NHS rollout: 505.000 Mitarbeiter bekommen Copilot ab Juli

Microsofts Word-Update bringt KI-Assistent Scout und schärfere Copilot-Lizenzen. Ein NHS-Großprojekt belegt die Effizienzgewinne.

Im Fokus stehen effizienteres Arbeiten, verbesserte Barrierefreiheit und die tiefere Integration künstlicher Intelligenz in den Arbeitsalltag. Die Neuerungen kommen nicht allein: Zeitgleich verschärft Microsoft die Lizenzbedingungen für KI-Funktionen und kündigt mit „Scout“ einen dauerhaft aktiven KI-Assistenten für das gesamte Microsoft-365-Ökosystem an.

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Schnellere Bedienung und bessere Barrierefreiheit

Das Juni-Update bringt praktische Erleichterungen für den Alltag. Nutzer können künftig Hyperlinks direkt per „Strg+V“ einfügen, sobald eine URL in der Zwischenablage liegt. Für barrierefreie Dokumente sorgt eine automatische Alternativtext-Funktion für Bilder – ein Gewinn für inklusive Inhalte ohne Zusatzaufwand.

Die Benutzeroberfläche wurde gezielt verfeinert: Ein neuer kontextbezogener Tab für Kopf- und Fußzeilen sowie ein überarbeitetes Kommentarsystem erleichtern die Arbeit. Für juristische und technische Dokumente führt Microsoft Zeilennummern ein. Auch die Webversion von Word profitiert: Ein vereinfachtes Berechtigungsmanagement soll die Zusammenarbeit im Team beschleunigen.

Klarer Schnitt bei KI-Lizenzen: Seit Juni 2026 sind die Copilot-Funktionen in Word, Excel, PowerPoint und OneNote ausschließlich Nutzern mit einer separaten Copilot-Lizenz vorbehalten.

„Scout“ – der ständige Begleiter für Microsoft 365

Auf der Entwicklerkonferenz Microsoft Build am 2. Juni 2026 präsentierte der Konzern „Scout“ – einen persistenten KI-Agenten für Microsoft 365. Anders als frühere Assistenten arbeitet Scout dauerhaft im Hintergrund. Er überwacht Plattformen wie Teams, Outlook, OneDrive und SharePoint, um eigenständig Aufgaben zu identifizieren.

Scout nutzt Microsoft Graph und große Sprachmodelle, um E-Mail-Entwürfe und Aktionspunkte vorzubereiten – ohne dass der Nutzer explizit danach fragen muss. Der Dienst befindet sich noch in der Entwicklung. Für Unternehmenskunden soll Scout nach einer privaten Vorschauphase Anfang 2027 verfügbar sein. IT-Administratoren erhalten Kontrollmöglichkeiten wie Datenbegrenzungen, Aktionsberechtigungen und Prüfpfade, um Sicherheitsbedenken zu adressieren.

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Zukäufe und Konsolidierung im Dokumentenmarkt

Die Welt rund um Word entwickelt sich auch durch strategische Übernahmen weiter. Das in Chicago ansässige Unternehmen Relativity hat Gavel übernommen, einen auf Dokumentenautomatisierung und KI-gestützte Vertragserstellung spezialisierten Anbieter aus Los Angeles. Ziel ist es, Relativitys KI-Plattform tiefer in Microsoft Word zu integrieren.

Gavel, 2017 gegründet, hat seine Word-Fähigkeiten zuletzt massiv ausgebaut. Im Mai 2025 brachte das Unternehmen mit Gavel Exec einen Word-basierten KI-Assistenten auf den Markt, gefolgt von Gavel Workflows im Dezember 2025. Im April 2026 folgten webbasierte Vertragsprüfungstools. Rund 2.000 Rechtsorganisationen in 28 Ländern nutzen inzwischen Gavels Technologie.

NHS setzt auf KI – 505.000 Mitarbeiter bekommen Copilot

Die praktische Wirkung der neuen Tools zeigt sich in Großprojekten. Der britische Gesundheitsdienst NHS England wird ab Juli 2026 Microsoft 365 Copilot für 505.000 Mitarbeiter ausrollen. Grundlage ist ein Pilotprojekt mit 30.000 Teilnehmern aus 90 Organisationen.

Die Ergebnisse des NHS-Pilotprojekts sind vielversprechend: Die KI sparte den Mitarbeitern durchschnittlich 43 Minuten pro Schicht bei Verwaltungsaufgaben. Die Dokumentationsfehler sanken um 37 Prozent, die Einhaltung von Terminvorgaben verbesserte sich um 28 Prozent. Für die digitale Umstellung wurden zusätzlich 45 Millionen Pfund in Hardware-Upgrades investiert – Teil eines mehrjährigen Lizenzabkommens mit Microsoft.

Drittanbieter und Wettbewerb ziehen nach

Auch andere Entwickler aktualisieren ihre Word-kompatiblen Tools. Paperpile meldete am 16. Juni 2026 Verbesserungen für seine Word-Integration, darunter native Unterstützung für Apple Silicon.

Im weiteren Markt für Dokumenteneditoren veröffentlichte ONLYOFFICE am selben Tag DocSpace 3.7. Die neue Version ermöglicht KI-gesteuerte Dateigenerierung für DOCX- und PDF-Formate direkt aus Chat-Oberflächen und integriert neue KI-Anbieter wie DeepSeek und Google AI. Die Entwicklungen zeigen einen branchenweiten Trend: Traditionelle Textverarbeitung und generative KI wachsen immer enger zusammen.