Naver AI Factory: NVIDIA investiert 1 Milliarde in GPU-Versorgung

Naver sichert sich mit NVIDIA und Brookfield Milliarden für KI-Rechenzentren. Das SPV-Modell entlastet die Bilanz und treibt den Ausbau auf 200 MW voran.

Der südkoreanische Technologiekonzern Naver verfolgt mit seinem Projekt „AI Factory“ einen strategischen Ansatz zur Skalierung von Rechenkapazitäten. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Vertragsstrukturen aus dem August 2026 verdeutlicht die komplexe Rollenverteilung zwischen Naver, dem Chip-Produzenten NVIDIA und dem Investor Brookfield. Ziel des Vorhabens ist die Sicherung einer stabilen Versorgung mit Grafikeinheiten (GPUs) bei gleichzeitiger finanzieller Entlastung des Konzerns.

Strategische Beteiligung von NVIDIA

NVIDIA tritt bei dem Projekt als strategischer Investor auf. Das US-Unternehmen investiert 1 Milliarde US-Dollar, was zum Zeitpunkt der Bekanntgabe etwa 1,43 Billionen Won entsprach. Im Gegenzug erhält NVIDIA einen Anteil von rund 4,5 Prozent an Naver. Diese Kapitalbeteiligung dient laut Berichten primär der Stabilisierung der Lieferkette für GPUs und ist nicht als direkter Kaufpreis für Hardware zu verstehen.

Durch diesen Schritt rückt NVIDIA zum drittgrößten Anteilseigner von Naver auf. Die Beteiligung des Firmengründers Lee Hae-jin verringert sich infolge der Kapitalmaßnahme voraussichtlich von 3,91 Prozent auf etwa 3,8 Prozent. Die Einbindung von NVIDIA als Partner soll die langfristige Verfügbarkeit der für Künstliche Intelligenz notwendigen Rechenressourcen sicherstellen.

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Das SPV-Modell mit Brookfield

Ein wesentlicher Pfeiler der Finanzierung ist die Zusammenarbeit mit dem Investor Brookfield. Über eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) plant Brookfield Investitionen in Höhe von bis zu 9 Milliarden US-Dollar, was etwa 12,88 Billionen Won entspricht. Die vertraglichen Rahmenbedingungen sahen für Brookfield zudem exklusive Verhandlungsrechte über einen Zeitraum von zwölf Wochen vor.

Die Struktur der AI Factory basiert auf einer strikten Trennung von Infrastrukturbesitz und Betrieb. Das SPV fungiert als Eigentümer der physischen Vermögenswerte, was sowohl die Rechenzentrumsgebäude als auch die darin verbauten GPUs umfasst. Naver hingegen bleibt zu 100 Prozent Eigentümer der Betreibergesellschaft. In diesem Modell entrichtet Naver Nutzungsgebühren an das SPV, um Zugriff auf die Rechenleistung zu erhalten. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Konzern, massiv in KI-Infrastruktur zu expandieren, ohne die gesamten Investitionskosten unmittelbar in der eigenen Bilanz verbuchen zu müssen.

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Kapazitätsziele und Ausbauphasen

Die Planungen für die erste Phase der AI Factory umfassen eine Gesamtkapazität von 200 Megawatt (MW). Der Ausbau der Infrastruktur ist laut den vorliegenden Plänen in mehreren Stufen vorgesehen:

  • Für das erste Halbjahr 2027 wird eine Kapazität von 55 MW angestrebt.
  • Bis zum Jahresende 2027 soll die verfügbare Leistung auf 100 MW steigen.
  • Die finale Kapazität der ersten Phase von 200 MW soll im Laufe des Jahres 2028 erreicht werden.

Diese Skalierung spiegelt den wachsenden Bedarf an spezialisierten Rechenzentren wider, die für das Training und den Betrieb großer Sprachmodelle und anderer KI-Anwendungen optimiert sind. Durch die Kombination aus strategischem Hardware-Partner und finanzstarkem Infrastruktur-Investor versucht Naver, seine Position im globalen Wettbewerb um KI-Infrastruktur zu festigen.