NFC-Angriffe auf Smartphones: +188% bei Android seit Januar

Die Zahl der Internet-Betrugsfälle sinkt, doch die Täter werden professioneller und setzen vermehrt auf KI und Schockanrufe gegen Senioren.

Besonders Senioren geraten ins Visier hochspezialisierter Krimineller, die zunehmend auf KI und psychologischen Druck setzen.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen meldete heute einen deutlichen Rückgang bei der Internet-Abzocke. Waren es 2021 noch 29.361 Fälle, sank die Zahl 2025 auf 18.304 Delikte. LKA-Präsident Thorsten Massinger spricht von einer „positiven Botschaft“ und führt die Entwicklung auf bessere Prävention und internationale Zusammenarbeit mit Europol zurück.

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Doch die verbleibenden Taten werden professioneller ausgeführt. Einfache, laienhafte Betrugsversuche nehmen ab, während hochspezialisierte Tätergruppen agieren. Ein zentrales Problem: Die Geldrückholung aus dem außereuropäischen Ausland bleibt laut Massinger „hochgradig schwierig“.

Neue Masche: Der falsche Arzt

Besonders besorgniserregend ist die Lage bei Schockanrufen gegen Senioren. In Sachsen-Anhalt wurde heute eine neue Variante bekannt: In Wolfen gab sich ein Betrüger am Telefon als Arzt aus und forderte Geld für eine angebliche Notoperation eines Angehörigen. Ein 87-jähriger Rentner durchschaute den Betrug und informierte die Polizei.

Die Polizeidirektion Dessau-Roßlau warnt: Das könnte erst der Anfang einer neuen Welle sein. In Bayern entstanden durch diese Methode bereits Schäden in sechsstelliger Höhe.

KI macht Betrug gefährlicher

Branchenanalysten und das FBI weisen auf die wachsende Gefahr durch künstliche Intelligenz hin. In den USA belief sich der Schaden durch Betrug mit KI-generierten Stimmen 2025 auf rund 893 Millionen Euro. Auch in Deutschland wird vor der Kombination von Voice Phishing und Deepfakes gewarnt – damit lassen sich Angehörige täuschend echt imitieren.

Die psychischen und physischen Folgen für die Opfer sind oft gravierend. In Hamburg-Rahlstedt starb eine 80-jährige Frau an einem Herzbeutelriss, nachdem sie im Dezember 2025 rund 100.000 Euro und Familienschmuck an falsche Polizisten übergeben hatte. Die Staatsanwaltschaft Hamburg stellte die Ermittlungen nach sechs Monaten ein. Die Tochter des Opfers fordert nun eine Fortführung der Suche nach den Tätern.

Finanzielle Verluste lassen sich rechtlich kaum kompensieren. Das Finanzgericht Münster stellte klar: Verluste durch Trickbetrug können nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Technologische Angriffe nehmen zu

Neben Telefonbetrug steigen auch technologische Angriffe. Kaspersky meldet für Januar bis April 2026 einen Anstieg von NFC-Angriffen auf Android-Smartphones um 188 Prozent. Dabei werden unbefugte Zahlungen über die Nahfeldkommunikation initiiert. In Deutschland waren Kunden der Deutschen Bank, Commerzbank und ING betroffen.

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