NFC-Schmuck: Smartes Bezahlen mit Datenschutz-Risiko

Kontaktlose Zahlungsringe und -armbänder erfreuen sich großer Beliebtheit, doch Experten warnen vor Sicherheitslücken in Apps und dem unkontrollierten Sammeln persönlicher Daten.

Smarter Schmuck mit NFC-Technik erobert den Markt. Ringe und Armbänder ermöglichen kontaktloses Bezahlen oder speichern persönliche Erinnerungen. Doch die Bequemlichkeit hat einen Preis: Die enge Kopplung mit Smartphone-Apps birgt oft unsichtbare Risiken für die Privatsphäre. Experten warnen vor Sicherheitslücken, die sensible Daten in falsche Hände geraten lassen könnten.

Die Technik: Mehr als nur ein Zahlungsring

Die Geräte nutzen Near Field Communication (NFC). Diese Funktechnik tauscht Daten über wenige Zentimeter aus. So funktioniert nicht nur das Bezahlen an der Kasse. Nutzer können auch digitale Visitenkarten speichern, Türen öffnen oder persönliche Fotos und Nachrichten auf dem Schmuck hinterlegen. Viele Stücke kommen ohne eigene Batterie aus. Der passive NFC-Chip wird erst durch das Lesegerät oder Smartphone aktiviert. Diese Einfachheit und das elegante Design treiben die Beliebtheit.

Bezahlen gilt als sicher – dank Tokenisierung

Hersteller und Zahlungsdienstleister verweisen auf hohe Sicherheitsstandards. Ein Kernstück ist die Tokenisierung. Dabei werden nie echte Kreditkartendaten auf dem Ring gespeichert oder übertragen. Stattdessen generiert das System einen verschlüsselten, einmaligen Code – den Token. Geht der Ring verloren, lässt sich dieser Token sperren, ohne die zugrundeliegende Karte zu blockieren. Zudem ist für eine Transaktion direkter Kontakt nötig, was unbemerktes Auslesen erschwert. Bei Beträgen über 50 Euro ist meist weiterhin eine PIN-Eingabe erforderlich.

Die versteckte Gefahr steckt in der App

Während der Bezahlvorgang als gesichert gilt, liegt die Schwachstelle oft woanders: in der zugehörigen Smartphone-App. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt generell vor Sicherheitslücken in Wearable-Software und ihren Schnittstellen. Angreifer könnten diese nutzen, um die Kontrolle über das Gerät oder sogar das gekoppelte Smartphone zu übernehmen.

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Das größere Risiko ist jedoch die Datenhunger der Apps. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass Wearables eine Fülle persönlicher Daten erfassen. Bei NFC-Schmuck, der mit digitalen Tagebüchern verknüpft ist, können intime Einblicke entstehen. Entscheidend sind die Datenschutzbestimmungen: Wo landen die Informationen? Werden sie an Dritte verkauft? Unabhängige Prüfungen zeigten in der Vergangenheit, dass viele Apps die Vorgaben der DSGVO nicht einhalten.

Ein wachsender Markt – und wachsende Bedenken

Der Wearable-Markt boomt. Die Akzeptanz kontaktloser Zahlungen ebnete den Weg für neue Formfaktoren wie Ringe. Nutzer lieben den Komfort. Gleichzeitig wächst das Misstrauen. Die gesammelten Daten sind für Werbeindustrie und Krankenkassen äußerst wertvoll. Das schafft einen Interessenkonflikt: Bequemlichkeit gegen kommerzielle Verwertung. Die Sicherheit der gesamten Kette – vom Schmuck über die App bis zur Cloud – ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Fehlende Verschlüsselung bei der Übertragung bleibt ein ernstes Risiko.

Was kommt auf Nutzer zu?

Die Funktionen von NFC-Schmuck werden weiter zunehmen. Denkbar sind Zugangskontrollen für Autos oder die Integration biometrischer Merkmale. Mit mehr Funktionen steigt aber auch die Menge angreifbarer Daten. Experten fordern von Herstellern mehr Transparenz. Gleichzeitig sind die Nutzer gefragt: Wer smarten Schmuck nutzt, sollte die Datenschutzeinstellungen der Apps aktiv prüfen und ein gesundes Misstrauen gegenüber unnötigen Berechtigungen entwickeln. Nur so lassen sich die Vorteile genießen, ohne die Privatsphäre aufs Spiel zu setzen.