National AI Safety Standard: 72-Stunden-Meldepflicht für Datenpannen ab November

Microsoft, AFT und UFT regeln den KI-Einsatz an US-Schulen neu: Datenschutz, menschliche Kontrolle und Meldefristen werden verbindlich.

Im Rahmen einer weitreichenden Kooperation zur Digitalisierung des US-Bildungswesens haben Microsoft, die American Federation of Teachers (AFT) und die United Federation of Teachers (UFT) am 9. September 2026 in New York einen rechtsverbindlichen Sicherheitsstandard unterzeichnet.

Das Abkommen mit dem Titel „National AI Safety & Privacy Standard“ umfasst zehn konkrete Schutzmaßnahmen auf insgesamt 30 Seiten und soll den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Schulen regeln.

Strenge Datenschutzregeln und Meldefristen

Der neu verabschiedete Standard setzt klare Grenzen für den Einsatz von KI-Technologien im Bildungssektor. Er verbietet explizit die Nutzung von Daten von Schülern sowie Lehrkräften für das Training von KI-Modellen. Zudem ist das Tracking von Personen sowie die automatisierte Entscheidungsfindung durch KI ohne menschliche Überprüfung untersagt. Auch der Einsatz von KI-Begleit-Chatbots wird durch das Regelwerk unterbunden.

Ein zentraler Aspekt der Vereinbarung betrifft die Sicherheit der Datenbestände. Im Falle von Datenschutzverletzungen sind die beteiligten Akteure verpflichtet, diese innerhalb von 72 Stunden zu melden. Diese Richtlinien sollen ab dem 1. November 2026 für alle betroffenen Schuldistrikte verbindlich gelten. Damit reagieren die Organisationen auf wachsende Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre und der algorithmischen Transparenz im Unterricht.

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Ausbau der National Academy for AI Instruction

Die Unterzeichnung des Sicherheitsstandards markiert einen weiteren Meilenstein in einer Entwicklung, die bereits im Sommer 2025 ihren Anfang nahm. Im Juli 2025 startete die AFT die „National Academy for AI Instruction“, ein auf fünf Jahre angelegtes Programm mit einem Gesamtbudget von 23 Millionen US-Dollar. Zu den Gründungspartnern dieser Initiative zählen neben Microsoft auch OpenAI und Anthropic.

OpenAI trägt laut Projektplanung einen signifikanten Teil zur Finanzierung bei. Über den Zeitraum von fünf Jahren beläuft sich der Anteil des Unternehmens auf insgesamt 10 Millionen US-Dollar. Davon werden 8 Millionen US-Dollar als direkte Finanzmittel bereitgestellt, während 2 Millionen US-Dollar in Form von Sachleistungen fließen.

Die AFT, die mit rund 1,8 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte Lehrergewerkschaft der Vereinigten Staaten ist, verfolgt mit der Akademie ein ehrgeiziges Ziel: Innerhalb der fünfjährigen Laufzeit sollen rund 400.000 Lehrkräfte geschult werden. Dies entspräche etwa jedem zehnten Lehrer im US-amerikanischen K-12-Bildungssystem.

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Regionale Hubs und praxisnahe Erprobung

Bereits im Herbst 2025 wurde im Hauptquartier der UFT in Manhattan ein zentraler Flagship-Hub eröffnet. In diesem Zentrum arbeiten Lehrkräfte nach einem speziellen Modell, bei dem Curricula entworfen, digitale Werkzeuge getestet und Leitlinien für die Praxis erstellt werden. Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an das Lehrpersonal, sondern auch an Schulleitungen und Mitarbeiter der Bezirksverwaltungen.

Parallel zur Gründung der Akademie durch die AFT veranstaltete OpenAI im Herbst 2025 das Programm „AI Skills Jam for K-12 Educators“, an dem mehr als 1.600 Personen teilnahmen.

Um die Reichweite der Ausbildung zu erhöhen, plant die Gewerkschaft, bis zum Jahr 2030 weitere regionale Hubs zu eröffnen, die den Standard und die Curricula landesweit in die Fläche tragen sollen. Die nun unterzeichneten Sicherheitsregeln bilden das rechtliche Fundament für diese technologische Transformation im Klassenzimmer.