Neue Angriffswelle erschüttert Online-Banking-Sicherheit

Hochprofessionelle Angriffe nutzen KI-generierte Phishing-Mails und gestohlene Daten für gezielte Betrugsversuche gegen Bankkunden. Experten raten zu erhöhter Vorsicht.

Eine neue Welle hochprofessioneller Cyberangriffe bedroht derzeit die Sicherheit des Online-Bankings in Deutschland. Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützer warnen vor drastisch verfeinerten Methoden der Kriminellen.

Trojaner tarnt sich als Video-App

Die Bedrohungslage hat sich in den letzten Tagen durch zwei konkrete Vorfälle verschärft. Ein neu entdeckter Android-Trojaner tarnt sich als harmlose Video-Anwendung, um Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Parallel sorgt ein massives Datenleck beim französischen Kontenregister FICOBA für Alarm.

Die kompromittierten Datensätze aus Frankreich dienen Kriminellen nun als Grundlage für äußerst überzeugende, personalisierte Betrugsversuche. Die Verbraucherzentrale warnt vor anhaltenden Phishing-Wellen, die sich gezielt gegen Kunden deutscher Banken wie Volksbanken, Commerzbank und apoBank richten.

KI schreibt täuschend echte Phishing-Mails

Die Zeiten schlechter Grammatik in Betrugs-E-Mails sind vorbei. Heutige Angriffe sind mehrstufig und technologisch ausgefeilt. Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz, um personalisierte, fehlerfreie Nachrichten zu erstellen, die kaum von echter Bankenkommunikation zu unterscheiden sind.

Die Maschen kombinieren häufig mehrere Methoden: Nach dem Datendiebstahl durch Phishing-Links folgt oft ein Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters. Durch „Call-ID-Spoofing“ erscheint dabei sogar die offizielle Banknummer auf dem Display. Die Täter nutzen die erbeuteten Daten, um Vertrauen aufzubauen und Opfer zur Freigabe von Transaktionen zu drängen.

So schützen Sie sich vor Betrug

Banken betonen: Sie fordern Kunden niemals per E-Mail, SMS oder Telefon zur Preisgabe von Passwörtern oder TANs auf. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt eine Kombination aus technischer Vorsicht und gesundem Misstrauen.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen: Ignorieren Sie unaufgeforderte Nachrichten mit Dringlichkeitsappell. Klicken Sie nie auf enthaltene Links. Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) Ihrer Bank. Halten Sie Betriebssysteme, Banking-Apps und Virenschutz stets aktuell. Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen.

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Regulatorischer Druck wächst

Die aktuelle Angriffswelle hat regulatorische Konsequenzen. Aufsichtsbehörden weltweit verschärfen die Cybersicherheits-Anforderungen für Finanzinstitute. Gleichzeitig entbrennt eine juristische Debatte: Können Bankkunden bei hochprofessionellen, KI-gestützten Angriffen überhaupt noch grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden?

Der Schutz des digitalen Bankgeschäfts wird künftig von drei Säulen abhängen: technologischer Aufrüstung der Banken, proaktiver Regulierung und kontinuierlicher Aufklärung der Verbraucher.