NFC-Angriffe: Android-Sicherheit bricht um 188% ein

Malware und NFC-Attacken auf Android-Geräte nehmen rasant zu. Deutsche erleiden bei Messenger-Betrug überdurchschnittlich hohe Verluste.

Die Sicherheitslage in Europa verschärft sich zu Beginn der Reisesaison 2026 drastisch. Spezialisierte Schadsoftware und hochgerüstete Betrugsmaschen nehmen gezielt Urlauber ins Visier.

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Infostealer auf dem Vormarsch

Der Anteil von Infostealer-Malware hat sich in zwei Jahren mehr als verdoppelt. Lag er Anfang 2024 noch bei 6 Prozent, stieg er bis Ende 2025 auf 14 Prozent. Für das dritte Quartal 2026 erwarten Analysten einen Anstieg auf 20 Prozent aller Infektionen.

Besonders kritisch: Die Diebe stehlen Sitzungscookies und umgehen so Multi-Faktor-Authentifizierungen. In einer Untersuchung von über 18 Millionen Logs enthielten mehr als zwei Millionen Datensätze sensible Unternehmensinformationen.

NFC-Angriffe explodieren um 188 Prozent

Kaspersky meldet eine drastische Zunahme von Angriffen über die Nahfeldkommunikation bei Android-Geräten. Allein in den ersten vier Monaten 2026 stiegen die Vorfälle um 188 Prozent.

Die Täter nutzen zunehmend künstliche Intelligenz, um Sicherheitslücken in Rekordzeit aufzuspüren. Die Zeitspanne zwischen Bekanntwerden einer Schwachstelle und deren Ausnutzung schrumpft auf unter zehn Stunden. Unternehmen brauchen im Schnitt 43 Tage für einen Patch.

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Messenger-Betrug: Deutsche verlieren doppelt so viel

Im privaten Umfeld steigen die Schäden durch Messenger-Betrug rasant. Deutsche Nutzer verlieren bei Betrugsfällen über WhatsApp im Schnitt 1.180 Euro – fast doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt.

In 44 Prozent der erfolgreichen Angriffe erfolgt der finanzielle Verlust innerhalb von nur 30 Minuten nach der ersten Kontaktaufnahme. Drei Viertel der Betroffenen vermuten hinter den personalisierten Nachrichten den Einsatz von KI.

Auch gefälschte Reise-Apps sind eine Gefahr. In Kopenhagen verlor eine Nutzerin durch eine manipulierte Park-App einen dreistelligen Betrag. Experten warnen: Kriminelle erzeugen künstlichen Zeitdruck, um Opfer zur Preisgabe von TANs oder Passwörtern zu bewegen.

Das BSI empfiehlt: Link-Zieladressen vor dem Öffnen prüfen. Bei Verdacht auf Kontenmissbrauch sofort den Sperr-Notruf 116 116 wählen.

Behörden reagieren mit verstärkter Präsenz

Die Sicherheitsbehörden ziehen Konsequenzen. Auf Mallorca kam es im Rahmen der „Operación Verano“ bereits zu 13 Festnahmen wegen Diebstahlsdelikten. In Italien verschärften die Carabinieri ihre Kontrollen, besonders in touristischen Regionen wie Forte dei Marmi.

In Deutschland führte die Bundespolizei Ende Mai Durchsuchungen am Hauptbahnhof Hannover durch. Im Vorjahr wurden bundesweit rund 27.800 Gewaltdelikte an Bahnhöfen registriert.

Neue Regelungen erschweren die Reise zusätzlich. In Italien gilt seit Juni eine neue Regelung für Maut-Rückerstattungen bei baustellenbedingten Verspätungen. In Polen besteht seit April 2025 ein erweitertes Fotografierverbot für bestimmte Objekte. Positiv: Kroatien gilt seit März 2026 offiziell als minenfrei.

Schlag gegen internationales Botnetz

Ein bedeutender Ermittlungserfolg gelang niederländischen Behörden. Ende Mai zerschlugen sie das Botnetz „Asocks“, das weltweit rund 17 Millionen Geräte als Proxy-Server missbrauchte. Die Täter nutzen das Netzwerk in 163 Ländern, um Internetverkehr zu verschleiern.

Trotz solcher Erfolge bleibt die Lage angespannt. Ein Cyberangriff auf den Dienstleister Unimed im April 2026 führte zum Datenabfluss von etwa 80.000 Patienten in Süddeutschland. Betroffen waren mehrere Universitätskliniken. Das BSI nennt als Hauptursachen: Werkspasswörter und fehlende Software-Updates.