NCCIA-Ermittlungen: 212 Festnahmen und 306 Handys bei Call-Center-Razzien

Die NCCIA meldet 212 Festnahmen bei Call-Center-Razzien und untersucht weitere Fälle mit digitalen Beweismitteln.

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Die pakistanische Cyberkriminalitätsbehörde National Cyber Crime Investigation Agency (NCCIA) hat einem Bericht vom 26. September 2026 zufolge einen 17-Jährigen festgenommen, der über den KI-Chatbot Claude Anleitungen gesucht haben soll, um seinen Vater zu vergiften.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Rolle mobiler Endgeräte und digitaler forensischer Analyse in aktuellen Ermittlungen der Behörde, die parallel mehrere weitere Fälle bearbeitet.

Hinweis aus den USA führte zur Festnahme

Den Ermittlungen ging laut den Berichten ein Hinweis des FBI voraus, der der NCCIA am 22. September 2026 über das pakistanische Außenministerium übermittelt wurde. Laut dem Ermittlungsbericht (FIR) soll der Jugendliche zunächst versucht haben, Labor-Methanol in das Essen seines Vaters zu mischen – ein Versuch, der scheiterte. Anschließend habe er den Chatbot zu Abrin befragt, einem Giftstoff, der aus Rosenkranzbohnen gewonnen wird.

Bei der Festnahme beschlagnahmten die Ermittler ein iPhone 15 Pro Max sowie mehrere Chemikalien: Methanol, Ethylenglykol, Salzsäure, Kaliumhydroxid und Natriumhydroxid. Die Substanzen sollen aus Australien und Islamabad stammen.

NCCIA-Direktor Hassam Bin Iqbal erklärte, der Jugendliche habe ein ausgeprägtes Interesse an Chemie gehabt und ursprünglich beabsichtigt, aus Methanol Biodiesel herzustellen. Als beeinflussenden Faktor nannte er die Fernsehserie Breaking Bad.

Weitere Großrazzien gegen Call-Center-Betrug

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Neben dem Einzelfall meldete die NCCIA laut einem Bericht vom 27. September 2026 die Festnahme von 212 Personen, darunter chinesische Staatsangehörige, bei Razzien gegen drei illegale Call-Center in den Islamabader Stadtteilen E-11 und G-10. Den Festgenommenen werden Betrugsdelikte gegenüber Opfern in Pakistan und im Ausland vorgeworfen, darunter die Vortäuschung, Vertreter von Google zu sein, sogenannter Tasking-Fraud mit vorgetäuschten Aufgabenangeboten sowie Romance-Scams über Dating-Plattformen.

Bei den Razzien stellten die Ermittler 306 Mobiltelefone, 383 Computer beziehungsweise CPUs sowie 299 Monitore und Laptops sicher. Die Behörde geht möglichen Verbindungen nach Indien und Brasilien nach. Ein entsprechender Fall wurde registriert, Ermittlungen zu Finanzverbindungen und individuellen Rollen der Beteiligten laufen.

Die NCCIA verweist dabei auf frühere, ähnlich gelagerte Einsätze: im Juli 2025 wurden in Faisalabad 149 Personen festgenommen, darunter 48 chinesische Staatsangehörige, im August 2026 in Islamabad 258 beziehungsweise in einem weiteren Fall 114 ausländische Staatsangehörige, darunter 111 Chinesen und drei Vietnamesen.

Kricketspieler im Fokus forensischer Handy-Analyse

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In einem separaten Ermittlungsstrang hat die NCCIA laut einem Bericht vom 27. September 2026 den pakistanischen Kricket-Nationalspieler Mohammad Rizwan mehrfach kontaktiert, um Zugriff auf sein Mobiltelefon für eine forensische Tiefenanalyse zu erhalten. Rizwan kooperiere den Quellen zufolge bislang nicht vollständig, weshalb rechtliche Schritte in Erwägung gezogen würden.

Für die Analyse müssten die Anti-Diebstahl- und Gesichtserkennungssperren des Geräts deaktiviert werden. Die Behörde verfügt zwar über Forensik-Tools, um das Handy notfalls zu entsperren, befürchtet dabei jedoch einen Datenverlust. Ein weiterer Kontaktversuch war für den 28. September 2026 vorgesehen, andernfalls solle eine schriftliche Aufforderung folgen.

Der Kricketspieler Imam-ul-Haq kooperiert den Angaben zufolge hingegen und lässt die Analyse seines Handys in seinem Beisein durchführen. Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang betreffen Vorwürfe rund um Online-Wetten, Korruption sowie mögliche Straftaten im Islamabader NCCIA-Büro selbst.