Nasses Smartphone: Warum Reis laut iFixit mehr schadet als hilft

iFixit rät bei Wasserkontakt zum Ausschalten und Lufttrocknen; Reis, Hitze und Schütteln können Schäden verschlimmern.

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Der weitverbreitete Ratschlag, ein ins Wasser gefallenes Smartphone in ungekochten Reis zu legen, richtet mehr Schaden an als Nutzen. Wie die Reparaturplattform iFixit in einem aktuellen Bericht darlegt, hilft Reis nicht gegen Flüssigkeitsschäden, sondern verschlimmert die Situation häufig noch – insbesondere dann, wenn das Mobiltelefon eingeschaltet bleibt. Gleichzeitig geben Reparaturexperten Hinweise zum richtigen Vorgehen bei Feuchtigkeit und zum Schutz mobiler Endgeräte vor unbefugtem Zugriff.

Warum Reis und Hitze die Feuchtigkeitsschäden verstärken

Nach Angaben von iFixit setzt Korrosion im Inneren eines nassen Geräts unmittelbar ein. Selbst Telefone, die nach einem Wasserkontakt zunächst weiter funktionieren, weisen im Nachgang oft oxidierte und brüchige Lötstellen auf.

Bereits ein Test des US-Unternehmens Gazelle aus dem Jahr 2014 zeigte, dass trockener Reis innerhalb von 24 Stunden von sieben getesteten Materialien am wenigsten Wasser absorbierte. Er schnitt damit schlechter ab als Silikagel, Katzenstreu, Couscous oder Haferflocken. Am effektivsten trockneten Geräte schlicht an der offenen Luft.

Auch Smartphone-Hersteller raten von der Reismethode ab. Apple warnt in seinem Leitfaden zur Flüssigkeitserkennung davor, iPhones in Reis zu legen, da kleine Partikel in das Gehäuse eindringen und die Hardware beschädigen können. Zudem wird vor externen Hitzequellen wie Föhns oder Backöfen, vor Heizungen, Druckluft sowie dem Einsatz von Wattestäbchen oder Papiertüchern im Ladeanschluss gewarnt.

Das empfohlene Vorgehen bei Wasserkontakt

Tritt Feuchtigkeit ein, raten Reparatur- und Verbraucherexperten zu schnellem Handeln: Das Smartphone sollte umgehend ausgeschaltet werden. Schutzhüllen sowie SIM-Karten sind zu entfernen, und die Außenseite sollte vorsichtig trocken getupft werden. Auf starkes Schütteln sollte verzichtet werden, um keine Kurzschlüsse zu provozieren oder Flüssigkeit tiefer ins Gehäuse zu befördern.

Apple empfiehlt für betroffene iPhones, das Ladekabel abzuziehen, das Gerät mit dem Anschluss nach unten zu halten und es leicht gegen die Hand zu klopfen, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Danach sollte das Telefon an einem trockenen Ort mit etwas Luftzug ruhen.

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Ein erneuter Ladeversuch sollte frühestens nach 30 Minuten erfolgen; bleibt die Feuchtigkeitswarnung bestehen, kann der Trocknungsvorgang bis zu 24 Stunden dauern. Samsung blockiert bei Feuchtigkeit im Ladeanschluss das Laden über eine entsprechende Warnmeldung; meist verdunstet das Wasser innerhalb von ein bis zwei Stunden.

Für versierte Anwender empfiehlt iFixit, das Gerät zu öffnen, Bauteile bei Bedarf in 90-prozentigen Isopropylalkohol zu tauchen, zu reinigen und gründlich getrocknet wieder zusammenzusetzen.

Verschleiß der Schutzdichtungen und rechtliche Hürden

Viele Nutzer wiegen sich durch Schutzklassen wie IP68 in falscher Sicherheit. Nach Darstellung von iFixit ist kein Smartphone dauerhaft wasserdicht. Klebstoffdichtungen verschleißen nach ein bis zwei Jahren, und Stürze schwächen den Schutz zusätzlich. iFixit-Geschäftsführer Kyle Wiens betonte, dass eine IP-Zertifizierung lediglich am Tag des Kaufs garantiert sei.

Zwar versiegeln Hersteller wie Apple oder OnePlus Logikboard-Anschlüsse mit Silikon, doch insbesondere Meerwasser führt wegen seines Salzgehalts zu aggressiver Korrosion.

Die australische Verbraucherschutzbehörde verklagte Samsung bereits, weil das Unternehmen Galaxy-Modelle werblich im Pool- und Meerwasser darstellte, die Herstellergarantie solche Schäden jedoch ausschließt. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass Gewährleistung und Garantie bei selbst verschuldeten Feuchtigkeitsschäden in der Regel nicht greifen.

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Vorkehrungen gegen Datenverlust und Diebstahl

Neben physischen Schäden warnen Sicherheitsexperten vor den Folgen eines Geräteverlusts. Bei einem entsperrten Smartphone droht unbefugter Zugriff auf E-Mails, SMS-Bestätigungscodes und Bankkonten. Fachleute empfehlen daher eine mindestens sechsstellige PIN, biometrische Sperren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung sowie die Aktivierung von Ortungsfunktionen.

Kommt es zum Diebstahl, sollten Betroffene umgehend die SIM-Karte sperren lassen, Banken informieren und das Gerät über die herstellereigenen Ortungsdienstes aus der Ferne sperren oder löschen.

Auf dem Sperrbildschirm sollte im Verlustmodus keine Telefonnummer hinterlegt werden, um Betrugsversuchen durch Social Engineering vorzubeugen. Apple warnt zudem davor, dass der Hersteller Nutzer niemals direkt kontaktiere, um den Fund eines gestohlenen Geräts zu melden – entsprechende Nachrichten seien Betrugsversuche.