Neue Betrugswelle zielt gezielt auf Smartphones

Verbraucherschützer warnen vor zwei neuen digitalen Betrugsmethoden: gefälschte IMEI-Entsperrdienste und die kommerzielle Schadsoftware ZeroDayRAT, die Smartphones fernsteuert. Der klassische Mobilfunkvertragsbetrug bleibt weiterhin ein Massenphänomen.

Eine neue Welle ausgeklügelter Betrugsmaschen überschwemmt derzeit den digitalen Raum. Verbraucherschützer und Sicherheitsexperten schlagen Alarm vor zwei besonders perfiden Methoden: betrügerische IMEI-Entsperrdienste und eine neue Spionage-Software namens „ZeroDayRAT“. Diese Bedrohungen verschärfen die ohnehin angespannte Lage rund um Mobilfunkbetrug und Identitätsdiebstahl.

Die IMEI-Falle: Leere Versprechen für gesperrte Handys

Eine hinterhältige Masche zielt auf Käufer gebrauchter Smartphones. Kriminelle Anbieter werben online aggressiv mit dem Versprechen, die IMEI-Nummer gesperrter Geräte freizuschalten. Solche Sperren durch Mobilfunkanbieter – etwa bei Diebstahl oder unbezahlten Rechnungen – machen ein Gerät unbrauchbar. Die Betrüger kassieren Geld für eine Dienstleistung, die sie nicht erbringen können, und verschwinden. Laut der Verbraucherplattform „Internet Watchlist“ sind viele gebraucht gekaufte Handys dadurch dauerhaft unbenutzbar. Experten raten dringend von solchen Angeboten ab.

So prüfen Sie ein gebrauchtes Gerät:
* Rufen Sie die IMEI-Nummer mit *#06# auf.
* Vergleichen Sie sie mit der Nummer auf der Originalverpackung.

„ZeroDayRAT“: Neue Spionage-Software übernimmt Kontrolle

Gleichzeitig warnen Sicherheitsexperten vor der kommerziellen Schadsoftware „ZeroDayRAT“. Sie wird Berichten zufolge über Telegram beworben und verspricht die vollständige Fernkontrolle über infizierte Smartphones – sowohl Android als auch iOS. Einmal installiert, kann die Malware:
* Kryptowährungen stehlen,
* sensible Bankdaten abgreifen und
* bekannte Wallet-Apps scannen.

Diese Entwicklung zeigt eine zunehmende Professionalisierung der Cyberkriminalität, bei der hoch entwickelte Angriffswerkzeuge einem breiten Kreis zugänglich gemacht werden.

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Klassischer Vertragsbetrug bleibt Dauergast

Neben den digitalen Bedrohungen bleibt der klassische Betrug mit Mobilfunkverträgen ein Massenphänomen. Die Polizei Berlin verzeichnet seit Jahren einen Anstieg von Fällen, in denen Kriminelle mit gestohlenen Identitäten Verträge abschließen. Ziel sind subventionierte High-End-Smartphones zum Weiterverkauf. Die Opfer bemerken den Betrug oft erst bei hohen Rechnungen oder Mahnungen.

Ein besonders dreister Fall aus der Schweiz von Anfang Februar zeigt, wie skrupellos vorgegangen wird: Dort drängten Täter einer 92-jährigen Frau in einem Geschäft fünf neue Handyverträge samt vier Smartphones auf.

Smartphone als lohnendes Ziel für Kriminelle

Die aktuellen Warnungen fügen sich in ein besorgniserregendes Gesamtbild. Das Smartphone ist zum zentralen Angelpunkt des digitalen Lebens geworden – als Geldbörse, Kommunikationszentrale und Datenspeicher. Genau das macht es zum hochattraktiven Ziel. Die Methoden reichen von technologisch anspruchsvollen Angriffen bis hin zum Ausnutzen von Ahnungslosigkeit. Der finanzielle Schaden ist für Betroffene oft nur der Anfang; der Aufwand nach einem Identitätsdiebstahl und die emotionale Belastung sind immens.

Was Verbraucher jetzt tun können

Experten gehen davon aus, dass die Angriffe auf mobile Geräte weiter zunehmen werden. Für Verbraucher sind daher proaktive Schutzmaßnahmen unerlässlich:
* Führen Sie regelmäßige Kontrollen von Kontoauszügen und Mobilfunkrechnungen durch.
* Geben Sie persönliche Daten sparsam weiter.
* Nutzen Sie Sicherheitsfunktionen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
* Gehen Sie niemals auf unseriöse IMEI-Entsperrangebote ein.