New York will als erster US-Bundesstaat Künstliche Intelligenz in Redaktionen gesetzlich zügeln. Ein neuer Gesetzentwurf verbietet, Journalisten durch KI zu ersetzen.
Der NY FAIR News Act wurde am Montag von Staatssenatorin Pat Fahy und Abgeordneter Nily Rozic eingebracht. Das Gesetz soll klare Grenzen für den Einsatz von KI in Nachrichtenmedien setzen. Es reagiert auf wachsende Ängste vor Jobverlusten und schwindendem Vertrauen in die Medien.
Medienbranche an kritischem Wendepunkt
Die Initiative kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Nachrichtenindustrie kämpft weltweit mit wirtschaftlichen Problemen. Gleichzeitig revolutionieren generative KI-Tools wie ChatGPT die Content-Produktion.
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Befürworter des Gesetzes warnen: Ohne Regulierung drohten sinkende journalistische Standards, Massenentlassungen und ein weiterer Vertrauensverlust beim Publikum. Eine Umfrage des National Association of Broadcasters vom Oktober 2025 untermauert die Bedenken. Demnach sind 76 Prozent der US-Bevölkerung besorgt, KI könne die Arbeit von Reportern „stehlen“ und wiederverwerten.
„Die Technologie sollte Werkzeug sein, nicht Ersatz“, betonen die Initiatoren. Der Entwurf ziele auf einen nachhaltigen Rahmen, der menschliche Urteilskraft in den Mittelpunkt stelle.
Das sind die Kernpunkte des Gesetzes
Der NY FAIR News Act setzt auf vier Säulen: Transparenz, Jobschutz und Wahrung journalistischer Integrität.
- KI-Ersatzverbot: Medienunternehmen dürfen Journalisten nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzen, um Inhalte zu erstellen.
- Interne Transparenz: Redaktionen müssen ihre Mitarbeiter darüber informieren, wie und wo sie KI konkret einsetzen.
- Kennzeichnungspflicht: KI-generierte oder wesentlich von KI bearbeitete Inhalte müssen für das Publikum klar erkennbar gekennzeichnet werden.
- Quellenschutz: Es müssen neue Sicherheitsvorkehrungen etabliert werden, um vertrauliche Informanten vor möglicher Kompromittierung durch KI-Systeme zu schützen.
Die Maßnahmen sollen Innovation ermöglichen – aber die Grundprinzipien des Journalismus bewahren.
Gewerkschaften applaudieren dem Vorstoß
Der Gesetzentwurf erhält breite Unterstützung von einflussreichen Gewerkschaften. Die New York State AFL-CIO, SAG-AFTRA und die NewsGuild of New York stehen hinter dem Vorhaben.
„Das sind essenzielle, vernünftige Leitplanken für eine gesunde Demokratie“, sagt Mario Cilento, Präsident der New York State AFL-CIO. Das Gesetz sei entscheidend, um die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung und das öffentliche Vertrauen zu schützen. Die geschlossene Gewerkschaftsfront unterstreicht die tiefe Sorge in der Branche. Die Befürchtung: Unregulierte KI könnte journalistische Arbeit entwerten und die Öffentlichkeit in die Irre führen.
Ein nationales Präzedenz für Deutschland und Europa?
New York agiert nicht im luftleeren Raum. Die Debatte um KI-Regulierung tobt weltweit. Während die EU mit ihrem KI-Gesetz einen horizontalen Ansatz verfolgt, setzt New York mit diesem Entwurf einen sektorspezifischen Fokus auf die Nachrichtenindustrie.
Könnte der Schritt Schule machen? Medien- und Rechtsexperten werden die Gesetzesberatungen genau verfolgen. Eine Verabschiedung könnte ähnliche Initiativen in anderen US-Bundesstaaten anstoßen. Für Europa und Deutschland wäre es ein beobachtenswerter Testfall: Wie lässt sich technologischer Fortschritt mit dem Schutz einer unabhängigen, vertrauenswürdigen Presse vereinbaren?
Der Entwurf muss nun Ausschüsse in Senat und Parlament von New York passieren. Angesichts der starken Gewerkschaftsrückendeckung und der hochaktuellen Thematik wird mit intensiven Debatten gerechnet. Die kommenden Monate werden zeigen, ob New York zum Vorreiter für einen menschlich geprägten Journalismus im KI-Zeitalter wird.
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