Ein vertrauenswürdiger Spieler hat das beliebte Online-Politikspiel NationStates lahmgelegt. Nach einem schweren Datenzugriff durch einen eigenen Community-Mitglieder ist die Plattform seit dem 27. Januar komplett abgeschaltet. Ein Neustart könnte noch Tage dauern.
Vertrauter „Bug Hunter“ wird zum Eindringling
Der Auslöser der Krise ist kein externer Hacker, sondern ein langjähriges und geschätztes Mitglied der Community. Der Spieler hatte seit 2021 etwa ein Dutzend Sicherheitslücken gemeldet und dafür sogar eine „Bug Hunter“-Auszeichnung erhalten. Doch diesmal ging er zu weit: Nachdem er eine kritische Schwachstelle in einer neuen Suchfunktion entdeckte, nutzte er diese nicht nur für eine Meldung. Stattdessen verschaffte er sich mittels Remote Code Execution Zugriff auf den Hauptserver und kopierte den Anwendungscode sowie eine Datenbank mit Nutzerinformationen.
Obwohl der Spieler behauptet, die Daten gelöscht zu haben, kann das Administrationsteam um Gründer Max Barry dies nicht überprüfen. Sie müssen davon ausgehen, dass die Informationen kompromittiert sind. Ein klassischer Fall von guter Absicht, die in illegale Aktion umschlägt.
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Umfangreiche Nutzerdaten betroffen
Das Datenleck ist gravierend. Erbeutet wurden aktuelle und frühere E-Mail-Adressen der Spielerkonten, IP-Adressen von Login-Sitzungen sowie Browser-Informationen. Besonders kritisch: Auch die Passwort-Hashes wurden entwendet. Diese waren mit dem veralteten und leicht zu knackenden MD5-Algorithmus gespeichert.
Sicherheitsexperten raten daher dringend, die Passwörter nicht nur bei NationStates, sondern überall dort zu ändern, wo sie wiederverwendet wurden. Community-Moderatoren auf Plattformen wie Reddit verstärken diese Warnung: Alle Passwörter müssen als unsicher gelten.
Komplett-Neustart als einzige Lösung
Angesichts des tiefen Systemzugriffs sah das Team nur einen Weg: einen kompletten Neuanfang. „Wir müssen alles plattmachen und neu aufbauen“, so die Administratoren. Die gesamte Infrastruktur – Spiel und Foren – wird derzeit von Grund auf neu errichtet, um mögliche Hintertüren des Eindringlings auszuschließen. Dieser aufwändige Prozess ist der Grund für die mehrtägige Downtime.
Die Sicherheitslücke selbst entstand durch eine unzureichende Überprüfung von Nutzereingaben in Kombination mit einem Parsing-Fehler. Das Team räumte ein, dass es sich um den ersten derart gravierenden Bug in der langen Geschichte der Seite handelt.
Folgen für Sicherheitskultur und Community
Der Zwangs-Stopp wirft ein Schlaglicht auf das schwierige Verhältnis zwischen Plattformen und unabhängigen Sicherheitsforschern. Bug-Bounty-Programme sind zwar Standard, doch dieser Vorfall zeigt die Risiken, wenn die Grenze zwischen Recherche und aktiver Invasion überschritten wird.
Während die Techniker an der Wiederherstellung arbeiten, diskutiert die verwaiste Community auf externen Plattformen. Die größten Sorgen gelten dem Missbrauch der persönlichen Daten und der langfristigen Integrität des Spiels. Bei der Rückkehr der Seite werden Nutzer wahrscheinlich zu einer Passwort-Zurücksetzung gezwungen und sollten wachsam gegenüber Phishing-Versuchen sein.
Die Administration kündigte eine grundlegende Überprüfung der Sicherheitsarchitektur und der Richtlinien für das Melden von Schwachstellen an. Die Frage bleibt: Wie kann man engagierte Helfer einbinden, ohne das eigene System zu gefährden? Die Antwort darauf wird die Zukunft von NationStates maßgeblich prägen.
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