für die Laufzeit geworden. Die Stärke der Architektur: Sie ist technologieagnostisch und mit jedem Funkstandard kompatibel. Hersteller können sie in bestehende Designs integrieren, ohne die Hardware komplett überarbeiten zu müssen.

Grundlage für autonome Sensornetze

Der erfolgreiche Produktionsstart soll eine neue Welle autonomer, wartungsfreier IoT-Lösungen auslösen. Ab dem zweiten Halbjahr 2026 werden erste Geräte mit dem Chip auf den Markt kommen.

Ultra-sparsame Begleitchips wie der nPZero könnten sich vom optionalen Add-on zum grundlegenden Design-Standard entwickeln. Wenn die versprochenen Einsparungen im Feld bestätigt werden, würde dies den Leistungshaushalt für IoT-Geräte neu definieren. Die Technologie ebnet den Weg für dichte Sensornetzwerke in einem bisher wirtschaftlich nicht darstellbaren Maßstab – und treibt so die nächste Evolutionsstufe der Industrieautomation voran.