NetApp hat auf dem Insight-Event in San Jose mit Novus ein neues Storage-System präsentiert, das laut Unternehmensangaben der „schnellste Storage der Welt“ und das „erste zettabyte-scale File System“ sei. Das System richtet sich an Anbieter von AI-Infrastruktur mit großen GPU-Umgebungen, wie aus einem Bericht von thecanadianpressnews.ca vom 29.09.2026 hervorgeht.
Leistungsdaten und Architektur
Laut einem Bericht von crn.com vom 30.09.2026 erreicht Novus einen aggregierten Durchsatz von bis zu 100 TB/s bei unbegrenzter Skalierbarkeit und Zettabyte-Skalierung in einem einzigen Namespace. Die GPU-Auslastung könne unter klassischen Storage-Architekturen auf unter 30 Prozent fallen – ein Problem, das Novus adressieren soll.
Die Architektur trennt laut techzine.eu Metadaten vom Datenpfad und erlaubt es, Performance, Kapazität und Concurrency unabhängig voneinander zu skalieren – unter einem gemeinsamen Namespace über Standard-NFS/pNFS, ohne proprietäre Protokolle.
Die erste Version kombiniert laut einem Bericht von technologydecisions.com.au vom 01.10.2026 die Metadaten-Software Novus Data Director auf qualifizierter Supermicro-Infrastruktur mit ONTAP Data Services über AFF-A90-Systeme. Das System ist demnach bereits bestellbar, mit einem Pfad zu softwaredefinierten Deployments im selben Namespace.
NetApp-CTO Arindam Banerjee erläuterte laut crn.com, dass eine einzelne GPU bis zu 8 TB/s verarbeiten könne, die GPU-Auslastung in manchen Deployments aber auf 5 Prozent fallen könne.
Als Beispielrechnung nannte er 50.000 GPUs bei 2 GB/s pro GPU, was 100 TB/s Bandbreite ergebe. NetApp-CPO Syam Nair betonte laut technologydecisions.com.au, dass Storage-Architekturen zum Bottleneck für AI-Factories von Neoclouds und GPU-as-a-Service-Anbietern würden.
Skalierung und unabhängige Prüfung
Nach Angaben von ciol.com vom 01.10.2026 skaliert Novus in 1-TB/s-Blöcken; ein Laborsystem mit 10 TB/s läuft bereits, während 100 TB/s eine Föderation von rund 1.250 Knoten erfordern würden. Interne Tests hätten 70.000 Dateierstellungen pro Sekunde erreicht.
Eine unabhängige Prüfung durch Omdia unter Chefanalyst Tony Palmer attestierte dem System laut moneycompass.com.my eine nahezu lineare Performance-Skalierung. Die Modellierung projiziere einen sequentiellen Lese-Durchsatz von 100 TB/s und eine effektive Kapazität von Dutzenden Exabytes – die Zettabyte-Scale-Zahlen blieben jedoch Projektionen.
Zielgruppe sind Neoclouds und GPU-as-a-Service-Anbieter. Während AI-Factories früher rund 10.000 GPUs umfassten, erreichen neue Bauten inzwischen 50.000 oder mehr GPUs.
NetApp hatte zuvor den pNFS-Anbieter Peak:AIO übernommen; frühere NetApp-Werte lagen bei rund 171 GiB/s (A800), rund 351 GiB/s (A90-Cluster) und 457 GiB/s über acht AFX-Knoten. Als Wettbewerber im Markt gelten DDN, Everpure, WEKA und VAST Data.
Weitere Ankündigungen auf dem Insight-Event
Neben Novus präsentierte NetApp auf der Veranstaltung weitere Produkte: Keystone Sovereign soll Datenhoheit für europäische Kunden gewährleisten, mit ersten Piloten in Deutschland und Frankreich. Hinzu kommen eine Console mit Fleet Management, Autonomous Operations und AI-ChatOps sowie die AI Data Engine (AIDE) zur Metadaten-Erkennung über ONTAP, StorageGRID und Nicht-NetApp-Storage hinweg (NFS, SMB, S3).
Laut einem Bericht von ciol.com vom 01.10.2026 sollen die AIDE-Metadaten für mindestens die ersten sechs Monate kostenlos verfügbar sein. Die Integration mit Commvault habe laut unabhängigen Labors eine Ransomware-Erkennungsrate von 99 Prozent ohne Fehlalarme erzielt. Zudem plane Oracle einen OCI NetApp Storage Service mit allgemeiner Verfügbarkeit innerhalb von zwölf Monaten – das vierte große Cloud-Erstangebot nach Azure, AWS und GCP.

