Das Netzwerk operierte laut Berichten bereits seit 15 Jahren und baute ein komplexes System für Online-Betrug auf. Die Bande nutzte gefälschte Dating-Plattformen, Kryptowährungs-Scams und schädliche Apps.
Hochspezialisierte Infrastruktur für weltweiten Betrug
VexTrio setzte hochentwickelte Traffic-Distribution-Systeme (TDS) ein. Damit lenkte die Organisation Internetnutzer gezielt auf betrügerische Inhalte. Zu den identifizierten Domänen gehören Adressen wie pattern-trader.net, holacode.tech, trafficiq.com und fastminingpro.com.
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Die Aufdeckung fällt in eine Zeit verstärkter internationaler Ermittlungen. Ende Mai 2026 gaben niederländische Behörden die Zerschlagung des Botnetzes „Asocks“ bekannt. Dieses Netzwerk umfasste mindestens 17 Millionen kompromittierte Geräte in 163 Ländern – darunter Router, Smartphones und Kameras. Über 200 Steuerungsserver in europäischen Rechenzentren wurden beschlagnahmt. Asocks diente als kommerzieller Proxy-Dienst für Phishing-Angriffe und DDoS-Attacken.
Internationale Razzien und steigende Schäden durch KI
Argentinische Behörden meldeten ebenfalls einen Erfolg gegen Krypto-Investmentbetrug. Bei der Operation „Fake Coins“ wurden am 31. Mai 2026 bei 90 Hausdurchsuchungen 24 Personen festgenommen. Die Ermittler stellten über 8 Millionen US-Dollar in der Kryptowährung USDT sicher. Die Täter hatten Opfer über Messenger-Dienste angeworben und Gelder über internationale Kryptobörsen gewaschen.
In Indien geht die Polizei im Rahmen der „Operation Octopus“ gegen Cyber-Netzwerke vor. In mehreren Phasen wurden hunderte Verdächtige festgenommen – darunter auch Bankangestellte, die bei der Eröffnung von Konten für Geldwäsche halfen. Allein in Hyderabad wird der jährliche Schaden durch solche Netzwerke auf hohe Millionenbeträge geschätzt.
Branchenexperten beobachten eine qualitative Veränderung der Angriffe. Laut Daten von TRM Labs sind die Schäden durch KI-gestützte Kryptowährungsbetrügereien in den USA massiv gestiegen. Berichte für das vergangene Jahr beziffern den Schaden auf über 893 Millionen Euro. Besonders besorgniserregend: NFC-Angriffe auf Android-Endgeräte nahmen laut Kaspersky-Analysen in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 um 188 Prozent zu.
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Entwicklung in Deutschland und neue Betrugsmaschen
In Deutschland zeigt sich ein differenziertes Bild. Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen meldete für 2025 einen Rückgang der Fallzahlen bei Internetbetrug auf 18.304 Fälle – verglichen mit fast 30.000 Fällen im Jahr 2021. LKA-Präsident Thorsten Massinger wies jedoch darauf hin, dass die Täter zunehmend professioneller agieren. Besonders schwierig: die Rückholung von Geldern bei Tätern im Ausland.
Aktuelle Warnungen der Polizei betreffen neue Varianten des Social Engineering. In Bayern und Sachsen-Anhalt traten zuletzt Fälle auf, in denen sich Betrüger am Telefon als Ärzte ausgaben. Sie forderten Zahlungen für angebliche Notfallbehandlungen von Angehörigen. Dabei kommt vermehrt KI zur Manipulation von Stimmen zum Einsatz. Parallel dazu berichteten Klinik-Dienstleister im April 2026 über einen massiven Datenabfluss – rund 80.000 Patientendaten in mehreren Bundesländern waren betroffen.

